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Aktuelles

27.6.2019

Junge Leute konsumieren Nachrichten eher über Instagram als Facebook

Nachrichten über das Weltgeschehen erreichen junge Menschen in Deutschland inzwischen häufiger über Instagram als über Facebook. Das geht aus dem "Reuters Institute Digital News Report" hervor. "Instagram hat bei den 18- bis 24-Jährigen Facebook und Twitter als Nachrichtenquelle überholt", sagte der Kommunikationswissenschaftler Sascha Hölig vom Leibniz-Institut für Medienforschung in Hamburg der Deutschen Presse-Agentur.

Rund ein Viertel (23 Prozent) der jungen Internetnutzer sieht sich bei Instagram regelmäßig Nachrichteninhalte an. Facebook und Youtube rangieren mit 22 Prozent knapp dahinter. WhatsApp kommt bei den 18- bis 24-Jährigen auf 10 Prozent, Twitter nur auf 6 Prozent. "Auch in der Gesamtheit der Befragten hat Instagram Twitter hinter sich gelassen", sagte Hölig. "Es ist eben das angesagte Medium. Doch nutzt niemand Instagram, um Nachrichten zu suchen. Man bewegt sich eben dort – hauptsächlich, um Fotos von Freunden oder Essen zu sehen – und findet dann Nachrichten quasi als Beifang." Ohnehin nutze so gut wie niemand soziale Medien als alleinige Nachrichtenquelle. Nur 3 Prozent der Befragten stützen sich nach eigenen Angaben ausschließlich darauf. 

Die Wissenschaftler untersuchten für die aktuelle Studie auch das Vertrauen der Menschen in Nachrichten: Demnach stimmt in Deutschland etwa die Hälfte (47 Prozent) der erwachsenen Internetnutzer der Aussage zu, dass sie dem Großteil der Nachrichten vertrauen. Das sei ein vergleichsweise guter Wert, sagte Hölig. "Das Vertrauen in die Nachrichten allgemein ist in Deutschland im Vergleich zu anderen Ländern hoch. In Großbritannien sind es 40 Prozent, in den USA 32 Prozent, in Ungarn 28 Prozent und Frankreich sogar nur 24 Prozent. Deutschland liegt im vorderen Drittel." 

Viel Vertrauen in klassische Medien

Man müsse auch unterscheiden: "In diesem Wert sind alle Nachrichten enthalten, die den Befragten insgesamt und auf sämtlichen Wegen begegnen können", erklärte Hölig. "Bei Nachrichten, die man selbst nutzt, hat sich der Wert seit drei Jahren bei 60 Prozent eingependelt." Deutlich mehr Vertrauen als Instagram oder Facebook genießen klassische Medien wie Tageszeitungen oder öffentlich-rechtliches Fernsehen.  

Nachrichten, die sich über soziale Medien verbreiten, sehen die Nutzer dagegen sogar zunehmend skeptisch: "Das Vertrauen in Nachrichten in sozialen Medien ist rückläufig", so Hölig. "Nur noch 16 Prozent vertrauen ihnen. 2018 sind es noch 18 Prozent gewesen. Die jüngeren Mediennutzer sind noch skeptischer, dort sind es nur 12 Prozent. Man darf also nicht in die Logik verfallen, dass junge Leute auf Fake News hereinfielen und deswegen ihr Wahlverhalten änderten.“

27.6.2019

Zeiten des Wandels fordern Nachrichtenagenturen heraus

Der digitale Wandel und Fake News stellen Nachrichtenagenturen vor immer neue Herausforderungen. Diese und weitere Entwicklungen erörterten Chefs von Nachrichtenagenturen aus 100 Staaten in der bulgarischen Hauptstadt Sofia. 

"Heute verändert sich die Welt schneller als je zuvor und damit auch unser Beruf", sagte der Generaldirektor von Bulgariens Nachrichtenagentur BTA, Maxim Mintschew, zur Eröffnung der sechsten Tagung des Weltkongresses der Nachrichtenagenturen (News Agencies World Congress, NAWC). 

Unter dem Motto "Die Zukunft der Nachrichten" diskutierten die Teilnehmer über Eigentumsmodelle für Nachrichtenagenturen, neue Einnahmequellen und künstliche Intelligenz im Nachrichtenbereich. Fake News waren ebenfalls Thema. Der Begriff sei zur Waffe geworden, beklagte Clive Marshall, Chef der britischen Press Association und NAWC-Präsident. 

"Einflussnahme kommt durch die Hintertür"

Die Unabhängigkeit vom Staat und von dritter Seite gehörten zu den großen Herausforderungen der Nachrichtenagenturen, sagte Peter Kropsch, Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Presse-Agentur. "Einflussnahme kommt durch die Hintertür", warnte er. "Zuverlässige und vertrauenswürdige Nachrichtenagenturen sind das schlagende Herz und die Blutgefäße des internationalen Nachrichtenflusses", betonte Kropsch.

Auch der Geschäftsführer der International News Media Association, Earl J. Wilkinson, sieht im Vertrauen einen neuen Wert im Nachrichtenbereich – vor dem Hintergrund eines toxischen Einflusses der sozialen Medien. "Vertrauen, Vertrauen und noch mehr Vertrauen", betonte er. 

Die Tagung des Weltkongresses der Nachrichtenagenturen ist das weltweit größte Forum dieser Art. Sie findet alle drei Jahre statt. 

27.6.2019

INFO-HÄPPCHEN: Aus der Branche

Von Paywalls über Ethik im Roboterjournalismus bis zu den neuesten Entwicklungen am Tech-Sektor: Lesenswertes über aktuelle Entwicklungen, Trends und Zahlen liefert unser Überblick. 

Paywalls

Wieviel wird für digitale News-Inhalte tatsächlich ausgegeben? Und wie unterscheidet sich der europäische vom US-Markt? Antworten darauf liefert eine Studie von Medienwissenschaftlern. 

Roboterjournalismus

Die Einsatzmöglichkeiten von Artificial Intelligence in der Berichterstattung werden immer vielfältiger. Tom Kent von der Columbia University hat eine Ethik-Checkliste erstellt, um Qualität und journalistische Werte trotz maschineller Hilfe nicht aus den Augen zu verlieren. 

Tech-Trends

Technologie-Trends, vom Ende der Privacy bis zur Sprachsuche, die künftig unter anderem Medien und Gesellschaft massiv beeinflussen könnten, fast der jährliche Report des Future Today Institute zusammen.

4.6.2019

dpa-digital services und Die Mehrwertmacher kooperieren beim digitalen Publizieren - Verlage sollen Potentiale von E-Paper und Tablet besser nutzen können, um mehr Kunden zu gewinnen 

Die dpa-digital services GmbH (dpa-ds, Hamburg) und die Mehrwertmacher (Dresden) haben für den Bereich des digitalen Publizierens von Tageszeitungen eine enge Zusammenarbeit vereinbart. Verlage, die mit der Mobile Publishing Suite der dpa-ds ihre E-Paper- und Tablet-Ausgaben produzieren, können deren Nutzung durch die Leser in Zukunft mit den Lesewert-Services der Mehrwertmacher analysieren und das Angebot entsprechend anpassen und verbessern.

Wie die beiden Unternehmen am Dienstag zum Auftakt des Branchen-Kongresses BDZV beBETA in Berlin mitteilten, gehe es vor allem darum, die digitalen Varianten der Tageszeitung durch neue Technologien und Analyse-Leistungen so weiterzuentwickeln, dass Verlage die Nutzungsintensität, die Loyalität der Leser und die Auflagenzahlen deutlich steigern können.

"E-Paper und Tablet-Ausgaben bieten Tageszeitungen derzeit besonders gute Möglichkeiten, neue Abonnenten außerhalb der traditionellen Printformate zu gewinnen und so ihre digitalen Erlöse zu erhöhen. Wir wollen gemeinsam mit den Mehrwertmachern und unseren Kunden die großen technischen Potentiale dieser Plattformen besser nutzen, um gerade auch jungen Zielgruppen die Funktionen und Mehrwerte anbieten zu können, die sie heute von einem digitalen Medienangebot erwarten", erläuterte Meinolf Ellers, Geschäftsführer der dpa-ds.

Für Ludwig Zeumer, den Geschäftsführer der Mehrwertmacher, steht dabei das richtige redaktionelle Inhalte-Konzept im Vordergrund: "Die Leser sagen uns mit Lesewert und mit ihrer E-Paper-Nutzung sehr genau, was sie von uns erwarten. Wenn wir auf sie hören und ihren Interessen und Gewohnheiten gerecht werden, werden sie auf unsere Angebote nicht mehr verzichten wollen. Wir Mehrwertmacher freuen uns darauf, in Zusammenarbeit mit der dpa-ds Produkte zur effektiven Analyse der E-Paper- und Print-Nutzung zu entwickeln und Verlagen einen noch engeren Austausch mit ihren Lesern zu ermöglichen."

Die dpa-digial services ist ein Gemeinschaftsunternehmen der Deutschen Presse-Agentur (dpa, Hamburg) und der Austria Presse Agentur eG (APA, Wien) und betreibt Lösungen für das digitale Publizieren.

Die Mehrwertmacher sind das digitale Entwicklungszentrum der DDV Mediengruppe in Dresden. Als Dienstleister und Berater entwickeln sie Produkte, Lösungen und Ideen für Verlage, darunter das Echtzeit-Analysetool Lesewert für Printmedien.

25.4.2019

Ja, aber... – Neues Urheberrecht mit deutscher Zustimmung

Die heftig umstrittene Reform des EU-Urheberrechts ist endgültig beschlossen. In der letzten Abstimmung zu diesem Gesetz votierten die EU-Staaten für das Vorhaben. Auch die deutsche Bundesregierung stimmte zu – allerdings mit Vorbehalten. Damit ist der Weg für die Reform frei. Die EU-Länder haben nun rund zwei Jahre Zeit, die neuen Regeln in nationales Recht umzusetzen.

Nachdem es vor allem in Deutschland heftigen Protest gegen Artikel 13 der Reform (im finalen Text Artikel 17) gab, betonte die Bundesregierung zuletzt, Uploadfilter sollten bei der Umsetzung weitgehend vermieden werden. Gemeint sind Programme, die geschützte Inhalte schon beim Hochladen ins Internet erkennen und aussortieren. Kritiker fürchten, dass die Filter zu viel blocken und warnen vor Zensur. Bis zuletzt arbeitete die Bundesregierung deshalb an einer Zusatzerklärung, die die deutsche Lesart der Reform klarstellen soll. „Ziel muss sein, das Instrument Uploadfilter weitgehend unnötig zu machen“, heißt es darin.

Die Copyright-Reform soll das veraltete Urheberrecht in der EU ans digitale Zeitalter anpassen und Urhebern für ihre Inhalte im Netz eine bessere Vergütung sichern. Mitte Februar hatten sich Unterhändler des Europaparlaments und der EU-Staaten auf einen Kompromiss geeinigt. Dieser wurde vom Europaparlament Ende März gebilligt. Die Zustimmung der EU-Staaten ist nun der letzte Schritt, damit die Reform in Kürze in Kraft treten kann. Nun rücken Fragen in den Mittelpunkt, die sich mit der konkreten Umsetzung der Reform beschäftigen. 

Fragen & Antworten:

Werden mit der Richtlinie nun tatsächlich Uploadfilter zur Pflicht?

Uploadfilter werden in der Richtlinie nicht explizit erwähnt. Doch die meisten Experten gehen davon aus, dass Uploadfilter trotzdem eingesetzt werden müssen, weil die Masse der hochgeladenen Inhalte nicht manuell auf ihre Nutzungsrechte überprüft werden kann. Die CDU hat allerdings schon vor der Abstimmung im EU-Parlament angekündigt, die Richtlinie ohne Uploadfilter umsetzen zu wollen. Nach deren Vorstellungen sollen geschützte Inhalte – „jedes original Musikstück, Film oder Audiobook“ – mit einem digitalen Fingerabdruck versehen werden. Damit könne jedes Werk zweifelsfrei identifiziert und dem Urheber zugeordnet werden. 

Und damit sollen Uploadfilter überflüssig werden?

Auch nach dem Konzept der CDU muss es ein technisches System geben, das einen Abgleich vornimmt, die Union nennt es aber nicht „Uploadfilter“. Der „Fingerabdruck“ der Inhalte soll dem Konzept zufolge bei den Plattform-Betreibern hinterlegt werden und sei Voraussetzung dafür, dass Urheber für ihre Werke von den Plattformen bezahlt werden können. „Oberhalb einer Bagatellgrenze würde der Urheber von den Plattformen bei einem Upload eines nicht bereits lizenzierten Inhalts informiert werden und hätte dann drei Möglichkeiten: 1. Er verlangt die Löschung von der Plattform. 2. Er bietet eine Lizenz an und wird entsprechend vergütet. 3. Er verzichtet auf weitere Maßnahmen, wodurch der entsprechende Inhalt dauerhaft lizenzfrei auf der Plattform erscheinen kann.“ Das Papier der CDU gibt aber bislang keine Auskunft darüber, was passieren soll, wenn Urheber sich weigern, eine Lizenz zu vergeben und sich nicht an dem „Fingerabdruck“-System beteiligen. 

Sind solche Filter nicht schon im Einsatz?

Ja. So hat Microsoft das System „PhotoDNA“ entwickelt, mit dem inzwischen etliche Provider sicherstellen, dass bekannte Fotos von missbrauchten Kindern nicht ins Netz geladen werden können. Der Google-Videodienst YouTube verwendet das System „Content ID“, bei dem Rechteinhaber ihre geschützten Inhalte für einen Abgleich bereitstellen. „Content ID“ vergleicht von YouTube-Usern hochgeladene Videos mit diesen Referenzdateien. Die Rechteinhaber können selbst entscheiden, ob sie den Upload zulassen, um dann die Werbeeinnahmen zu erhalten oder das Video sperren. Facebook betreibt ein ähnlich funktionierendes System. 

Wo kommen Uploadfilter, so wie wir sie heute kennen, an ihre Grenzen?

Systeme wie „Content ID“ und die entsprechenden Filter bei Facebook erkennen unveränderte Musikvideos in der Regel sehr gut. Allerdings kommt es auch immer wieder zu falschen Zuordnungen. So wurden in der Vergangenheit immer wieder Videos gesperrt, in denen jemand Klaviermusik von Johann Sebastian Bach spielt, weil die Rechte daran fälschlicherweise Sony Music Global zugesprochen wurden. Dabei sind die Stücke gemeinfrei. Bislang eingesetzte Filter kommen auch dann an ihre Grenzen, wenn plötzlich neue Anforderungen umgesetzt werden müssen. So hatten die Systeme von YouTube und Facebook erhebliche Mühe, die Videoaufnahmen des Attentäters von Christchurch zu blockieren, weil es etlichen Nutzern gelang, die automatische Erkennung mit Veränderungen am Video auszutricksen. 

Sind von den Uploadfiltern vor allem die Internet-Riesen wie Google und Facebook betroffen?

Die Befürworter der Richtlinie haben immer wieder damit argumentiert, es sei an der Zeit, große Internet-Konzerne stärker an der Finanzierung der Inhalte zu beteiligen, von denen sie auch stark profitieren. Daher zielt die Reform stark darauf, die Rahmenbedingungen zu schaffen, um Google, Facebook und andere Konzerne zur Kasse zu bitten. Kritiker wie der Rechtsexperte Martin Kretschmer befürchten allerdings, dass kleinere Plattformen viel härter getroffen werden als die Netzgiganten. Für die Marktriesen sei es viel einfacher, entsprechende Lizenzen zu erwerben als für die vielen kleinen Dienste. In der Richtlinie werden zwar Anbieter von der Verpflichtung befreit, deren Dienste seit weniger als drei Jahren zur Verfügung stehen, weniger als zehn Millionen Euro Jahresumsatz machen und weniger als fünf Millionen Nutzern haben. Es müssen allerdings alle drei Bedingungen erfüllt sein, um bei der Haftungspflicht unter die Ausnahme zu fallen.

25.4.2019

INFO-HÄPPCHEN: Aus der Branche

Vom Dauerbrenner Zahlungsbereitschaft über die neuen Herausforderungen für Nachrichtenagenturen bis zu Neuigkeiten aus der Welt der sozialen Medien: Aktuelle Entwicklungen, Trends und Zahlen liefert unser Branchenüberblick. 

Digitaler Wandel fordert Nachrichtenagenturen

Die London School of Economics and Political Science hat die Lage europäischer Nachrichtenagenturen unter die Lupe genommen. Mit welchen Strategien halten sich die Newsversorger im rasch wandelnden Informationsökosystem zukunftsfit? Antworten finden sich hier. 

Zahlungsbereitschaft für Online-Journalismus

Junge Leserinnen und Leser weisen die höchste Zahlungsbereitschaft für digitale Berichterstattung auf, doch die Erwartungen an kostenpflichtige Inhalte sind hoch. Zu diesen und weiteren Ergebnissen kam eine Studie von PricewaterhouseCoopers. 

Digital 2019 Report: 11 neue Internetnutzer pro Sekunde

Im vergangenen Jahr gingen 360 Mio. Menschen zum allerersten Mal online. Der Report „Digital 2019“ von „we are social“ veranschaulicht, wie schnell das Internet und die Nutzung sozialer Netzwerke wachsen.

25.4.2019

Deutsche Verleger sehen Apples neuen Abo-Dienst kritisch

Die Zeitschriftenbranche in Deutschland reagiert eher ablehnend auf Apples neuen Abo-Dienst für Nachrichten. „Apple will sich als Mittelsmann zwischen die Verlage und die Leser schieben“, kritisierte Stephan Scherzer, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ). „Der Kundenkontakt wird indirekt, die Daten bleiben bei Apple, die Markenangebote werden atomisiert, und 50 Prozent vom Umsatz sind wohl abzugeben“, sagte Scherzer. „Das mutet fast absurd an.“

Apple hatte den neuen Abo-Dienst namens „Apple News Plus“ vor kurzem angekündigt. In den USA und Kanada sollen unter anderem Inhalte von rund 300 Magazinen verfügbar sein. Das Angebot per App kostet 9,99 Dollar pro Monat. Noch in diesem Jahr soll der Dienst in Großbritannien und Australien verfügbar sein. Wann der Service nach Deutschland kommen wird, hat Apple bislang nicht gesagt. Es gibt auch keine Bestätigung dafür, ob Apple tatsächlich die Hälfte der Einnahmen für sich beansprucht.

„Apple News Plus“ war auch bei der Branchenveranstaltung Digital Innovators Summit ein Thema. Bei einer Live-Umfrage unter den mehr als 450 Besuchern aus 40 Ländern sei nicht eine Hand hochgegangen, als gefragt wurde, ob Apples neuer Service gut für die Medienbranche sei und signifikante Chancen für die Verlage biete, so Scherzer.

Beziehung zum Kunden geht verloren

Ähnlich kritisch bewertet der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) den Abo-Dienst: „Das Geschäftsmodell von Apple ist aus unserer Sicht für Verlagsunternehmen nicht besonders attraktiv“, teilte der BDZV mit. „50 Prozent vom Umsatz für Apple ist extrem hoch gegriffen. Auch verlieren die Verlage ihre direkte Beziehung zum Kunden/Nutzer, diese wird künftig von Apple wahrgenommen.“

Es sei bezeichnend, dass „New York Times“ und „Washington Post“ mit ihrem starken individuellen Digitalabo-Geschäft nicht zu den Titeln in Apples Abo-Angebot zählten. „Da fehlen also zwei für viele Zeitungsnutzer besonders attraktive Leuchttürme im App-Kiosk.“ Ganz grundsätzlich müsse die Frage gestellt werden, wie Hunderte oder in den USA Tausende Redaktionen ihre personal- und technikaufwendige Arbeit künftig finanzieren sollten, wenn eine Flatrate von gerade einmal 9,99 Dollar im Monat für alle ausreichen solle.

25.4.2019

Wut und Furcht befeuern Social Media-Debatten

Dominieren in Twitter-Kurznachrichten die Emotionen Wut und Furcht, ist die Wahrscheinlichkeit am größten, damit eine Social Media-Diskussion anzuregen. Das zeigten Forscher in groß angelegten Analysen von Online-Reaktionen auf Amokläufe und Anschläge. Während in ersten Reaktionen oft negative Emotionen die Postings dominieren, werden diese später teils von positiveren Tweets abgelöst.

Das Forschungsteam um Ema Kusen und Mark Strembeck vom Institut für Wirtschaftsinformatik und Neue Medien der Wirtschaftsuniversität (WU) Wien wählte für seine im Fachjournal „Applied Network Science“ erschienene Studie fünf tragische Ereignisse als Untersuchungsobjekte aus: Amokläufe bzw. -Fahrten und eine Geiselnahme in einem Supermarkt.

Zur Überraschung der Wissenschaftler gingen persönliche Direktnachrichten zwischen den Nutzern fast nur dann hin und her, wenn im ursprünglichen Posting Furcht oder Wut dominierten. „Bei keiner anderen negativen oder positiven Emotion haben wir sonst bilaterale Kommunikationsbeziehungen gefunden“, sagte Strembeck. Das lege den durchaus beunruhigenden Schluss nahe, „dass wenn jemand eine Nachricht verbreiten möchte – egal ob Propaganda, Fake News oder die Wahrheit – die Wahl hochemotionaler Inhalte, die Wut oder Furcht beinhalten, aus dessen Sicht eine Gute ist“.

Auf diese Weise ließen sich nämlich Antworten provozieren und indirekt die Nachricht selbst weiter verbreiten, wie die Studie nahelegt. Im Gegensatz dazu bleiben andere starke Emotionen wie Freude oder Traurigkeit in der bilateralen Twitter-Kommunikation in der Regel unbeantwortet. Das erkläre auch bis zu einem gewissen Grad, warum etwa politische Social Media-Kampagnen in den vergangenen Jahren vor allem dann erfolgreich waren, wenn sie auf Wut oder Furcht setzten. Hier könne man nun wissenschaftlich fundiert den Finger auf das Phänomen legen, so der Forscher.

Weniger starke Erregung bei Traurigkeit

Warum dem so ist, könne man noch nicht exakt beantworten. Im Gegensatz zur ebenso starken Emotion „Traurigkeit“ gehen Wut und Furcht aber mit starker Erregung einher, die sich offenbar auch ihren Weg in die Social Media-Debatten bahnt. Diese schon in Offline-Experimenten beobachteten Erkenntnisse, findet man laut Strembeck auch in Hunderttausenden echten Twitter-Beiträgen wieder.

Im zeitlichen Verlauf betrachtet, zieht ein Amoklauf unmittelbar großteils Twitter-Nachrichten voller Wut, Traurigkeit und Furcht nach sich, bald danach werden Postings häufiger, in denen Mitgefühl oder Trost ausgesprochen werden. Das sei als Hinweis darauf zu werten, dass die sogenannte „Undoing Hypothese“ zutreffe. Diese besagt, dass Menschen vielfach versuchen, positive Emotionen als eine Art „Gegenmittel“ gegen negative Emotionen einzusetzen.

21.2.2019

INFO-HÄPPCHEN: Aus der Branche

Von Blockchain über Sprachsteuerung bis zum Roboter-Journalismus: Aktuelle Entwicklungen, Trends und Zahlen liefert unser Branchenüberblick.

Welches Potenzial Sprachsteuerung für Medien hat

Ein Report des Reuters Institute of Journalism beleuchtet die aktuelle Nutzung von Voice Devices und nimmt Strategien und Monetarisierungskonzepte von internationalen Medienhäusern unter die Lupe.

Wie Journalisten über ihre Branche denken

Eine Umfrage unter 365 Journalistinnen und Journalisten aus 52 Ländern zeigt, wo die Branche ihre größten Bedrohungen verortet und warum Pressefreiheit als besonders schützenswert erachtet wird.

Was die Blockchain der Medienbranche bringt

Die Blockchain-Technologie könnte für die Medienbranche eine wichtige Funktion übernehmen und Desinformation und Vertrauensverlusten entgegenwirken. Eine Möglichkeit ist, die Entstehung von Inhalten nachvollziehbar zu machen, ist hier zu lesen.

Wo Roboter-Journalismus schon funktioniert

Über Roboter-Journalismus wird viel diskutiert. Wo er tatsächlich schon eingesetzt wird und welche Erfahrungen damit bisher gemacht wurden, steht in diesem Artikel.

21.2.2019

Neues EU-Urheberrecht steht: Verlage jubeln, Kritiker fürchten Zensur

Bessere Verdienstchancen für Verleger, Autoren und Musiker – neue Vorgaben für Internetplattformen wie YouTube und Co: Die EU-Staaten haben nach langen Verhandlungen die Reform der Urheberrechtsrichtlinie beschlossen. Während sich Verleger hochzufrieden zeigten, kam von Verbraucherschützern und Internet-Aktivisten Kritik.

Unterhändler der EU-Staaten und des Europaparlaments haben einen Kompromiss bei der Reform ausgehandelt, die bereits seit 2016 diskutiert wird. Enthalten sind zwei zentrale Neuerungen: Suchmaschinen sollen für das Anzeigen von Artikel-Ausschnitten etwa auf den Google-News-Seiten künftig Geld an die Verlage zahlen. Und Plattformen wie YouTube müssen alles ihnen Mögliche tun, um Urheberrechtsverletzungen zu verhindern.

EU-Kommissionsvizepräsident Andrus Ansip lobte die Pläne. Die Reform mache das Urheberrecht nicht nur fit für das Internetzeitalter, es stärke auch die Rechte normaler Nutzer. "Sie können ohne Furcht vor Strafe hochladen", sagte Ansip. Denn nicht die Nutzer, sondern die Plattformen müssten auf die Einhaltung von Urheberrechten achten.

"Es geht um faire Bezahlung"

Verleger, Autoren und Musiker bekämen mehr Verhandlungsmacht gegenüber Plattformen und Suchmaschinen, um für ihre Werke besser entlohnt zu werden, betonte Ansip. "Es geht um faire Bezahlung." Qualitätsmedien würden damit gestärkt. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger und der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger sehen dies ähnlich. Die Novelle sei eine große Chance für unabhängigen Journalismus in der digitalen Ära, erklärten sie in Berlin. Verlage bekämen erstmals die Chance, mit den großen Plattformen über die Nutzung ihrer Inhalte zu einem fairen Preis zu verhandeln.

Kritiker sehen dies vollkommen anders. Sie stoßen sich vor allem an der Vorgabe an große Internetplattformen, mögliche Verstöße gegen Urheberrechte zu verhindern. Geschützte Werke wie Filme oder Musik müssten demnach lizenziert werden, bevor sie auf den Plattformen landen – oder dürften nicht hochgeladen werden. Die Folge seien "flächendeckende Upload-Filter", kritisierte der Verbraucherzentrale Bundesverband und beklagte die Missachtung von Nutzerrechten.

 

Fragen & Antworten:

Warum ist das Thema so brisant?

Im Zentrum der Diskussion standen vor allem zwei Dinge: das Leistungsschutzrecht für Presseverleger in Artikel 11 und die Einführung sogenannter Upload-Filter in Artikel 13 der Reform. Es ging nach Einschätzung der Kritiker um nichts weniger als die Zukunft des Internets in seiner heutigen Form. Rund fünf Millionen Menschen unterschrieben eine Petition, die sich gegen Teile der Reform richtet. Von allen Seiten wurde versucht, Einfluss auf das Vorhaben zu nehmen. Google, aber auch Wikipedia und Digitalverbände stemmten sich dagegen, Presseverlage, Medienunternehmen und Start-ups sprachen sich vehement dafür aus.

Was soll die Reform überhaupt bringen?

Als die EU-Kommission 2016 den Vorschlag für neue Regeln machte, wollte sie das Urheberrecht ans digitale Zeitalter anpassen. "Ich möchte, dass Journalisten, Verleger und sonstige Urheber eine faire Vergütung für ihre Arbeit erhalten", sagte EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker. Denn Zeitungsverlage, Autoren, Plattenfirmen und andere Rechte-Inhaber erstellen unter teils großem Aufwand Inhalte, die online verbreitet werden – verdienen daran mitunter aber wenig.

Wie sieht die Einigung nun aus?

Zum einen sollen Zeitungsverlage und Autoren mehr für ihre Inhalte bekommen. Suchmaschinen wie Google dürfen nicht mehr ohne weiteres kleine Artikel-Ausschnitte in ihren Suchergebnissen oder bei Google News anzeigen. Vielmehr sollen sie die Verlage um Erlaubnis bitten und gegebenenfalls dafür zahlen.

Zum anderen werden Plattformen wie YouTube nach Artikel 13 stärker in die Pflicht genommen. Geschützte Werke müssen lizenziert werden, bevor sie auf den Plattformen landen – oder dürfen nicht hochgeladen werden. Ausgenommen sind Firmen, die drei Kriterien erfüllen: sie müssen jünger als drei Jahre sein, dürfen einen Jahresumsatz von maximal zehn Millionen Euro und weniger als fünf Millionen Nutzer im Monat haben. In der Realität betrifft das nur wenige Plattformen. Das Parlament hatte eigentlich Ausnahmen für alle Unternehmen mit einem Jahresumsatz von bis zu 20 Millionen Euro gefordert. Das soll vor allem Start-ups und junge Firmen schützen.

Was sagen die Kritiker?

Sie warnen, Plattformen müssten wegen Artikel 13 Uploadfilter einsetzen. Diese sind zwar nicht explizit in der Reform erwähnt. Allerdings müssen die Unternehmen alles ihnen Mögliche tun, um Urheberrechtsverstöße zu verhindern. Kritiker aus fast allen Parteien befürchten, dass die Filter auch legale Inhalte wie Parodien oder Zitate blockieren – und so die freie Meinungsäußerung einschränken. Axel Voss, der die Verhandlungen für das Parlament führte, betonte hingegen, die Einigung habe "nichts mit "Filtern" zu tun, wie das von manchen Unterstützern rechtsfreier Räume im Internet propagiert wird".

Gegner des Leistungsschutzrechts sehen Nachteile für Verlage. Diese seien darauf angewiesen, von Suchmaschinen gelistet zu werden, und hätten daher eine schwache Verhandlungsposition gegenüber Google & Co. Zudem verweisen sie auf Deutschland: Hier gibt es schon seit 2013 ein Leistungsschutzrecht – doch es führt nicht zu nennenswerten Geldzahlungen an die Verlage.

21.2.2019

Zeitungen setzen verstärkt auf Künstliche Intelligenz

Die deutsche Zeitungsbranche steht nach einer Studie vor großen Herausforderungen. Verlage wollen in nächster Zukunft zunehmend Algorithmen einsetzen, etwa bei der Betreuung von Abonnenten und beim sogenannten Roboterjournalismus für Sportberichte, Wetter und Börse.

So planen 46 Prozent der für die aktuelle Erhebung "Trends der Zeitungsbranche 2019" befragten Verlage in den nächsten drei Jahren, Künstliche Intelligenz in den Redaktionen anzuwenden. Die Ergebnisse stellte der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), der die Untersuchung in Auftrag gegeben hatte, in Berlin vor.

Laut der Studie gehen viele Verlage dazu über, ihr Zustellernetz umzubauen. Mit Vollzeitarbeitsplätzen wollen sie ihre Logistik auch für Paket- und Briefbeförderung oder Dienstleistungen rund um E-Commerce einsetzen. Angesichts des Mangels an Arbeitskräften ist es laut BDZV immer schwieriger, ein flächendeckendes Zustellernetz zu sichern. Vollzeitarbeitsplätze könnten die Jobs attraktiver machen. Künstliche Intelligenz soll beispielsweise auch dabei helfen, mit Daten zu verspäteter Zustellung oder Ärger über einzelne Artikel frühzeitig unzufriedene Leser zu erkennen.

Flexible Abo-Modelle sind hoch im Kurs

Unterdessen kommt die Preispolitik der Zeitungen zunehmend auf den Prüfstand. Flexible Abo-Modelle, wie sie etwa bei Handytarifen oder Flugbuchungen längst Realität sind, werden von 79 Prozent der an der Studie beteiligten Verlagshäuser eingesetzt oder sind geplant. Zwar bergen nach Einschätzung der Verlage solche Preisgestaltungen auch Risiken, etwa langjährige Kunden zu verärgern. Doch zwei Drittel sehen darin mehr Chancen als Risiken – in der Hoffnung, neue Leser zu gewinnen oder Abo-Kündigungen zu vermeiden.

Für dieses Jahr erwarten die Verlage ein Reichweitenplus bei der E-Paper-Auflage von 9,2 Prozent und einen Rückgang bei Print um 3,4 Prozent. Bei den Werbeerlösen rechnen sie mit einem Plus von 6,6 Prozent bei Digital und einem Minus von 2,9 Prozent bei Print.

An der Studie beteiligten sich 72 Verleger und Geschäftsführer. Sie repräsentieren 29 Prozent aller deutschen Verlage, nach der Auflage gut die Hälfte (57 Prozent).

Service: Weitere Informationen sind hier abrufbar.

21.2.2019

„W&V“ setzt auf neue E-Paper-Lösung von dpa-digital services

Mit den drei Marken „W&V“, „LEAD“ und „Kontakter“ bietet der W&V-Verlag hochwertige und aktuelle Fachinformationen in den Bereichen Marketing, Medien und Kommunikation. Die gefragten Inhalte der gleichnamigen Magazine stehen den Leserinnen und Lesern jetzt in einer neuen App mit vielen benutzerfreundlichen Funktionen auf Tablet, Smartphone und am PC zur Verfügung. Die Lösung basiert auf der Mobile Publishing Suite (MPS) von dpa-digital services (dpa-ds): Diese beinhaltet ein Komplettpaket zum Publizieren von E-Papers, das Abläufe für den Verlag vereinfacht und eine intuitive User Experience für die Endbenutzer ermöglicht.

Zahlreiche Zeitungen und Magazine aus Deutschland, Österreich und der Schweiz setzen bereits auf die MPS zur Verbreitung und Vermarktung digitaler Inhalte. Mit der Version 5 steht nun eine Reihe neuer Funktionen zur Verfügung. So nutzt etwa auch „W&V“ das sogenannte Dashboard, eine individuell gestaltbare Startseite. Der Verlag kann auf dieser, zusätzlich zu den Magazinen, mit nur wenigen Klicks weitere Angebote aus dem eigenen Haus platzieren und ins Rampenlicht rücken. So werden die Leserinnen und Leser zu jeder Zeit – ohne technischen Mehraufwand für die Redaktion – mit topaktuellen Zusatzinformationen versorgt.

„Gemeinsam mit dpa-ds haben wir eine E-Paper-Lösung geschaffen, mit der wir auf allen gängigen Betriebssystemen vertreten sind“, erläutert Holger Schellkopf, Chefredakteur Digital beim W&V-Verlag. „Mit zusätzlichen Features können wir neben den Magazinen auch andere Verlagsangebote wie Veranstaltungen oder den W&V-Stellenmarkt einbinden. Wir haben mit der MPS einfach mehr Möglichkeiten, ein treffsicheres Informationsangebot für unsere Zielgruppen bereitzustellen.“

Beim Publizieren der digitalen Ausgaben profitiert „W&V“ vom einfachen und ressourcenschonenden Workflow der MPS. Der Verlag liefert die vollständigen Magazine im PDF-Format und kann sich darauf verlassen, dass sowohl die Seitenansichten – wie im Print-Magazin – als auch die Volltexte pünktlich zum Erscheinungstermin in der App abrufbar sind. Als neuer Service für die Endbenutzer steht in der Version 5 auch eine Vorlesefunktion zur Verfügung. Abonnenten von „W&V“ haben zusätzlich die Möglichkeit, ihre Bookmarks auf allen verwendeten Geräten zu verwalten: morgens einen interessanten Artikel am Tablet markieren und auf dem Weg zur Arbeit am Smartphone aufrufen und vorlesen lassen.

„Werbungtreibende Unternehmen, Agenturen und Medien zählen auf unsere starken Marken, um stets mit hochwertigen Fachinformationen versorgt zu sein. Wir wollen für unsere Leser und User ein unverwechselbares und crossmediales Gesamtpaket schnüren, und mit der MPS können wir unsere Inhalte als E-Paper jetzt noch benutzerfreundlicher anbieten. Besonders wichtig ist dabei, dass alle Angebote mobil bestmöglich zur Verfügung stehen“, so Schellkopf.

Zum Monitoring der Inhalte liefert die integrierte Analysefunktion der MPS laufend Informationen über Zugriffszahlen und Nutzerverhalten. Für mehr Komfort für die End-User sorgen unter anderem ein Fortschrittsmarker, der zu der Textstelle zurückführt, an der aufgehört wurde zu lesen, und die Archivsuche, die das Blättern und Recherchieren in älteren Ausgaben ermöglicht.

17.12.2018

INFO-HÄPPCHEN: Aus der Branche

Von automatisierter Content-Auslieferung über Desinformation bis zur Video-Monetarisierung: Aktuelle Entwicklungen, Trends und Zahlen liefert unser Branchenüberblick.

Wie man Content-Stücke automatisiert verteilt

BuzzFeed ist auf vielen Ausspielkanälen prominent vertreten. Künstliche Intelligenz und Automatisierung helfen, die Inhalte an die jeweilige Zielgruppe zu verteilen. Wie genau das funktioniert und welche Rückschlüsse aus Dashboards gezogen werden können, ist in dieser Meldung nachzulesen.

Was die Zukunft für den deutschen Medienmarkt bringt

Wie es um den deutschen Medienmarkt bestellt ist und wohin er sich bis zum Jahr 2022 entwickeln könnte, beleuchtet eine aktuelle Analyse der Unternehmensberatung pwc. Von Bewegtbild über E-Privacy bis zu Künstlicher Intelligenz reicht dabei die Palette. Der Umsatz mit digitalen Medien verzeichnet jedenfalls zweistellige Zuwachsraten.

Für welche Medienprodukte Geld in die Hand genommen wird

Konsumenten wollen künftig für Medienprodukte tiefer in die Tasche greifen – aber nicht unbedingt für Magazine und Zeitungen. Der Trend geht in Richtung neuer und digitaler Angebote. Weitere Ergebnisse des „Trendmonitor Deutschland“ des Marktforschungsinstituts Nordlight Research sind in diesem Bericht zu finden.

Wie man Video-Content erfolgreich monetarisiert

Nach Wegen, Video-Content zu monetarisieren, suchen viele Medienhäuser. Denn eines steht wohl fest: Das Thema ist gekommen, um zu bleiben. Vier Möglichkeiten – Abo-Modelle, Produktbündel, Live-Streams und digitale Bildungsangebote – werden in diesem Artikel aufgezeigt.

Was ein Zeitungskiosk voller falscher Schlagzeilen bringt

"Trump sagt, Amerika hätte Kanada nie seine Unabhängigkeit geben dürfen“: Diese und andere Schlagzeilen standen kürzlich auf Publikationen an einem Zeitungskiosk in New York. Sie waren alle genau so im Internet zu finden, sind aber komplett falsch. Was die "Columbia Journalism Review", die Zeitschrift der journalistischen Fakultät der New Yorker Elite-Universität Columbia, mit der Aktion erreichen will, ist hier nachzulesen.

17.12.2018

„MPS-Community“: Wohin geht die Reise beim E-Publishing?

E-Publishing ist im Jahr 2018 kein Thema mehr, das von Verlagen nebenbei erledigt wird. Aktuelle Statistiken der IVW weisen Wachstumsraten von 15% im Vergleich zum Vorjahr auf. In einer Branche in der Auflageneinbußen an der Tagesordnung stehen ist das eine wohltuende Abwechslung. Der Bereich „Digitales Publizieren“ ist längst zu einer essentiellen Umsatzsäule der Verlagshäuser herangewachsen.

Mit steigenden Abo- und Kundenzahlen verändern sich auch die Anforderungen an die Produkte. Hohe Verfügbarkeiten und Stabilität der Apps sind mittlerweile keine Alleinstellungsmerkmale mehr, sondern werden, zu Recht, vorausgesetzt. Vielmehr rückt das Kundenverhalten und deren Bedürfnisse in den Mittelpunkt. Was erwarten LeserInnen? Wie und was wird gelesen? Und überhaupt: was bewegt LeserInnen dazu Abos abzuschließen und diese auch zu verlängern?


Diese Themen und deren Lösungen waren daher das diesjährige Thema des „MPS-Community“-Events, zu dem die dpa-digital services ihre Kunden der Mobile Publishing Suite (MPS) gemeinsam mit dem Wiener Technologiepartner APA-IT einlud. Bei der im November  in Hamburg stattgefundenen Veranstaltung konnten die Teilnehmer einem Blick in die Zukunft des digitalen Publizierens werfen und gleichzeitig ihre eigenen Verlags-Anforderungen einbringen und sich mit Branchenkollegen intensiv austauschen. 

Nach der Eröffnung durch dpa-Geschäftsführer Peter Kropsch und einen Rückblick auf das vergangene Jahr wurde die Aufmerksamkeit auf die Zukunft gelegt, die „MPS V6“ heißt. Scribbles, Mock-Ups und unzählige Feedbackrunden waren diesem Moment vorausgegangen. Diesem Moment, in dem Verlage erstmals einen Blick auf die neue Version werfen konnten. Und nicht nur das: es lagen auch genügend iOS & Android Devices bereit, mit denen man die Apps selbst ausprobieren konnte. 


Neben einem kompletten Re-Design des User Interfaces und Usabilityverbesserungen wurde auch das Dashboard, die Startseite und digitales Schaufenster in die Verlagswelt, weiter optimiert. Neben der prominenten Platzierung der aktuellen Zeitungsausgabe gibt es eine Vielzahl an zusätzlichen Content-Elementen. Die Möglichkeiten sind so divers wie das Verlagsportfolio selbst: Werbe- oder Verlagsbeilagen, Magazine, Echtzeit-Newselemente, interaktive Spiele wie z.B. Sudoku, Gewinnspiele und Verlagsshops sind nur ein paar der verfügbaren Erweiterungen.

Außerdem stand das zukunftsweisende Thema Analytics auf der Agenda. DSGVO-konforme Daten sammeln ist das Eine – die große Kunst ist es, Daten so aufzubereiten, um rasch und ohne großen Aufwand Erkenntnisse daraus ziehen zu können. Im besten Falle ohne die Dienste von Data Scientists in Anspruch nehmen zu müssen. Welche Artikel waren erfolgreich, wie lange wurden diese durchschnittlich gelesen? Welche Funktionen verwenden die LeserInnen vermehrt? Auf diese Fragen gibt es in der MPS Version 6 antworten: automatisiert erstellte Auswertungen geben den Verantwortlichen einen schnellen Überblick über die Performance von publizierten Ausgaben und zeigen welche Inhalte die LeserInnen zum Verweilen bewegt haben. Auch ein Frühwarnsystem für drohende Abokündigungen steht den Verlagen zur Verfügung und ermöglicht es KundInnen, die schon länger keine Ausgaben mehr gelesen haben, mit maßgeschneiderten Angeboten zum Comeback zu bewegen.

Im Bereich Analytics arbeitet die dpa – digital services eng mit der dpa-Unit „Performing Content“ zusammen. Was das Team rund um Katja Fleischmann und Meinolf Ellers im Bereich Content und Conversion schafft, findet mit der MPS V6 den Weg zu den LeserInnen.

Weil niemand die Leserschaft besser kennt als die Verlage selbst, wurde einmal mehr die Einladung ausgesprochen, aktiv an der Weiterentwicklung der Mobile Publishing Suite mitzuwirken. Dazu werden in periodischen Abständen kurze Umfragen ausgesendet um zukünftige Produktfeatures gemeinsam zu priorisieren. Die erste Runde dieser Befragungen wird noch vor Weihnachten versendet werden.

Aber nicht nur das Produkt stand im Mittelpunkt der Veranstaltung, die nicht umsonst das Wort „Community“ im Namen trägt. Genauso wichtig ist stets der Austausch der Verlage untereinander. Welche Maßnahmen begeistern die LeserInnen? Wie werden einzelne Produktfeatures gezielt eingesetzt? Der gemeinsame Tenor der TeilnehmerInnen war: lasst uns das doch regelmäßiger machen! Dem kommt die dpa-digital services gerne nach und wird über das Jahr verteilt in Newslettern von Best-Cases aus der MPS-Verlagswelt berichten.

Am Ende waren sich alle TeilnehmerInnen einig: mobiles Publizieren wird auch 2019 weiterwachsen und mit der MPS V6 überlassen wir nichts dem Zufall, sondern gehen fokussiert gemeinsam voran.

Version 6 der Mobile Publishing Suite erscheint im Januar 2019 für Android, iOS und als webbasiertes e-Paper. Für Rückfragen & nähere Infos wenden Sie sich gerne per E-Mail oder telefonisch an Sebastian Ruuli: sebastian.ruuli@dpa-digitalservices.com / +49-40-4113-32927

17.12.2018

Digitale Verlagsangebote im Aufwind, Print stabil

Die digitalen Zeitungs- und Zeitschriftenangebote werden immer populärer. Gleichzeitig bleiben die gedruckten Ausgaben relativ stabil. Online-News und E-Paper haben Nutzer in allen Alterssegmenten hinzugewonnen, geht aus dem „Media Consumer Survey 2018“ des Unternehmensberaters  Deloitte hervor.

Der Anteil der Leser von E-Paper-Zeitungsausgaben ist innerhalb von zwei Jahren um rund 35 Prozent gestiegen, bei kostenpflichtigen Einzelartikeln beträgt das Plus rund 50 Prozent. Trotz dieses digitalen Schubs kommt es laut der Umfrage zu keiner Verdrängung traditioneller Formate. Altersübergreifend lesen 34 Prozent der Deutschen täglich eine gedruckte Zeitung, vor zwei Jahren lag der Anteil bei 33 Prozent. Außerdem sind immer mehr Mediennutzer bereit, für News-Artikel im Internet zu zahlen. 15 Prozent greifen mindestens einmal pro Woche auf entsprechende Paid-Content-Angebote zurück.

Auch die Printausgaben von Zeitschriften weisen gegenüber der letzten Erhebung 2016 stabile Nutzerzahlen auf. Zunehmend gefragt sind aber E-Paper – vor allem bei den mittleren Altersgruppen – und digitale Flatrate-Angebote. Den Angaben zufolge lesen 48 Prozent der Befragten zwischen 25 und 34 Jahren inzwischen mindestens einmal pro Woche das E-Paper einer Zeitschrift.

Video on Demand wächst rasant

Bei anderen klassischen Medien sieht es nicht so rosig aus. Die Zahl der regelmäßigen Nutzer von Video-on-Demand-Abonnements ist in Deutschland seit 2016 um 80 Prozent gestiegen, bei Musik-Streaming beträgt das Plus 40 Prozent. Diese Entwicklung geht laut den Experten zulasten des linearen Fernsehens und Radios. Nur die Generation 65+ schaut unvermindert häufig TV. Bei Büchern ist die Zahl der regelmäßigen Leser gegenüber 2016 gestiegen. E-Books boomen aber gleichermaßen, vor allem in den mittleren Alterssegmenten.

„Einerseits setzt sich der Digitaltrend klar fort, die Akzeptanz digitaler Medien hat in den vergangenen zwei Jahren weiter zugenommen. Auf der anderen Seite feiern ‚reale‘ Medienprodukte ein kleines Comeback“, so Klaus Böhm, Leiter des Bereichs Media & Entertainment bei Deloitte.

Für den „Media Consumer Survey 2018“ wurden im Auftrag von Deloitte 2.000 Konsumenten in Deutschland im Alter zwischen 14 und 75 Jahren in einer Online-Untersuchung befragt.

17.12.2018

E-Paper aus Oberbayern: „OVB“ bleibt aus Tradition innovativ

Die OVB Heimatzeitungen, die mit ihren sieben Regionalausgaben täglich insgesamt 242.000 Leser in der Region Rosenheim und Umgebung erreichen, bieten jetzt alle Tageszeitungen, Magazine und eine Vielzahl an Beilagen mit einer neuen E-Paper-App für mobile Endgeräte an. Der Verlag setzt dabei auf die Mobile Publishing Suite (MPS) von dpa-digital services (dpa-ds), um bestmögliche Benutzerfreundlichkeit für die Leser und schlanke Workflows für die Redaktion in Einklang zu bringen.

„Traditionsbewusstsein und Heimatverbundenheit gehen bei uns Hand in Hand mit Innovation. Die Menschen in unserer Region können sich seit mittlerweile über 160 Jahren darauf verlassen, täglich von uns mit einem hochwertigen Nachrichten- und Informationsangebot versorgt zu werden. Um das auch in einer sich rasant wandelnden Medienwelt gewährleisten zu können, setzen wir unter anderem auf einen starken Ausbau im Bereich E-Paper“, erläutert Florian Schiller, Geschäftsführer OVB24 und Verantwortlicher für Digitalstrategien bei den OVB Heimatzeitungen.

Was die Technologie dafür betrifft, fiel die Wahl auf die Mobile Publishing Suite, eine White-Label-Lösung, die bereits zahlreiche Verlage, Zeitungen und Magazine im deutschsprachigen Raum einsetzen. Damit werden Print-Inhalte so dargestellt, dass sie auch auf kleinen Bildschirmen von mobilen Geräten angenehm zu lesen sind. Artikel werden – je nach gewünschtem Format – wie in der gedruckten Zeitung angezeigt oder als Volltext wie auf einer Website. Die OVB-App bietet mit dem sogenannten „Dashboard“ eine übersichtliche Startseite, auf der die jeweilige Regionalausgabe ausgewählt oder auch in Magazinen und anderen Beilagen geschmökert werden kann. Damit steht alles aus der Verlagswelt intuitiv und von überall mit Smartphone oder Tablet abrufbar zur Verfügung.

„Für uns ist es wichtig, eine zuverlässige und hochwertige Lösung anzubieten, um am digitalen Abo-Markt zu punkten – eine Lösung, die unserem hochwertigen journalistischen Angebot entspricht. Die MPS erfüllt alle Anforderungen und besticht vor allem durch innovative Funktionen und die einfache Bedienung. Dass unsere Leser das auch so sehen, zeigen die jüngsten Erfolge – im Zeitraum von nur drei Monaten hat sich die Anzahl der aktiven App-User verdoppelt“, so Schiller.

Durch die integrierte Vorlesefunktion stehen die Inhalte aller sieben Regionalausgaben der OVB Heimatzeitungen jetzt auch im Audio-Format zur Verfügung. Das Lesezeichen-Feature erlaubt es, markierte Artikel auf allen verwendeten Geräten zu verwalten: tagsüber interessante Beiträge am Smartphone markieren und abends am Tablet aufrufen und in Ruhe lesen. Durch das Speichern ganzer Ausgaben stehen diese auch bei nicht vorhandener Internetverbindung zur Verfügung – ein Vorteil vor allem für die vielen Pendler aus der Region. Die umfangreichen Analysefunktionen der MPS runden das Gesamtpaket ab, sodass der Verlag immer auf dem neuesten Stand ist, was Zugriffszahlen und Nutzerverhalten betrifft.

21.2.2018

Paid Content weiter im Aufwind

Der Umsatz der deutschen Publikumspresse mit digitalen Bezahlinhalten legte im Jahr 2017 um 16 Prozent auf 320 Mio. Euro zu, ergibt eine Marktanalyse des Branchendienstes pv digest. Seit 2013 (140 Mio. Euro) habe sich der Paid Content-Markt somit mehr als verdoppelt.

Der Großteil – knapp 80 Prozent – stammt aus dem Verkauf der E-Paper, Paywalls und Apps von Tageszeitungen. Die Hälfte davon entfällt den Angaben zufolge auf die „digital only“-Aboangebote der regionalen Tageszeitungen. Neun Prozent ergeben sich aus dem Verkauf von Digitalprodukten als Aufpreisangebote für Print-Abonnenten. Derselbe Anteil geht an die Bild-Zeitung.

Die deutschen Publikumszeitschriften insgesamt kommen mit ihrem beispielsweise auch Parkplatzguides für Wohnmobilurlauber umfassenden Angebot laut den Schätzungen mit 22 Prozent auf geringere digitale Bezahlumsätze als die sechs überregionalen Tageszeitungen (23 Prozent). 

21.2.2018

Lokalnachrichten im Netz immer wichtiger

Die Politik im Rathaus, Reportagen aus dem Umland oder Neuigkeiten aus der Nachbarschaft – Zeitungen setzen immer stärker auf exklusive lokale und regionale Nachrichten im Internet.

Nach einer Trendstudie im Auftrag des Verlegerverbands BDZV unter knapp 100 Verlagen gaben rund zwei Drittel (68 Prozent) an, dass Leitartikel zu regionalen Themen, investigative Recherche und Kommentare zur Lokalpolitik hohe Priorität für ihre Bezahlangebote im Netz hätten.

Unter den Lesern wachse die Zahlungsbereitschaft für solche Inhalte, sagte Alexander Kahlmann von der Unternehmensberatung Schickler. Sie hatte im Auftrag des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) 94 Verlage befragt, auf die 54 Prozent der Auflage von täglich 14,7 Millionen Zeitungsexemplaren in Deutschland entfallen.

Exklusivität und Regionalisierung trieben die Paid Content-Modelle an. Das habe wenig mit Algorithmen und viel mit Journalismus zu tun, sagte BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff.

68 Prozent setzen auf "Freemium"

Die Zeitungen haben 205 kostenpflichtige Angebote ins Netz gestellt (2017) mit unterschiedlichen Zahlungsmodalitäten. Sie reichen von der harten Bezahlschranke (9 Prozent) über eine Mischung aus Gratisangebot und Bezahlung ("Freemium", 68 Prozent) bis zum eingeschränkten Artikelabruf ("metered", 22 Prozent).

Laut der Studie "Trends der Zeitungsbranche 2018" sei bei den Zeitungen der rasante digitale Wandel angekommen. "Bisher haben alle über Innovation geredet, jetzt wird sie strukturell verankert", sagte Kahlmann. Der Wandel reiche von der Redaktion bis zur Werbevermarktung für Print und Digital aus einer Hand. Allerdings sei es für Regionalzeitungen schwierig, Digitalfachleute an ihre Standorte zu locken. In der Studie ist von einem "Krieg um die Talente" auf dem Arbeitsmarkt die Rede.

Service: BDZV-Studie

21.2.2018

INFO-HÄPPCHEN: Aus der Branche

Von der Blockchain über smartes Kuratieren bis zum Platzen der „Video-Blase“: Aktuelle Entwicklungen, Trends und Zahlen liefert unser Branchenüberblick.

 Warum Video-Lemminge bald an ihre Grenzen stoßen

Der „Video-Wahn“ der Medienhäuser wird 2018 enden, weil er nicht refinanzierbar ist. Diese These vertritt Thomas Knüwer in einem Podcast über das aktuelle Medienjahr. Außerdem beleuchtet er die digitalen Investitionen in Verlagen, Paid Content und Bots im Einsatz für Medienunternehmen.

Wie smartes Kuratieren zum Erfolg führen kann

Verleger sollten ihre Skepsis gegenüber dem Kuratieren von Inhalten ablegen. Ein Link, der von einer vertrauenswürdigen Quelle stamme, sei für die Leser von unschätzbarem Wert. Sie würden immer wieder zu ihrer wertvollen Nachrichtenquelle zurückkommen, heißt es in diesem Beitrag.

Was die Blockchain den Medienhäusern bringt

Welche Chancen die Blockchain für die Medienwirtschaft bietet – von Werbung, Content bis Vertrieb und Lizenzen – und warum jetzt die Zeit zum Experimentieren ist, wird in diesem Gastkommentar erklärt.

Weshalb die New York Times der SMS abschwört

Die New York Times experimentiert bei den Olympischen Spielen wieder und setzt auf Personalisierung nach den Interessen der Leser. Kommuniziert wird allerdings per Handy-App statt wie bei vorangegangen Veranstaltungen per SMS. Was damit bezweckt wird, ist hier zu lesen.

21.2.2018

Verlage fürchten E-Privacy-Verordnung

Verleger in Deutschland erwarten massive negative Auswirkungen der geplanten E-Privacy-Verordnung der EU auf die Medienlandschaft. Der Wettbewerb mit großen Plattformbetreibern wie Facebook werde dadurch weiter verzerrt, so das Ergebnis einer Studie im Auftrag des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ). Die befragten Manager aus der Verlagsbranche rechnen mit erheblichen Umsatzrückgängen im digitalen Werbegeschäft, wie der Verband mitteilte.

VDZ-Präsident Rudolf Thiemann forderte die Bundesregierung auf, sich der geplanten E-Privacy-Verordnung entgegenzustellen. Den erwarteten wirtschaftlichen Schaden für die gesamten digitalen Werbeumsätze aller Websites – inklusive der nicht-journalistischen, aber ohne Google und Facebook – beziffern die Experten in der Studie auf "deutlich über 300 Millionen Euro pro Jahr".

Geschäftsmodelle bedroht

Die E-Privacy-Richtlinie ist Bestandteil der neuen europäischen Datenschutzgrundverordnung zu EU-weit einheitlichen Standards beim Schutz persönlicher Daten von Internetnutzern. Wann sie in Kraft tritt, ist noch nicht sicher. "Die Vorschläge zur E-Privacy-Verordnung entziehen insbesondere den offenen Verlagsangeboten im Internet weithin die Grundlage für ihre Geschäftsmodelle", so Thiemann.

Eine Mehrzahl der befragten Manager geht davon aus, dass Medien ihre Inhalte künftig nur noch für eingeloggte Nutzer anbieten werden. Damit werde die Durchsetzung von Bezahlinhalten erheblich erschwert. Dagegen würden die großen Plattformen wie Facebook, Amazon und Google nach Einschätzung der befragten Manager wegen der hohen Zahl bereits registrierter Nutzer von der geplanten E-Privacy-Verordnung profitieren.

Service: Charts zur Studie

18.12.2017

Forscher: Fake News lassen sich an Netzwerkstruktur erkennen

Fake News lassen sich allein an der Struktur der User-Interaktionen erkennen. Wie der israelische Physiker und Netzwerkforscher Shlomo Havlin sagte, könne "ohne Kenntnis des Textes nur durch Analyse der Netzwerkstruktur mit hoher Genauigkeit zwischen Fake und Real News unterschieden werden“, erklärte Havlin, einer der meistzitierten Forscher Israels, kürzlich in Wien. 

Anhand von Daten aus China und Japan konnte Havlin gemeinsam mit chinesischen und japanischen Forschern zeigen, dass sich die Struktur des Fake News-Netzwerks – also wie Menschen Fake News teilen, kopieren und damit interagieren – stark von jenen Netzwerken unterscheidet, in denen mit anderen Themen interagiert wird. "Bereits rund 100 Minuten nachdem eine Fake News kopiert und geteilt wurde, lassen sich große Unterschiede feststellen", sagte der theoretische Physiker von der Bar-Ilan Universität in Tel Aviv (Israel) über seine Arbeit, die seinen Angaben zufolge bald publiziert wird. 

Es ist die zweite Arbeit binnen kurzer Zeit, in der sich der 75-Jährige dem Phänomen "Fake News" aus Netzwerk-Sicht genähert hat. Im Sommer hat er gemeinsam mit der venezianischen Komplexitätsforscherin Fabiana Zollo in einer im Journal "Plos One" veröffentlichten Arbeit gezeigt, dass systematisches Aufdecken von Pseudowissenschaft, Verschwörungstheorien oder Fake News in sozialen Netzwerken nicht wirkt, ja sogar kontraproduktiv ist. Solche Einwände würden ignoriert, gleichzeitig steige danach die Aktivität in der entsprechenden Echokammer. 

Schwerpunktmäßig beschäftigt sich Havlin mit der Stabilität komplexer Systeme und Netzwerke wie dem Internet, dem Klima, Verkehr oder dem Städtewachstum sowie der zunehmenden Anfälligkeit von voneinander abhängigen Netzwerken.

18.12.2017

VDZ-Präsident: Kritik an „Hydra“ Facebook und Öffentlich-Rechtlichen

Nach Überzeugung von Rudolf Thiemann wird es noch lange Zeitschriften geben. Die Zeiten von Megaauflagen seien aber vorbei. Im Internet sieht der neue VDZ-Präsident die Dominanz von Google & Co. bei der Werbung genauso kritisch wie die Angebote von ARD und ZDF. 

Insgesamt hält Thiemann, der Anfang November als Nachfolger von Stephan Holthoff-Pförtner an die Spitze des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) gewählt wurde, die Aussichten der Branche aber für positiv: "Die Leute wollen lesen, sie werden lesen, die Zeitschrift wird noch lange, lange leben." 

Frage: Wenn man sich am Zeitungsregal umschaut, die Auswahl wird immer breiter.

Antwort: Wir können froh sein, dass die Zeitschriftenwelt, auch wenn wir uns von den Megaauflagen verabschiedet haben, so innovativ ist. Jeden Monat werden in Deutschland rund 240 Millionen Euro für Zeitschriften ausgegeben. Jährlich haben wir 150 neue Titel, natürlich werden auch einige wiedereingestellt, aber 40 Prozent der Titel am Markt sind weniger als zehn Jahre alt. 

Frage: Aber die Zeitschrift für alle gibt es nicht mehr?

Antwort: Es gibt eine Fragmentierung der Interessen der Gesellschaft, die von den Medienmachern widergespiegelt wird. Das finde ich auch großartig an der deutschen Magazinwelt. Immer wenn es irgendein neues Hobby gibt oder irgendeinen Sport, dann gibt es bald eine Zeitschrift dazu. Und wenn diese Erfolg hat, bald die zweite und die dritte, das sieht man bei "Landlust". 

Frage: Der Trend zum Wachstum in der Nische – kann das immer weitergehen? Ist der nicht irgendwann zu Ende?

Antwort: Es wird immer innovative Verlage geben, und die Eintrittschancen für kleinere Verlage sind auch besser geworden. Es heißt heute, schneller entwickeln, schneller scheitern, falls man scheitert, und dann macht man was Neues. Ich glaube, weil es immer wieder neue Themen gibt, wird es auch immer wieder neuen Lesestoff geben. Ich werde oft gefragt, wird es noch Zeitschriften geben in 10 oder 50 Jahren? Es wird immer Interesse an gut gemachten Inhalten von Zeitschriften geben. 

Frage: Aber bei der Werbung wird es für Zeitschriften angesichts der Konkurrenz von Google und Facebook immer schwerer.

Antwort: Wir haben sinkende Auflagen, aber wir hatten noch nie so große Reichweiten. Die Werbekunden schalten Anzeigen, wenn wir nachweisen, dass es besser ist, bei uns zu werben. Die Skepsis bei den großen Werbetreibenden wächst, dass die Klickwirtschaft nicht nachweisen kann, was sie bringt. Da müssen wir uns anstrengen, der werbenden Wirtschaft nachzuweisen, dass in unseren Umfeldern besser geworben werden kann, dass es effektiver und effizienter ist. 

Frage: Wie ernst nehmen Sie die Konkurrenz auf dem Werbemarkt durch die Global Player?

Antwort: Amazon hat gerade 2000 Vermarkter eingestellt, die haben eine Durchdringung des Marktes erreicht, wo sie sagen, wir wollen jetzt auch Werbung verkaufen – und sie werden sich auch mit Medien befassen, davon bin ich überzeugt. Im digitalen Bereich haben die großen Global Player 70 bis 80 Prozent der Werbung abgeschöpft, das Wachstum bekommen sie fast komplett. 

Frage: Sind Google und Facebook nur Gegner? Auch Verlage profitieren ja von beiden.

Antwort: Das ist ja das Kuriose, auch die Öffentlich-Rechtlichen sagen genau wie die privaten: "Diskutieren Sie mit uns weiter auf Facebook." Wenn Sender oder Verlage außerdem ihre Inhalte bei Facebook einstellen, bekommen sie eine größere Reichweite, und Facebook wird gleichzeitig bedeutender. Das ist ein sich selbst nährendes System, eine Hydra. Darüber muss man nachdenken, was lässt sich dem entgegensetzen? 

Frage: Derzeit wird auch darüber diskutiert, was den Öffentlich-Rechtlichen im Netz erlaubt ist.

Antwort: Es kann nicht sein, dass die Begrenzung öffentlich-rechtlicher presseähnlicher Angebote aufgeweicht wird. Diese Angebote sind ja nicht kostenlos, auch wenn sie dem User kostenlos erscheinen. Es ist keine Frage, dass der Wettbewerb verzerrt wird, wenn die öffentlich-rechtlichen Sender so etwas kostenlos anbieten. Wenn die Ministerpräsidenten hier keine klare Schranke setzen, dann ist vollkommen klar, dass vielen Verlagen das Wasser im Internet abgegraben wird. Wenn das geöffnet würde, würde der Finanzbedarf der Öffentlich-Rechtlichen auch viel größer werden. 

Frage: Wie sehen Sie die langfristigen Perspektiven für die Printbranche?

Antwort: Wir können gut in die Zukunft schauen und auch selbstbewusst, denn alles ist Content, unsere Gesellschaft lebt von Content. Und Content heißt, wir beschreiben die Welt, wir haben unsere Meinung dazu, wir haben unser Lebensgefühl. Die Menschen werden früher oder später merken, was ist Fake und was nicht Fake, was verdient Vertrauen und was nicht. Die Leute wollen lesen, sie werden lesen, die Zeitschrift wird noch lange, lange leben. 

ZUR PERSON: Rudolf Thiemann, geboren 1955 in Hamm, hat in Münster Jura studiert und dort auch promoviert. Seit 1986 gehörte er der Geschäftsleitung der Liborius Verlagsgruppe an. Die Geschäftsführung des Familienunternehmens mit mehr als 100-jähriger Tradition übernahm er 1993, seit 1998 ist er Inhaber und Verleger. Bereits im Jahr davor wurde Thiemann VDZ-Vizepräsident, Anfang November 2017 dann VDZ-Präsident als Nachfolger von Stephan Holthoff-Pförtner. Thiemann ist verheiratet, Vater von vier Kindern und lebt in München. 

Interview: Andreas Heimann, dpa

18.12.2017

Neue Plattform für Virtuelle Realität gestartet

Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) hat eine Wissensplattform für sogenannte Virtual- oder Mixed- Reality-Lösungen online gestellt. Die Initiative richtet sich vor allem an Unternehmen und will Möglichkeiten für den professionellen Einsatz der neuen Technologien erschließen und aufzeigen. 

Noch vor gar nicht langer Zeit galt 2017 als das Jahr des Durchbruchs für Virtuelle Realität, aber dazu kam es bisher nicht. "Alle warten noch immer auf den "iPhone-Moment", doch die überschwängliche Begeisterung ist bislang ausgeblieben, sagte Jonas Larbalette, VR-Experte des Partners MediaCom.

Ob es nun um Mixed Reality, Virtual oder Augmented Reality geht, die Plattform will die verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten sammeln und der Öffentlichkeit zugänglich machen. Ein Projekt lässt sich mit wenig Aufwand einstellen und steht dann allen Interessenten als Beispiel zur Verfügung. Eine der großen Herausforderungen sei die Komplexität der Technologie, hieß es. Deshalb bestehe hoher Bedarf an einer zentralen Instanz, die Umsetzungen sammelt, klassifiziert und eine gemeinsame Diskussions- und Inspirationsgrundlage bildet.

Gerade im Unternehmens-Einsatz wird den neuen Technologien nach wie vor großes Potenzial zugesprochen. Dabei dürften sich Lösungen für virtuelle Realität, bei der der Nutzer über ein Headset komplett in eine künstliche Welt eintaucht, vor allem im Trainingssektor und zur Überbrückung geografischer Distanzen eingesetzt werden, schätz Tobias Lucas vom Beratungshaus Accenture. Augmented Reality, bei der in die reale Umgebung virtuelle Gegenstände eingefügt werden, werde sich künftig jedoch ein deutlich größeres Einsatzfeld erschließen. 

Service: Plattform Realities Of The World (http://realitiesoftheworld.de/) 

18.12.2017

INFO-HÄPPCHEN: Aus der Branche

Von Künstlicher Intelligenz im Journalismus über mobiles Storytelling bis zu digitalen Visionen: Aktuelle Entwicklungen, Trends und Zahlen liefert unser Branchenüberblick.

Warum die Post-Privacy-Ära bevorsteht

Der Medienriese Schibsted hat seinen „Future Report 2018“ veröffentlicht. Die Palette der darin umrissenen Themen reicht von künstlicher Intelligenz über Post-Privacy bis zur Faktentreue im Journalismus. Download unter https://futurereport.schibsted.com/.   

Wie man mobiles Storytelling verbessert

Worauf es beim mobilen Storytelling ankommt, welche visuellen Tools gut ankommen und was es mit der „Trump Snooze-Funktion” auf sich hat, ist hier zu lesen. 

Was die New York Times richtig macht

Warum man auf eine Abo-First-Strategie setzt und wie wichtig die Kraft der Marke ist, wenn es um Werbung in einem seriösen Umfeld geht, erklärt New York Times-Chef Mark Thompson in einem Interview. 

Welche Vorteile KI-Medien bieten

Künstliche Intelligenz beeinflusst die Medienlandschaft immer stärker. Denn letztendlich sind KI-Medien häufig günstiger, leistungsfähiger und schneller, zeigt sich Goldmedia-Geschäftsführer Klaus Goldhammer in diesem Beitrag überzeugt.

19.10.2017

Branchen-News

Von Storytelling über Datenjournalismus und Innovationskultur bis zu Streamingdiensten: Aktuelle Entwicklungen, Trends und Zahlen liefert unser Branchenüberblick. 

Was CNN mit dem Portal "The Great Big Story" vorhat

Nicht klassisches Nachrichtenfernsehen machen, sondern möglichst spannende und interessante Geschichten aus der ganzen Welt erzählen, will CNN auf dem Portal "The Great Big Story“, erklärt Digitalchef Andrew Morse in diesem Bericht. 

Netflix und Co. schlagen Mediatheken der TV-Sender

Bei den jungen Mediennutzern sind die kostenpflichtigen Streamingdienste auf dem Vormarsch. Die traditionellen TV-Marken befinden sich hingegen in einer bedrohlichen Lage, ist hier zu lesen. 

Datenjournalismus bleibt politiklastig und arbeitsintensiv

Datenjournalismus hat sich in den vergangenen Jahren nicht großartig verändert. Von einer großen Revolution ist (noch) keine Rede, zeigt dieser Bericht. 

Verleger sehen Innovationskultur als größte Herausforderung

Das größte Risiko für Nachrichtenorganisationen sind nicht fehlende Geschäftsmodelle oder Disruption durch Google und Facebook, sondern der Unwille zur Innovation, ergibt eine Umfrage.

19.10.2017

Internet für politische Information so wichtig wie Zeitungen

Das Internet ist einer Umfrage zufolge als Informationsquelle für politische Themen mittlerweile fast genauso wichtig wie Tageszeitungen. 73 Prozent der Befragten gaben an, sich im Internet über Politik zu informieren, wie aus der repräsentativen Erhebung im Auftrag des Digitalverbands Bitkom hervorgeht. "Das Internet wird für die politische Meinungsbildung weiter an Relevanz gewinnen", sagte Bitkom-Präsident Achim Berg in Berlin. 

Tageszeitungen nannten demnach 74 Prozent der Befragten als Informationsquelle. Das Fernsehen bleibt mit einem Anteil von 92 Prozent für die Bundesbürger aber weiterhin das Informationsmedium Nummer eins, gefolgt von persönlichen Gesprächen (79 Prozent). Der Anteil derjenigen, die sich online auf dem Laufenden halten, stieg seit 2013 um 13 Prozentpunkte. Aber auch heute informieren sich lediglich 34 Prozent der Menschen ab 65 Jahren im Netz. Der Bitkom sieht darin den Beleg, dass besonders ältere Menschen besser abgeholt werden müssten, damit sie nicht ins digitale Abseits geraten. 

Journalistische Medien erste Wahl

Unter den befragten Nutzern informieren sich etwas mehr als die Hälfte täglich im Netz über politische Themen, 19 Prozent tun dies zumindest mehrmals die Woche. Zur ersten Wahl gehörten dabei überwiegend journalistische Medien, sagte Berg. An erster Stelle würden Websites von TV-Sendern, klassischen Printmedien, Startseiten von E-Mail-Providern und Mediatheken genannt. Zu den populärsten Social-Media-Diensten gehören demnach Twitter (36 Prozent) und Facebook (35 Prozent), gefolgt von den Karrierenetzwerken Xing (27 Prozent) und LinkedIn (23 Prozent). 

Bundestagsabgeordnete halten die Präsenz in sozialen Medien heute offenbar für weitgehend unverzichtbar, das hat dem Bitkom zufolge ein Hamburger Wahlbeobachter ermittelt. Demnach sind lediglich drei Prozent der Abgeordneten nicht in sozialen Netzwerke aktiv. Spitzenreiter sei dabei Facebook, das von 92 Prozent der Abgeordneten genutzt werde, hieß es. Dann folgten Twitter (61 Prozent) und Instagram (31 Prozent), Snapchat spiele mit 2 Prozent kaum eine Rolle. Dabei könnten dort besonders die jungen Wähler abgeholt werden, sagte Berg.

19.10.2017

Verleger beklagen staatlichen Eingriff bei Presse

Die deutschen Zeitungsverleger haben auf ihrem Jahreskongress in Stuttgart einen "staatlichen Eingriff in den freien Lokal- und Regionaljournalismus" kritisiert. Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Mathias Döpfner, beklagte, dass mit Steuermitteln zum Beispiel Amtsblätter finanziert würden, die lokalen und regionalen Zeitungen inhaltlich Konkurrenz machten. Da sei "eine Grenze überschritten".  

Es brauche die Vielfalt der privaten Angebote, meinte der Chef des Axel-Springer-Verlags. Der BDZV wolle dagegen ebenso vorgehen wie gegen städtische Online-Angebote und die News-Apps einiger Stadtwerke, die wie publizistische Angebote aufgebaut seien. Döpfner kritisierte außerdem, dass auch der öffentlich-rechtliche Rundfunk den Zeitungen Konkurrenz mache: "Wir erleben im Netz nach wie vor eine mit öffentlich-rechtlichen Geldern finanzierte Flut textbasierter Gratis-Angebote, nichts anderes als eine gebührenfinanzierte digitale Staats-Presse, die den Wettbewerb verzerrt und uns Presseverlagen kaum Entfaltungsmöglichkeiten lässt." Einige Mitgliedsverlage würden deshalb einzelne Landesrundfunkanstalten wegen textlastiger und presseähnlicher Online-Angebote verklagen. 

„Wir haben einen Auftrag"

Bei einer Debatte um die Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks beim Kongress wies der Justiziar beim Südwestrundfunk, Hermann Eicher, die Vorwürfe zurück. Die Angebote seien kein Problem für Verlage. "Wir haben kein Geschäftsmodell, wir haben einen Auftrag", sagte Eicher. Er kritisierte Äußerungen von EU-Kommissar Günther Oettinger in der "Stuttgarter Zeitung", der die Angebote als "unfair gegenüber den vollständig privat finanzierten Zeitungshäusern" bezeichnet hatte. Die Verlage beklagen seit Jahren wirtschaftliche Einbußen durch Auflagenverluste und ein Abwandern von Werbung ins Internet. 

Döpfner rief die Verlage dazu auf, trotz aller Sparzwänge weiter in kritische Reporter zu investieren. Verlässliche Fakten und exklusive News seien ein "begehrtes Gut", die Zeiten für unabhängigen Journalismus wegen der vielen Falschmeldungen im Internet so gut wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Verlage müssten daher in digitale Vertriebsformen, in neue Technologien und in die Modernisierung von Arbeitsabläufen investieren. Gespart werden dürfe aber nicht bei investigativen Recherchen und nötigen Reisen, mahnte Döpfner. "Nur wenn wir angriffslustig und selbstbewusst sind, können wir gewinnen", sagte der 54-Jährige in seinem Appell an die Verlage.

26.7.2017

Reuters Report: Nachrichten per Chat und am Klo

Das Vertrauen der User in die Medien ist niedrig - aber immerhin vertrauen sie traditionellen Nachrichtenlieferanten noch mehr als "sozialen" Medien. Dies kann eine Chance für Medienhäuser sein, so eine Erkenntnis des "Reuters Institute Digital News Report 2017". In Zahlen schlägt sich das aber bisher nur in den USA nieder.

Man spricht dabei vom sogenannten "Trump Bump". Dort erfahren etablierte Medienmarken im Zuge der politischen Polarisierung und der Medienpolitik des Präsidenten Donald Trump mehr Zuspruch, der sich auch finanziell niederschlägt. Global gesehen aber ist der Trend noch nicht wahrnehmbar, erklärte Nic Newman vom Reuters Institute bei der Präsentation im Rahmen der Medienkonferenz "GEN Summit".

Für die Studie wurden 70.000 Personen weltweit befragt, das Sample ist repräsentativ für Online-Medienkonsumenten, da es sich um eine Online-Umfrage handelte. 24 Prozent von ihnen glauben, dass "Soziale Medien" gut darin sind, Fakten von Fiktion zu trennen. Immerhin 40 Prozent sind der Ansicht, dass traditionelle Nachrichtenmedien dies gut machen. 29 Prozent sind überhaupt zumindest teilweise "News-abstinent": Sie vermeiden Nachrichten - weil sie davon schlechte Laune bekommen oder aber ohnehin glauben, nichts glauben zu können.

Bewusstsein der User für Marken schwindet

Die Annahme, dass sich User von Social Media schnell in "Echokammern" wiederfinden, in denen sie nur wahrnehmen, was sie erwarten, sehen die Forscher vom Reuters Institute nicht belegt. Im Gegenteil: Solche Nutzer suchen auch aktiv in anderen Kanälen nach Nachrichten. Ein Problem für die Medien ist allerdings: Die Medienmarken spielen dabei eine untergeordnete Rolle. Die Leser wissen zwar, dass sie eine Information auf Facebook gelesen oder via Google gefunden haben. Welches Medium für den Content verantwortlich zeichnet, merken sie sich oft nicht. Das Bewusstsein für die Quelle - und die Medienmarke - schwindet also.

Außerdem scheint der rasante Vormarsch mittlerweile quasi traditioneller Plattformen wie Facebook zumindest gebremst, führte Newman aus. Eine neue Herausforderung für die Newsrooms ist das Phänomen, dass sich die User immer mehr in privaten Nachrichten-Systemen, also z.B. Chats, informieren. 15 Prozent der Befragten verwenden WhatsApp, um News zu finden, verbreiten und diskutieren. Acht Prozent nannten den Facebook Messanger. Nimmt man Facebook als Konzern, dem nicht nur WhatsApp, sondern auch Instagram gehört, greifen aber 80 Prozent der Umfrage-Teilnehmer zu einem Facebook-Produkt, um ihr Informationsbedürfnis zu stillen.

Apple News und Snapchat Discover auf dem Vormarsch

Die "mobile Revolution" indes ist noch längst nicht zu Ende, konstatiert der Report - allenfalls ihre erste Phase. Apps erleben gerade eine Renaissance. Und das Smartphone ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken, nicht nur unterwegs, sondern auch zu Hause. So gaben 32 Prozent an, dass sie Nachrichten am Handy auf der Toilette lesen. Eine steigende Bedeutung erhalten laut Reuters Institute Angebote wie Apple News oder Snapchat Discover, beides keine Medienkonzerne. Als kommende Trends, derer sich die Medienbranche annehmen sollte, sieht der Bericht sprachgesteuerte Geräte wie Amazon Echo oder Google Home sowie Smart Watches.

Service: Den "Reuters Institute Digital News Report 2017“ gibt es hier zum Download.

26.7.2017

INFO-HÄPPCHEN: Aus der Branche

Von Adblockern bei Google Chrome über Apps zum Offline-Lesen bis zu Experimenten auf Snapchat: Aktuelle Entwicklungen, Trends und Zahlen liefert unser Branchenüberblick.

Adblocker bei Google Chrome

Was es bedeutet, wenn Google einen Adblocker in seinen Chrome-Browser integriert, und was es mit der der Coalition for Better Ads auf sich hat, ist hier nachzulesen.

Apps zum Offline-Lesen

Wo die Schwächen von mobilen Newsreadern liegen und warum manche Apps zum Offline-Lesen noch immer eher schwerfällig sind, zeigt dieser Beitrag.

Experimente auf Snapchat

Welche Erfahrungen Medienunternehmen mit ersten Gehversuchen auf Snapchat gemacht haben und welche Bedeutung das Discover-Feature hat, beleuchtet dieser Blog-Beitrag.

Nutzungsverhalten im Wandel

Im laufenden Jahr entfallen noch 69 Prozent des weltweiten Medienkonsums auf traditionelle Medien. Das wird aber nicht so bleiben, ergibt eine Studie von Zenith.

26.7.2017

„Main-Post“ setzt auf App-Lösung von dpa-digital services

Sämtliche Tageszeitungen und Magazine der Mediengruppe Main-Post sind ab sofort mit der Version 5 der Mobile Publishing Suite (MPS) intuitiv und von überall mit Smartphone und Tablet abrufbar. Die App-Lösung der dpa-digital services GmbH (dpa-ds) ist mit neuen, praktischen Features ausgestattet, die zusätzlichen Leserservice bieten.

Die MPS hat sich zu einem Multitalent für die Verbreitung und Vermarktung von digitalen Inhalten entwickelt und wartet in der Version 5 mit einer Reihe neuer Funktionen auf. Die „Main-Post“ ist die erste MPS-Kundin am deutschen Markt, die das „Dashboard“, eine durch den Verlag individuell gestaltbare Startseite, einsetzt. Dieses ermöglicht neben der Anzeige der Hauptausgabe auch die Einbindung von Magazinen und zeigt aktuelle Informationen zum Wetter an, spezifisch nach Postleitzahl des Benutzers. Für die Gehirnakrobaten unter den Main-Post-Leserinnen und -Lesern hält das „Dashboard“ ein Sudoku bereit.

„Das E-Paper ist nach wie vor ein attraktives Produkt im Abo-Markt, mit steigenden Abonnenten-Zahlen. Da ist es selbstverständlich, die  User-Experience zu optimieren und den Spaß des Lesers am Produkt zu steigern“, erläutert Peter Tischler, Mitglied der Geschäftsführung und Gesamtleiter Digitales bei der Main-Post GmbH, die Gründe für den Umstieg auf die MPS.

Mit der Version 5 sind jetzt auch die Magazine der Mediengruppe Main-Post über die App abrufbar. Dank der Aufbereitung durch den Clipping-Service von APA-DeFacto stehen für jeden Artikel nicht nur die PDF-Ansichten zu Verfügung, sondern auch die Volltexte. So können die Magazine auch in der Artikelansicht der MPS gelesen oder mit der Vorlesefunktion angehört werden. Auch das Setzen von Bookmarks ist dadurch möglich.

„Mit der dpa-digital services haben wir einen verlässlichen Partner“, so Tischler, „der uns bei der Weiterentwicklung des E-Paper-Angebotes hervorragend unterstützt und berät. Dem Kunden ein auf dem Stand der Technik perfektes Angebot zu liefern, das ist neben dem exzellenten journalistischen Angebot Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Produkt.“

Wie bisher können auch in der neuen Version der MPS alle gängigen Werbeformate geschaltet werden, und die Analysefunktion informiert in gewohnter Zuverlässigkeit über Zugriffszahlen und Nutzerverhalten. Für mehr Komfort für die End-User sorgen unter anderem ein Fortschrittsmarker, der zu der Textstelle zurückführt, an der aufgehört wurde zu lesen, und die Archivsuche, die das Blättern und Recherchieren in älteren Ausgaben ermöglicht.

26.7.2017

Zeitung digital: Was Verlage von der NYT und den Musikkonzernen lernen können

Michael Golden, lange Jahre im Vorstand der „New York Times“ und nun zweiter Mann des NYT-Aufsichtsrats, rüttelte die fast 300 Teilnehmer des BDZV-Fachkongresses Zeitung Digital in Berlin gleich zu Beginn mit einem deutlichen Appell auf: „Wir müssen das Digitale umarmen, als hinge unser Leben davon ab.“

Golden setzte Mitte Juni den Grundton der Konferenz, die seit fast 20 Jahren die Digitalmacher der deutschen Verlage versammelt. Es sei wahr, dass die Printauflagen weltweit ebenso rückläufig seien wie  die Anzeigenerlöse. Aber die altehrwürdige NYT sei entschlossen mit einer Kultur der Innovation und einer konsequenten Digitalstrategie gegen  zu halten. Seit der Verlag 2014 mit dem „Innovation-Report“ für weltweites Aufsehen sorgte, wurden alle Strukturen auf die digitalen Märkte ausgerichtet. „Wir sind ein abonnement-getriebenes Business und ein digital-getriebener Nachrichtenanbieter“, sagt Golden.

Die neue Innovationskultur umreißt Golden so: „Wir akzeptieren deutlich mehr Risiken, lassen mehr Scheitern zu und wollen deutlich schneller werden.“ Es müsse darum gehen, sich entlang der neuen Technologien immer ein bisschen schneller zu verändern als der Kunde. Bislang sei das oft noch umgekehrt und die Zeitungsbranche hinke den neuen Möglichkeiten hinterher, während die Nutzer - auch dank der Angebote von Giganten  wie Google, Facebook, Apple oder Amazon – schon längst mit ihnen experimentierten.

Um die Zahl von über zwei Millionen Digital-Abonnenten weiter steigern zu können, setzt Golden auf zwei Faktoren: ein ausgefeiltes Beziehungsmanagement zu den Kunden und ein umfassendes Datenkonzept. „Bauchgefühl reicht schon lange nicht mehr. Die Dinge ändern sich da draußen so schnell. Wir müssen jeder Zeit messen können, was unsere Nutzer wollen und sofort darauf reagieren.“

Die Beziehungen zu den Kunden managt die NY Times in einem Trichter-Konzept. Der flüchtige Gelegenheitsnutzer soll Schritt für Schritt gebunden und an eine bezahlpflichtige Abo-Bindung herangeführt werden. “Wir wollen dabei in der Lage sein, eine 1:1-Beziehung herzustellen“, erläuterte Golden. Dabei spielten personalisierte Inhalte eine wichtige Rolle. „Wir wollen deshalb auch unser Angebot an Themen ausbauen, die unseren Lesern wichtig sind, bei denen die New York Times aber bislang noch keine besondere Reputation hat.“

Hoffnung machte den Zeitungsmanagern auch Frank Briegmann, Zentraleuropa-Chef des Musikkonzerns Universal. Im Expertengespräch mit Christoph Keese, dem Digitalstrategen des Springer-Konzerns, stellte Briegmann fest: „Das Tal der Tränen liegt hinter uns und wir wachsen wieder.“  Die Musikindustrie bewege sich dank erfolgreicher neuer digitaler Geschäftsmodelle  wie Streaming, Konzertvermarktung oder Merchandising schon fast wieder auf dem wirtschaftlichen Niveau der goldenen CD-Ära. Trotz aller Unterschiede zwischen dem Musik- und dem Informationsgeschäft lasse sich von der erfolgreichen Transformation der Musikkonzerne lernen.

Auf die Frage, wo die Grenze zwischen kostenlosen und bezahlpflichtigen Inhalte-Angeboten verlaufen sollte, hatte der Musikmanager eine einfache Antwort: „Reichweite zahlt uns keine Rechnung.“ So zog sich denn auch die Debatte über die richtige Strategie zwischen rein werbefinanzierten Reichweitenportalen  für junge Zielgruppen, quantitativ arbeitenden Metered-Paywalls oder qualitativ gesteuerten Freemium-Modelle durch zahlreiche Präsentationen und Gespräche am Rande.

Eine Illusion müssen die Verlage nach Ansicht von Frank Briegmann begraben. Wer darauf hoffe, dass die gedruckte Zeitung nach dem Vorbild der Vinyl-Schallplatte eine lukrative Nische finden könne, der müsse wissen: „Vinyl wächst bei den Liebhabern weiter stark und ist ein schönes Zusatzgeschäft, aber davon könnten wir nicht leben.“

18.5.2017

Die vielen Facetten der virtuellen Realität

Der Hype um Virtual Reality ist tot – es lebe Virtual Reality. Auch die re:publica in Berlin beleuchtete die Technologie wieder in zahlreichen Vorträgen und Präsentationen. Während manche Branchenbeobachter schon die ersten Abgesänge anstimmten, gab es in der Berliner Station einiges Neues zu sehen.

Der WDR bewirbt zum Beispiel seinen virtuellen Spaziergang durch den Kölner Dom als Ereignis, das man so noch nicht erlebt habe. Auf der virtuellen Tour, die für den Grimme Online Award nominiert ist und auch auf der Internet-Konferenz unternommen werden konnte, erleben Nutzer über die Datenbrille ein exklusives Chorkonzert mit und können den Restauratoren im Dom bei der Arbeit zuschauen.

Microsoft zeigte in Berlin neue Anwendungen für sein Hololens-System, bei dem der Nutzer nicht komplett in eine virtuelle Welt eintaucht, sondern künstliche Gegenstände in seine reale Umgebung eingeblendet bekommt. Das Headset ist seit der ersten Version vor wenigen Jahren um ein Vielfaches geschrumpft, beherbergt aber dennoch die vollständige Rechenpower in seinem Gehäuse. Das System lässt sich über eingeblendete Menüs mit Gesten steuern und zeigt etwa die dreidimensionale Darstellung eines Flugzeugs, das man betreten und inspizieren kann, oder projiziert das Sonnensystem in den Raum.

Noch kein Massenmarkt in Sicht

Im Jahr 2016 war virtuelle Realität in aller Munde. Marktbeobachter sagten der Technologie für das Jahr den Durchbruch voraus. Inzwischen gibt es eine ganze Reihe ausgereifter Headsets und mobiler Brillen zum Eintauchen in virtuelle Welten. Doch vom Massenmarkt sind viele Lösungen noch weit entfernt. Gerade einmal zwei Millionen Exemplare von der Oculus Rift, der HTC Vive und der Playstation VR seien bislang verkauft worden, sagte Luca Caracciolo, Chefredakteur des Magazins "t3n". Und noch immer gebe es keine "Killer-App", die der Technologie den Weg in den Massenmarkt ebnen könnte.

Während die Spieleindustrie lange Zeit als wesentlicher und maßgeblicher Treiber für VR gesehen wurde, gibt es inzwischen immer mehr Anwendungen in vielen anderen Bereichen, etwa für die berufliche Ausbildung oder für den Handel. Der Elektronik-Markt Saturn zeigte kürzlich in seiner Filiale am Berliner Alexanderplatz eine Einkaufstour mit Microsofts Hololens. Kunden können dort auf "HoloTour" gehen und sich von der virtuellen Figur Paula einige Highlight-Produkte in dem Geschäft zeigen lassen.

VR steckt noch in der "Pong"-Phase

Doch ist das schon der Durchbruch für die eigentlich schon relativ alte Technologie? Oder gibt es vielleicht gar kein so großes, überschwängliches Interesse an den virtuellen Welten, wie viele Marktbeobachter vermuten? "Wir befinden uns noch in der „Pong“-Phase von Virtual Reality", sagte einmal Nolan Bushnell, Gründer von Atari mit Verweis auf das legendäre Atari-Spiel aus den Anfangsjahren der Videospiele in den 70er Jahren. "t3n"-Chefredakteur Caracciolo ist davon überzeugt, dass man das Zukunftspotenzial nur verstehen kann, wenn man eine Reise in die Vergangenheit und den Blick über den Tellerrand wagt.

Trotz der Künstlichkeit mancher virtueller Welten hätten diese eine enorme Wirkung auf die Nutzer, sagte Caracciolo. Als Beispiel zeigte er die Demo eines virtuellen Gangs auf ein schmales Brett hoch über einer Stadt mit Wolkenkratzern, um eine dort sitzende Katze zu bergen. Vielen Menschen mit VR-Headset war es dabei nicht möglich, die entscheidenden Schritte zu tun, obwohl sie wussten, dass die Szene nur virtuell war.

Möglicherweise wird sich das ganze Potenzial von Virtual Reality erst in ganz kleinen Schritten über die nächsten Jahre zeigen. Im Jahr 2040 werden die Menschen nach Einschätzung von Caracciolo selbst entscheiden können, in welcher Realität sie sein wollen. Bis dahin sei es aber noch ein langer Weg mit vielen technischen Herausforderungen. Aber: Auch wenn der Markt für entsprechende Lösungen heute noch klein sei, müsse man "dran bleiben“.

Von Renate Grimming, dpa

18.5.2017

Jüngere Mediennutzer erwarten Perspektiven

Jugendliche und junge Erwachsene wünschen sich weniger negative Nachrichten. Stattdessen erwartet die Generation der sogenannten Millennials, die mit dem Internet groß geworden ist, von den Medien auch Lösungsansätze vorgestellt zu bekommen. Das sind Ergebnisse einer Studie im Auftrag des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), die die Kommunikationswissenschaftler Leif Kramp und Stephan Weichert in Berlin vorgestellt haben.

"Wenn wir ehrlich sind, sind Nachrichten schon sehr krisenfixiert", sagte Weichert. Gerade diese Zielgruppe fühle sich mit den häufigen Berichten über Kriege und Anschläge allein gelassen. Sie wollten nicht ausschließlich positive Berichterstattung durch die rosarote Brille, aber Perspektiven aufgezeigt bekommen.

Zeitungsinhalte seien für die zwischen 1981 und 2000 geborenen Millennials durchaus wichtig, gerade aus Interesse an glaubwürdigen Nachrichten, sagte Weichert. Sie seien auch in der Lage, Nachrichtenquellen zu hinterfragen und legten Wert darauf, dass Nachrichten und Unterhaltung nicht einfach vermischt würden, erläuterte Leif Kramp.

Zeitungsjournalismus bleibe daher wichtig – allerdings nicht unbedingt auf Papier, betonte Weichert. "Nachrichten erreichen junge Leute vor allem über soziale Medien." Dazu zählen insbesondere Facebook, Snapchat und Instagram sowie Messenger wie WhatsApp. Und auch soziale Medien nutzen Millennials bevorzugt mobil: "Das Smartphone ist für sie die Fernbedienung des Lebens", sagte Weichert.

Wendepunkt bezüglich Zahlungsbereitschaft

Die Bereitschaft, für journalistische Inhalte zu bezahlen, schätzen die beiden Wissenschaftler insbesondere bei den unter 30-Jährigen skeptisch ein. Trotzdem gebe es Hinweise auf positive Entwicklungen: "Ich glaube, wir sind an einem Wendepunkt für den professionellen Journalismus", so Weichert.

Die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten sei wie ein Weckruf gewesen, der auch bei 16-Jährigen angekommen sei. Die Auflagen von "New York Times" und "Washington Post" stiegen seitdem, nicht zuletzt die Zahl der Digital-Abos. Der Medienwissenschaftler sieht darin einen Beleg dafür, dass die Wertschätzung für vertrauenswürdige Nachrichten zunimmt.

18.5.2017

INFO-HÄPPCHEN: Aus der Branche

Von „Stories as a Service“ über Mythen rund um News-Videos im Netz bis zum Einfluss von Technologieunternehmen auf den Journalismus: Aktuelle Entwicklungen, Trends und Zahlen liefert unser Branchenüberblick.

„Stories as a Service“

Nach Jahren, die von Portalen, Suche und Sozialem dominiert waren, steht nun eine neue Ära bevor – und die wird laut Experten die spannendste. Was es mit dem Trend zu „Stories as a Service“ auf sich hat, steht hier.

News-Videos im Netz

Wer an der „brutalen Ehrlichkeit“ über News-Videos im Netz interessiert ist und wissen will, was Herausgeber für dieses Jahr in dem Bereich planen, klickt hier.

Silicon Valley hat Journalismus verändert

Wie groß der Einfluss von Social Media-Plattformen und Technologieunternehmen auf den Journalismus ist, wird in diesem Artikel unter die Lupe genommen.

Künstliche Intelligenz im NewsroomMittels künstlicher Intelligenz können Journalisten die Berichterstattung automatisieren und einbetten. Praxisbeispiele liefert dieses Video.

18.5.2017

Medienmanager fordern mehr Engagement im Digitalgeschäft

Führende Medienmanager haben die Zeitungsmacher in Deutschland dazu aufgerufen, konsequenter auf das Digitalgeschäft zu setzen. Es sei erforderlich, weniger in Print zu investieren und mehr davon auszulagern, sagte der Chefredakteur der skandinavischen Schibsted Media Group, Fredric Karén, beim Newscamp in Augsburg. Zeitungen sollten ihre Newsrooms radikal aufs Digitalgeschäft ausrichten, nicht auf eine Kombination mit Print. Dies setze viel Kreativität frei.

Vor rund 400 Teilnehmern zeigte Karén, wie die schwedische Zeitung "Svenska Dagbladet" ihr Angebot auf die personalisierten Interessen ihrer Leser ausrichtet: Fast jeder fünfte Leser gehöre zur Gruppe der "Wochenend-Müßiggänger", die samstags und sonntags Berichte etwa aus den Bereichen Reisen, Wohnen, Essen und Trinken suchten. Auch die "Geschäftsleser" müssten speziell bedient werden – ebenso die "Nachrichtensüchtigen" und die Gruppe derjenigen, die sich ab und zu auf den aktuellen Stand bringen lassen wollen. Mit Qualitätsjournalismus, Fakten-Checken und Geschichten-Erzählen lasse sich auch im Internet genügend Geld verdienen, meinte Karén.

Laut dem Technologie-Experten Peter Buhr von Axel Springer müssten die Verlage möglichst viele Menschen beim Sammeln von Informationen und der öffentlichen Meinungsbildung einbinden. Buhr erklärte dies so: "Wenn wir den Menschen die Möglichkeit geben, sich einzubringen, wenn wir die Werkzeuge für alle und jedermann entwickeln und bereitstellen, dann werden die Kollegen in den Redaktionen die Schiedsrichter sein, Kuratoren – und die Verlage die großen Betreiber." Dies sei am Ende auch wirtschaftlich erfolgreich: "Den Journalismus intelligent und digital zu demokratisieren, macht uns alle reich.“

245 Minuten am Tag online

Wie schnell sich das Nutzungsverhalten geändert hat, machte Martin Koper von der Newsfactory GmbH deutlich, der unter anderem darauf hinwies, dass 14- bis 29-Jährige durchschnittlich 245 Minuten am Tag online sind und in den USA ein durchschnittlicher User 2.600-mal am Tag sein Smartphone berührt. Für alle, die manchmal gerne offline sind, gab es aber auch eine tröstliche Botschaft vom Design-Experten Jeremy Abbett: "Google und andere wollen alles digitalisieren. Aber das wird nicht passieren. Es gibt zu viele geile Sachen, die nicht digital sind."

Das Newscamp widmete sich neuen Techniken, Vertriebswegen und Geschäftsideen – beispielsweise Smart Services für Medien, durch die Journalisten wieder mehr Zeit für das Wesentliche in ihrem Beruf haben. Veranstalter der Konferenz war die Newsfactory GmbH, eine Tochterfirma der Mediengruppe Pressedruck, zu der unter anderem die "Augsburger Allgemeine", die "Main-Post" und der "Südkurier" gehören.

30.3.2017

Digitaler Wandel: Communitys, Mobile und Spracherkennung im Trend 

Verlage planen nicht nur neue Titel, sondern Communitys, die die Markenbindung erhöhen. Gerade bei bunten Themen setzen sie immer mehr auf Videos. Und die Kommunikation mit Maschinen könnte die Medienbranche noch stärker verändern.

Darüber wurde auf dem Digital Innovators' Summit, der sich in Berlin den zentralen Entwicklungen beim digitalen Wandel widmete, diskutiert. Im Vorfeld sprach Stephan Scherzer, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), über die aktuellen Trends. 

Frage: Was sind die wichtigsten digitalen Innovationen, die die Branche verändern werden? 

Antwort: Die Allgegenwärtigkeit von Mobile spielt weltweit eine zentrale Rolle – nicht nur der Kanal selber, sondern auch, wie Mobile alle anderen Kommunikationskanäle beeinflusst, Print, das stationäre Web oder auch Konferenzen, Shopping, E-Commerce. Verlage organisieren und binden Communitys, Gemeinschaften um ihre Zeitschriftenmarken. Dabei werden Smartphones, die die Menschen vom Aufstehen bis zum Schlafengehen begleiten, immer wichtiger. Redaktionen informieren via WhatsApp ihre Leser und bekommen umgekehrt Feedback, Texte oder Bilder, die sich dann in Print oder auf der Webseite wiederfinden. Mobile bringt rund um die Uhr den direkten Kontakt mit der Zielgruppe. 

Frage: Zeichnet sich das jetzt schon ab, etwa was die Communitys angeht? 

Antwort: Ja, man sieht das gerade bei Zeitschriften. Mit über 1600 Magazinen ist Deutschland Zeitschriftenland Nummer 1. Zu jedem Thema gibt es Zeitschriftenmarken, die starke Communitys bilden können. Ich nehme mal das Beispiel Kochen. Neben dem Magazin gibt es eine Webseite mit Rezepten, dazu kommen Veranstaltungen, nützliche Apps, Erklär-Videos, auf denen gezeigt wird, wie der Trick mit dem Messer funktioniert, wenn man die Zwiebel ganz klein bekommen will. Das ist ein Strauß von Produkten, der diese spezifische Community glücklich macht. Aus Lesern werden Fans. 

Frage: Was sind andere wichtige Entwicklungen? 

Antwort: Ein weiterer Trend ist die Optimierung von Inhalten durch Daten, durch Analytics. Die effiziente Beantwortung der Frage, welche Themen, welches Timing, welche Sprache auf welchem Kanal passt. Damit binden erfolgreiche Marken mehr Aufmerksamkeit an sich. Das heißt, auf Twitter sieht die Nachricht ganz anders aus als auf der eigenen Smartphone-App, auf der ich mehr Platz habe als auch auf der Website. Der dritte wichtige Trend ist Video – vom Fun-Bereich bis zum ernsthaften Erklärvideo, gerade auch für die jungen Zielgruppen. Videos lassen sich aber nicht querlesen. Deshalb funktioniert das nicht überall, etwa wenn es um News geht, um die schnelle Information, um kurzes Faktenchecken. Da ist Text besser – der lässt sich querlesen. Wo Video stark ist, das sind bunte und emotionale Themen. Ich gucke mir an, wie jemand eine steile Skiwand runterfährt zum Beispiel – und Schminktipps sind bei jungen Mädchen ein Riesenhit. 

Frage: Spracherkennung liegt im Trend – welche Chancen bieten sich aus Ihrer Sicht für die Medienbranche dadurch? 

Antwort: Ich unterhalte mich im Büro seit ein paar Tagen mit Alexa, Amazon Echo. Das hat schon eine neue Qualität. Mensch-Maschine-Kommunikation über die Maus ist kompliziert, direkter und einfacher als über Sprache geht es nicht. Und was wollen Menschen? Convenience, also Einfachheit. "Lies mir mal schnell die zehn wichtigsten News des Tages vor!" – das ist sehr einfach. Ich muss nicht auf die Nachrichten warten und keine Webseite aussuchen. Das ist bequem. Ich denke an die Hausfrau oder den Hausmann mit dem Kind im Arm. Mit der Maschine können Sie reden. Und das wird Kommunikation und Medienkonsum enorm verändern. Es ist allen Medien geraten, sich schon jetzt mit diesen intelligenten Systemen zu beschäftigen. Es ist perspektivisch eine zentrale Entwicklung neben den Themen Automatisierung, Robot-Journalismus und selbstlernende und selbstschreibende Systeme. In zehn Jahren werden diese Systeme flächendeckend im Einsatz sein, es geht jetzt los. Die Geschwindigkeit der Veränderung ist immens. In fünf Jahren werden wir bei vielen Texten nicht mehr wissen, ob ein Redakteur oder eine Maschine sie geschrieben haben. Gut strukturierte Daten wie bei Fußballergebnissen lassen sich schon jetzt umsetzen, aber ich denke, das kommt auch bei komplexeren Themen. 

Frage: Wie schnell wird das in Deutschland Alltag sein? 

Antwort: Das wird sehr schnell gehen in den USA, Korea, Japan, es wird in Europa einen Tick länger dauern. Aber ich denke, in fünf Jahren wird es eine signifikante Größe beim Medienkonsum und bei der Mediensteuerung sein. Die Herausforderung dabei ist, wenn ich eine Maschine nach etwas frage und ich habe keine Absender im Kopf, kenne beispielsweise die Marken nicht, bekomme ich im Zweifel eine Top-Ten-Liste geliefert. Es wird für die Zeitschriften und Zeitungen deshalb noch wichtiger, ihre Marken so stark wie möglich beim Leser zu verankern. Zeitschriften werden zu Medienpersönlichkeiten. Da sind wir wieder beim Thema Communitys, der Nutzer muss nach einer ihm bekannten Marke fragen, damit er nicht einfach vom Algorithmus ausgewählte Ergebnisse präsentiert bekommt. 

Frage: Wie sehen Sie das vieldiskutierte Thema Social Media – Konkurrenz oder Kooperationspartner für die Medien? 

Antwort: Social Distribution, also Social Media nutzen, um Inhalte zu verbreiten, machen alle, ist auch logisch. Alle müssen darauf achten, dass die eigene Marke sichtbar bleibt und dass die Monetarisierung funktioniert. Gute Inhalte von professionellen Redaktionen erstellt kosten Geld - nur den Börsenkurs von Facebook zu steigern, ist kein Ziel. Der erste Versuch, was Instant Articles angeht, war nicht so erfolgreich, weil die Besucher bei Facebook bleiben und deshalb kein Umsatz für Verlage entsteht.

30.3.2017

INFO-HÄPPCHEN: Aus der Branche

Von digitalen Nischen über Roboterjournalismus bis zu smarten Assistenten: Aktuelle Entwicklungen, Trends und Zahlen liefert unser Branchenüberblick.  

Digitale Abos

Wieso die Konsumenten immer eher bereit sind, für digitale Angebote zu bezahlen, welche Rolle Werbung künftig spielen wird und warum die aktuelle Entwicklung gut für unabhängige Medien ist, beleuchtet dieser Artikel.   

Roboterjournalismus

Roboter können Journalisten auf absehbare Zeit nicht ersetzen. Warum der intelligente Maschineneinsatz in manchen Bereichen dennoch sinnvoll ist, erklärt der Hamburger Medienforscher Thomas Hestermann in diesem Beitrag.  

Ausweg aus der Filterblase

Die Belieferung mit auf die persönlichen Vorlieben zugeschnittenen Nachrichten klingt nach „Filterblase“. Dass dem nicht so sein muss, zeigt ein aktuelles NZZ-Projekt. 

Werbung per smartem Lautsprecher

Warum Googles sprechender digitaler Assistent Werbung für "Die Schöne und das Biest“ macht und wie uns „passende Inhalte“ künftig erreichen könnten, ist hier zu lesen.

30.3.2017

Medienexperte: Angst vor der Filterblase ist übertrieben

Nachrichten lassen sich zwar auch in den sozialen Medien verfolgen. Aber in Deutschland bleiben Zeitungen und Rundfunk dafür ungleich wichtiger. Ausschließlich bei Facebook & Co. informiert sich nur eine kleine Minderheit, sagte Sascha Hölig vom Hans-Bredow-Institut für Medienforschung in Hamburg der Deutschen Presse-Agentur.  

Sein Institut veröffentlicht in Deutschland jedes Jahr die aktuellen Daten zur Mediennutzung aus dem "Reuters Institute Digital News Report". Die Angst, viele Menschen könnten bald in einer Filterblase stecken und über soziale Medien nur noch sehr einseitig informiert werden, hält Hölig für übertrieben. 

Frage: Wenn von Fake News die Rede ist, wird immer darauf hingewiesen, wie schnell sie sich über soziale Medien verbreiten. Aber welche Rolle spielen Facebook & Co. überhaupt für die Nachrichtennutzung in Deutschland? 

Antwort: Sie werden wichtiger. Etwa ein Drittel der Befragten hat 2016 Nachrichten über soziale Medien wahrgenommen, und das ist vor allem Facebook. Man muss das allerdings relativieren: Wenn man soziale Medien nutzt, bekommt man auch etwas von Nachrichten mit. Aber man nutzt soziale Medien nicht, um sich über Nachrichten zu informieren. Man nutzt soziale Medien, um sich mit seinen Kontakten auszutauschen, um Urlaubsbilder anzuschauen. Wir sehen, dass viele Befragte, soziale Medien als Nachrichtenquelle mitangeben, aber nur wenige nennen soziale Medien als wichtigste oder sogar als einzige Nachrichtenquelle. 

Frage: Wird das Risiko überschätzt, viele Menschen könnten sich in einer Filterblase befinden und nur noch Nachrichten über soziale Medien konsumieren? 

Antwort: Die Zahl derjenigen, die soziale Medien für Nachrichten nutzen, nimmt zu. Das hat auch mit den Strategien der Anbieter zu tun, man versucht ja schon, etwa auf Facebook vertreten zu sein. Und auch der Anteil derjenigen, die sagen, es sei für sie die wichtigste Nachrichtenquelle, ist gestiegen. Aber wir bewegen uns hier noch im einstelligen Prozentbereich. Man sollte das nicht überschätzen, das sind nicht unbedingt die Menschen, die an Nachrichten oder politischen Themen interessiert sind. Die Angst vor der Filterbubble halte ich deshalb für übertrieben. Auch wenn die Algorithmen in Facebook nur ein bestimmtes Spektrum abdecken, bekommt man in der Regel durch andere Quellen noch andere Nachrichten mit. Diejenigen, die sich nur in sozialen Medien bewegen, machen nur einen klitzekleinen Teil der Bevölkerung aus. Ich halte es für einen Vorwand, dass man Wahlergebnisse auf Fake News oder die Filterbubble schiebt. Es gibt auch keinen empirischen Nachweis dafür. 

Frage: Wie schätzen die Nutzer die Glaubwürdigkeit von sozialen Medien im Vergleich zu Zeitungen, Fernsehen und Radio ein? 

Antwort: Da zeigen alle Studien ähnliche Ergebnisse: Dass das Vertrauen in Zeitungen und in Fernsehnachrichten immer noch am höchsten ist im Vergleich zu sozialen Medien. Man sollte die Bevölkerung in dieser Hinsicht auch nicht unterschätzen. Es ist mit den sozialen Medien wie mit dem Stammtisch, an dem man sich über Gerüchte und Neuigkeiten austauscht. Wie weit dem Glauben geschenkt wird, ist eine andere Frage. Das Vertrauen in die traditionellen Medien ist durchaus gegeben. Und traditionelle Medienmarken haben auch im Internet immer noch eine höhere Glaubwürdigkeit als Online-only-Angebote oder Blogs. 

Frage: Welche Rolle spielt das Smartphone inzwischen für die Nachrichtennutzung, nicht nur bei den Jüngeren? 

Antwort: Die Verbreitung nimmt zu und auch die Nutzung für Nachrichten. In den jüngeren Altersgruppen bis Mitte 30 ist es das wichtigste Gerät für Online-Nachrichten. Die Zahlen steigen aber in allen Altersgruppen. 

Frage: In den vergangenen Monaten ist oft kritisch über Medien diskutiert worden, Stichwort Lügenpresse. Das, was Sie beschreiben, klingt insgesamt viel positiver. 

Antwort: Ich bin da tatsächlich positiver gestimmt. Ich denke, dass die Berichterstattung über Lügenpresse, über Zweifel an den Medien, ein zu großes Gewicht bekommt. Alle Befragungen dazu zeigen kein so düsteres Bild. Ich will das nicht schönreden. Aber es nicht ganz so negativ, wie es oft dargestellt wird. Das Problem ist, dass einige Leute, die ihre Meinung im Internet kundtun, dabei sehr, sehr laut sind und dann auch wieder Aufmerksamkeit durch die traditionellen Massenmedien bekommen, obwohl ihr Anteil insgesamt sehr gering ist. Der Anteil derjenigen, die im Internet auf Seiten wie von "Spiegel Online" oder in sozialen Medien Nachrichten weiterleitet, liked oder kommentiert, ist gering. Es ist für Journalisten natürlich sehr bequem, auf solche Kommentare zuzugreifen, man muss dafür nicht mal rausgehen. Aber das sind nur ein, zwei Prozent der Bevölkerung, die sich zum Beispiel auf Twitter äußern. Wenn man deren Stimme verkauft als "So reagiert das Netz auf...", ist das in meinen Augen eine sehr gefährliche Entwicklung. Weil es immer vor allem die extremen Stimmen sind, die im Internet zu hören sind. 

Frage: Es heißt, Donald Trump habe soziale Medien wie Twitter im Wahlkampf virtuos genutzt. Wie sehen Sie deren Bedeutung für die Kommunikation politischer Nachrichten in Deutschland? 

Antwort: In dieser Hinsicht kann man die USA und Deutschland überhaupt nicht vergleichen, weil die USA ein völlig anderes Mediensystem haben und auch nicht so starke öffentlich-rechtliche Angebote. Schon deshalb spielen das Internet und soziale Netzwerke dort eine viel größere Rolle. Man sollte soziale Medien in Deutschland nicht überschätzen, auch nicht aus Sicht der Nachrichtenanbieter. Wenn man sieht, welche Artikel besonders oft geliked und geteilt werden, sind das fast immer Berichte, die emotionalisieren oder skandalisieren. Und oft haben die Schlagzeilen auch wenig mit dem Inhalt des Artikels zu tun. Das fällt dann wieder zurück auf das Image und die Glaubwürdigkeit der Medien. 

Service: Reuters Institute Digital News Report: http://dpaq.de/1cEKD

30.3.2017

Deutsche misstrauen sozialen Medien mehr als klassischen Medien

Eine große Mehrheit der Menschen in Deutschland ist überzeugt, durch Fake News könnten Wahlen beeinflusst werden. Bei einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov stimmten 44 Prozent dieser Aussage "voll und ganz" und 40 Prozent "eher" zu (9 Prozent "eher nicht", 2 Prozent "ganz und gar nicht").

Dass dadurch einzelne Personen diskriminiert werden können, sehen 58 Prozent "voll und ganz" so, 32 Prozent stimmen dem "eher" zu (5 Prozent "eher nicht", 1 Prozent "ganz und gar nicht“). Grundsätzlich sind Fake News, absichtlich veröffentlichte Falschinformationen, den meisten ein vertrauter Begriff: 87 Prozent der Befragten gaben an zu wissen, was er bedeute. Prof. Uwe Hasebrink, Leiter des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung in Hamburg, mahnt allerdings, mit solchen Daten vorsichtig umzugehen: "Dieser hohe Wert spiegelt wider, dass wir alle eine Vorstellung von Fake News haben, aber es ist hochwahrscheinlich, dass wir ganz Unterschiedliches darunter verstehen."

Mittlerweile sei in dem Topf "Fake News" vieles drin. "Sowohl die berechtigte Skepsis gegenüber Medien, komplexe Realität angemessen darzustellen, als auch die gezielte Falschmeldung und der Spaß-Fake, der in Social Media eine große Rolle spielt.“ Von Zeitungen, Radio und Fernsehen glaubt nur eine Minderheit der Befragten, dass diese gezielt falsche Nachrichten veröffentlichen. So stimmten 13 Prozent dieser Aussage "voll und ganz" und 26 Prozent "eher" zu. 36 Prozent antworteten "eher nicht", 16 Prozent "ganz und gar nicht“.

Großteil der Menschen weiß Journalismus zu schätzen
Deutlich anders sieht es mit dem Vertrauen in soziale Netzwerke aus: Der Aussage, dort würden Fake News verbreitet, stimmten 50 Prozent der Befragten "voll und ganz" und 37 Prozent "eher" zu. "Wenn man sich vorstellt, dass es ein Hauptanliegen von Journalismus ist, zu verhindern, dass sich Fake News verbreiten, dann ist das schon eine ziemliche Watsche, wenn 13 Prozent "voll und ganz" zustimmen, dass traditionelle Medien daran beteiligt sind", sagte Hasebrink. "Aber es stimmt, dass es da schon noch einen deutlichen Unterschied zwischen den beiden Kategorien gibt. Ein Großteil der Menschen in Deutschland weiß Journalismus zu schätzen."

Daran änderten auch die jüngsten Entwicklungen nichts, sagte Hasebrink. "Man mag sich ärgern über als tendenziös oder einseitig empfundene Beiträge, die meisten Menschen haben aber mindestens ein journalistisches Medium, dem sie vertrauen und das sie entsprechend nutzen - und von dem sie andere Leistungen erwarten als von sozialen Medien."

25.1.2017

„Zartes Pflänzchen“ Paid Content wächst langsamer

Der Umsatz der deutschen Publikumspresse mit digitalen Bezahlinhalten legte im Jahr 2016 bei um 14 Prozent auf 276 Mio. Euro zu. Damit hat sich das Wachstum erneut eingebremst: Von 2013 auf 2014 gab es noch ein Plus von 36 Prozent, von 2014 auf 2015 wurde ein Anstieg um 27 Prozent verzeichnet, ergibt eine Marktanalyse des Branchendienstes pv digest.

Der Großteil (70 Prozent) entfiel auf Tageszeitungen, 30 Prozent auf Zeitschriften. Der Anteil der digitalen Angebote beträgt bei ersteren somit 4,3 Prozent der Vertriebsumsätze, bei letzteren sehr grob geschätzt 2,6 Prozent. Ein Ausreißer nach oben sind überregionale Zeitungen, die mit E-Paper, Apps und Paywalls im Vergleich zum Vorjahr um 41 Prozent zulegen konnten.

Am stärksten gewachsen ist den Angaben zufolge die Welt, aber auch beim Handelsblatt, der FAZ und der Süddeutschen Zeitung soll es überdurchschnittliche Steigerungen gegeben haben. Das Resümee ist insgesamt durchwachsen: Das Umsatzplus sei „eine Enttäuschung für alle, die bezahlte Digitalinhalte für eine tragende Umsatzsäule der Presseverlage in der Zukunft halten“. Allerdings habe es auch wenig neue Bezahlangebote der deutschen Publikumspresse gegeben.

25.1.2017

VDZ-Chef: "Niemand hat das Recht auf eigene Fakten“

In der Zeitschriftenbranche ist vieles in Bewegung. Allein in diesem Jahr erscheinen rund 150 neue Titel. Aber es gibt auch viele Themen, die der Branche Sorgen machen. Die Übermacht von Google und Facebook bei der Online-Werbung ist nur eins davon.

Nach Stephan Scherzers Einschätzung war 2016 für die Zeitschriftenbranche "ein anspruchsvolles Jahr in herausforderndem Umfeld". Die Zahl der neuen Titel ist auf Rekordhoch. Doch eine Reihe von Entwicklungen sieht der Hauptgeschäftsführer des Branchenverbandes VDZ durchaus kritisch.

Dazu zählt, dass die Verringerung der Mehrwertsteuer für digitale Medienangebote noch keine beschlossene Sache ist. Auch beim Thema Bezahlinhalte ist Scherzer mit der Entwicklung unzufrieden. "Wir kommen tatsächlich langsamer voran, als sich das viele gewünscht haben, weil die Alles-ist-umsonst-Kultur viele Unterstützer hat", sagte er im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Mitverantwortlich dafür sind aus seiner Sicht ARD und ZDF.

Frage: Wie war 2016 für die deutschen Zeitschriftenverlage?

Antwort: Ein anspruchsvolles Jahr in herausforderndem Umfeld. Bei einer VDZ-Umfrage zur Investitionsbereitschaft haben am Jahresanfang über 50 Prozent der Verlage prognostiziert, mindestens vier neue Titel zu launchen, in bekannten Segmenten und in neuen. Wir zählen 2016 rund 150 neue Titel, und da kommen noch hunderte von Sonderheften dazu. Rund 50 Zeitschriften wurden vom Markt genommen. Es wird investiert und zwar in fast allen Segmenten. Die Fachpresse hat wieder ein gutes Jahr gehabt, sie wächst seit 2009 kontinuierlich.

Frage: Wo tut sich besonders viel bei neuen Titeln? Was waren die Trends?

Antwort: Die Stärken der Zeitschriften liegen im Erscheinungsintervall, das den Menschen mehr Zeit gibt, im Storytelling und der Möglichkeit, jeden Themenbereich zu bespielen. Ein erfolgreiches Beispiel sind die Mindstyle-Magazine, Psychologietitel, die Entspannen, Lean-Back ermöglichen und einem Zeit für sich selbst schenken. Konstruktiver Journalismus, der das Glas halb voll sieht und damit ein Grundbedürfnis der Menschen anspricht. Aber auch solche "Lust-Themen" wie Garten, Kochen – bis zu den ausgesprochen erfolgreichen Thermomix-Magazinen. Und dann der Sportbereich, mit Extremsportmagazinen, neue Männertitel, die neben Auto und Fußball ganz neue Seiten ansprechen. Es gibt mittlerweile sogar ein Magazin, das heißt "No sports".

Frage: Trifft der "Lügenpresse"-Vorwurf Zeitschriften, gerade die nicht politischen, weniger als andere Medien?

Antwort: Es gibt in Deutschland keine gleichgeschaltete "Lügenpresse" – wir haben die vielfältigste Presselandschaft. Diese Vielfalt findet sich am Kiosk und auch im Presseangebot im Internet. Der Vorwurf "Lügenpresse" betrifft aber jede Form von Journalismus, weil er an dem Fundament rüttelt, das auch für jede Zeitschrift wichtig ist: Vertrauen und Relevanz. Wir nehmen das Thema sehr ernst. Den Lügenpressevorwurf kann man auf jedes Thema übertragen: Glaub bloß nicht den Tests der Automobilzeitschriften, trau ja nicht den Virentests der Computermagazine. Es ist nicht nur die politische Presse betroffen. In Deutschland hat jeder das Recht auf seine eigene Meinung und kann die auch deutlich sagen, schreiben oder auf Demonstrationen vertreten, aber niemand hat das Recht auf eigene Fakten.

Frage: Thema ermäßigter Mehrwertsteuersatz für digitale Medienangebote – wie ist der Stand da?

Antwort: Presse, egal ob gedruckt oder digital, hat die gleichen Rechte und Pflichten – deshalb ist es nur ein normaler Schritt, die Presse unabhängig vom Verbreitungsweg steuerlich gleich zu behandeln. Der Vorschlag der EU-Kommission dazu ist sehr positiv. Jetzt müssen allerdings noch alle Finanzminister der Mitgliedsstaaten zustimmen. Deshalb noch einmal der dringende Aufruf an die Bundesregierung, den Kurs beizubehalten und das Thema aktiv mitzugestalten. Es ist noch nicht durch – nicht in allen Staaten genießt die Presse solch eine Wertschätzung wie in Deutschland.

Frage: 2016 haben eine Reihe von Verlagen Paid-Content-Modelle eingeführt – wie geht es da voran?

Antwort: Wir kommen tatsächlich langsamer voran, als sich das viele gewünscht haben, weil die Alles-ist-umsonst-Kultur so weit entwickelt ist. Es gibt schon viele Special-Interest-Medien mit klugen Bundle-Angeboten – ein Abo für alles, Print, Websites, Mobile, Services. So wie es auch der "Economist" macht. Wir haben in Deutschland allerdings etwas, was uns von allen Ländern, auch den USA, unterscheidet, einen extrem starken öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Natürlich sind die "Tagesschau", das "heute-journal" und die "Sportschau" sehr starke Marken, die im Digitalen ausgesprochen presseähnliche Angebote in großem Stil anbieten. Damit dehnen sie ihren Auftrag weit über die Schmerzgrenze hinaus aus. Die meisten privatwirtschaftlich finanzierten Medien tun sich deshalb mit einer harten Paid-Content-Strategie schwer. Die "Washington Post", die "New York Times" haben keine öffentlich-rechtliche Konkurrenz. Auch deshalb hat die "New York Times" mittlerweile mehr als eine Million Online-Abonnenten.

ZUR PERSON: Stephan Scherzer, Jahrgang 1964, ist seit 2012 Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ). Damit vertritt er die publizistischen, kulturellen und wirtschaftlichen Interessen von 450 Verlagen in Deutschland mit 3000 Titeln. Scherzer war zuvor unter anderem Chefredakteur der "Macwelt" und Executive Vice President bei der International Data Group (IDG/San Francisco). Der passionierte Bergsteiger ist verheiratet, hat eine Tochter und lebt mit seiner Familie in Berlin.

Von Andreas Heimann

25.1.2017

Experte: Informations-Ökosystem steht Kopf

Wenn eine gezielte Falschnachricht erst in der Welt ist, wird sie in sozialen Medien oft tausendfach geteilt. Sie dann wirkungsvoll zu korrigieren, sei fast nicht möglich, sagte Stephan Weichert, Professor für Journalismus und Kommunikationswissenschaft in Hamburg, im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. "Damit entsteht in unserem Informations-Ökosystem ein neues Kräfteverhältnis, das es so früher nicht gegeben hat."

Weichert plädiert dafür, Fake News nicht nur zu kennzeichnen, sondern zu löschen. Allerdings dürfe nicht der Staat die Rolle des Zensors übernehmen.

Frage: Gezielte Falschmeldungen gab es schon immer, was ist neu an den Fake News von heute?

Antwort: Das Spezifische an Fake News ist, dass sie gleichrangig neben Informationen hoher Güte und Qualität stehen. Und dass sie so schwer nachverfolgbar sind. Facebook und andere Netzwerke haben unser Informations-Ökosystem einfach auf den Kopf gestellt. Jeder hat Zugriff, jeder kann sich wie ein Medium artikulieren, ohne dass das jemand überprüft. Wenn einmal eine Falschmeldung erst in der Welt ist und die tausendfach geteilt wurde wie im Fall von Donald Trump, dann lesen das Hunderttausende. Um so eine Falschmeldung zu korrigieren, müssten Sie erstmal die gleiche Anzahl von Leuten erreichen. Das schaffen Sie aber nicht, weil Sie nicht die gleiche Anzahl an Twitter-Followern haben oder die gleiche Anzahl an Facebook-Fans. Damit entsteht in unserem Informations-Ökosystem ein neues Kräfteverhältnis, das es so früher nicht gegeben hat.

Frage: Facebook will mit Hilfe des Recherchezentrums Correctiv gegen Fake News vorgehen und sie künftig kennzeichnen – ist das der richtige Weg?

Antwort: Ich war vor einigen Wochen erschrocken, als der Bundesinnenminister angekündigt hat, es gebe bald eine Art staatliche Zensurbehörde, die das kontrolliert. Was solche staatlichen Maßnahmen angeht, bin ich sehr, sehr skeptisch. Dass der Staat die Rolle des Zensors übernimmt, ist in einem demokratischen Mediensystem schlicht undenkbar, selbst wenn es um das Thema Fake News geht. Gefreut hat mich an der Nachricht über Correctiv, dass es den starken Wunsch von Facebook gibt, sich journalistische Kompetenz in die Bearbeitung dieser Problematik zu holen. Man hat einen Akteur gefunden, der sich als Non-Profit-Redaktion versteht, der sich über Stiftungen finanziert. Aber was mich noch etwas wundert, warum sollte sich eine Redaktion in den Dienst eines sozialen Netzwerkes stellen und deren Arbeit machen? Entlastet man da nicht Facebook um Aufgaben, die es selbst zu machen hätte? Die Frage ist auch, sucht sich Facebook da nicht jemanden aus, der in der Branche einen guten Ruf genießt, um sein Gewissen zu beruhigen?

Frage: Fake News grundsätzlich zu kennzeichnen, wie finden Sie das?

Antwort: Ich habe bisher noch kein besseres Modell gehört, irgendwie muss man es ja machen. Ich finde so ein Labeling, stärker darauf hinzuweisen, was ist eine vertrauenswürdige Quelle, was ist eine journalistische, was ist eine private Meinung, ist auf jeden Fall ein richtiger Ansatz. Kurz vor der Bundestagswahl gibt es damit jetzt eine Handhabe, die kurzfristig, pragmatisch, gut anwendbar ist. Vielleicht muss man so ein Labeling jetzt einfach mal ausprobieren. Wie das aussieht, ist allerdings noch gar nicht klar. Ich bin auch der Auffassung, wenn es eine Fake News ist, dann muss sie auch gleich gelöscht werden.

Frage: Das ist aber umstritten.

Antwort: Ja. Aber wenn irgendwo geschrieben wird, "Papst Franziskus unterstützt die Kandidatur von Donald Trump", und das ist falsch, bin ich der Meinung, man müsste solche Nachrichten löschen und diejenigen, die sie verbreiten, auch zur Rechenschaft ziehen. Das heißt, da hängt ein juristischer Rattenschwanz dran, für den können die Journalisten gar nicht verantwortlich sein. Da muss Facebook auch ein Justiziariat beschäftigen und diese Leute aussortieren, die so etwas verbreiten. Denn da beginnt auch das Problem mit übler Nachrede, Volksverhetzung und so weiter.

Frage: Jüngere Mediennutzer, die Millennials, informieren sich über Nachrichten oft in sozialen Medien – sind sie besonders stark gefährdet, auf Fake News hereinzufallen?

Antwort: Ohne Altersdiskriminierung betreiben zu wollen, ich glaube ja. Es ist tatsächlich so, dass Jugendliche und junge Erwachsene einen Großteil ihrer Informationen aus sozialen Netzwerken beziehen. Das ist in Amerika noch viel extremer als hier. Und sie können zwischen den Nachrichtenquellen oft nicht mehr unterscheiden. Darin liegt die Gefahr, leichter auf Fake News reinzufallen, wenn nur oberflächlich gelesen wird, kein Plausibilitätstest mehr gemacht, nicht mehr gefragt wird, kann das eigentlich sein, dass Papst Franziskus Donald Trump unterstützt? Das wird oft unreflektiert geteilt und als Tatsache wahrgenommen.

Frage: Wie sehen Sie das für die nähere Zukunft?

Antwort: Wir sind an einem Wendepunkt: Wie kriegt man die 16-Jährigen noch eingefangen? Wie kriegt man sie dazu, sich mit Journalismus zu beschäftigen? Das ist vielleicht die letzte Generation, bei der wir noch etwas richtig machen können, die nächste weiß dann am Ende gar nicht mehr, was die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" oder die "Süddeutsche" ist. Diese Marken sind denen nicht mehr vertraut. Dann ist die Frage, wie unser Informations-Ökosystem überhaupt noch funktioniert und ob Journalismus darin noch eine große Rolle spielen wird.

Sie sind Mitgründer des Debattenportals "Vocer", das zu einer Netzwende aufruft, was ist damit gemeint?

Antwort: Wir wollen Trump und die US-Wahl zum Anlass nehmen, uns nochmal ganz grundsätzlich zu fragen, was im Netz alles schief läuft und was besser laufen muss. Und wie wir Journalisten unser Berufsbild noch stärker als Moderatoren verstehen müssen, die Debatten begleiten. Und es geht um Frage, wie man jüngere Mediennutzer noch erreichen kann. Dazu werden wir in den nächsten Wochen einige Beiträge veröffentlichen. Netzwende ist auch der Hashtag dazu. Netzwende, weil Trump für uns Journalisten der Weckruf war, wie damals Tschernobyl der für die Atompolitik und die spätere Energiewende.

ZUR PERSON: Stephan Weichert wurde 1973 geboren, studierte unter anderem Psychologie und Medienwissenschaft an der Universität Trier, außerdem Soziologie, Journalistik und Kommunikationswissenschaft an der Uni Hamburg. Er promovierte 2006 dort an der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Er ist Professor für Journalismus und Kommunikationswissenschaft an der Hochschule Macromedia. Außerdem ist er wissenschaftlicher Leiter des Masterstudiengangs Digital Journalism an der Hamburg Media School und Mitbegründer des Portals "Vocer".

Von Andreas Heimann

25.1.2017

INFO-HÄPPCHEN: Aus der Branche

Von „Fake News“ über Virtual Reality bis zu Programmatic Campaigning: Aktuelle Entwicklungen, Trends und Zahlen liefert unser Branchenüberblick.

Trends im Digital-Journalismus

Warum Gesetze nicht gegen Hate- und Fake-News helfen, Programmatic Campaigning für den Journalismus derzeit kaum absehbare Konsequenzen hat und warum es in diesem Jahr besonders darauf ankommt, Haltung zu zeigen, steht in diesem Kommentar.

„Fake News“ als Chance für Medien

Mehr als zwei Drittel der Medien-Bosse sehen „Fake News“ als Chance für Qualitätsmedien, ergibt eine neue globale Umfrage. Manche befürchten allerdings, dass sich viele wegen des sinkenden Vertrauens der Öffentlichkeit in Medien gänzlich abwenden. Details finden Sie hier.

Virtual Reality und 360-Grad-Video

Virtual Reality und 360-Grad-Videos haben die Medienlandschaft noch nicht maßgeblich verändert. Warum der richtige Inhalt ein Schlüsselfaktor dafür ist, hier für einen Durchbruch zu sorgen, und wer derzeit den Markt dominiert, schreibt NetNewsCheck.

21.11.2016

Thema Paid Content kommt in Schwung

Für digitale journalistische Inhalte Geld zu verlangen, schien lange Zeit schwierig. Inzwischen führen immer mehr Medien Bezahlmodelle ein. "Paid Content ist für die Verlage derzeit eines der wichtigsten Themen", sagt Stephan Scherzer, Hauptgeschäftsführer des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ). Er sieht darin sogar den Platinstandard: "Wenn Leser bereit sind, Zeit und Geld zu investieren – mehr geht nicht."

"Vor zwei, drei Jahren gab es nur zarte Pflänzchen", beschreibt Scherzer die Entwicklung. Das habe sich erheblich gewandelt. "Und ich erwarte, dass das Jahr 2017 im Zeichen von digitalem Paid Content stehen wird." Das gilt nicht nur für Magazine, bereits 122 von 333 Tageszeitungsverlagen in Deutschland hätten Bezahlmodelle eingeführt. "Und es geht kontinuierlich weiter", ergänzt Holger Kansky, Referent Multimedia beim Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). 

Ende Juni teilte der Spiegel-Verlag mit, auf "Spiegel Online" einzelne Beiträge kostenpflichtig zu machen. Abgerechnet wird mit dem Bezahlsystem Laterpay – erst wenn ein Betrag von fünf Euro zusammengekommen ist, muss sich der Nutzer registrieren und zahlen. Mitte September folgte die "Frankfurter Rundschau", die ebenfalls per Laterpay abrechnet. Anfang Oktober gab die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) bekannt, ausgewählte Online-Artikel von "faz.net" kostenpflichtig zu machen.

Auch der Zeit Verlag will in diesem Herbst mit einem Bezahlmodell starten. Der exakte Termin steht laut "Zeit online"-Geschäftsführer Christian Röpke noch nicht fest, die Bezahlvariante schon: "Was nach unserer Erfahrung erfolgreich ist, das sind Abos." Der Großteil der frei verfügbaren Inhalte von "Zeit Online" bleibt es auch künftig. Andererseits sollen mehr Artikel aus der "Zeit" integriert werden, die login-pflichtig sind. Ab einer bestimmten Zahl gelesener Artikel geht es nur für Abonnenten weiter.

Wechsel vom Metered Model zu „Freemium“

Zu den Paid-Content-Pionieren gehörte Ende 2012 die "Welt" aus dem Medienhaus Axel Springer. Bezahlvariante der Wahl war das Metered Model, bei dem eine festgelegte Menge an Berichten kostenfrei ist. "Es ist sowohl vom Handling intern als auch für den Nutzer sehr einfach", sagt "WeltN24"-Geschäftsführerin Stephanie Caspar. Der Nachteil sei, dass die Bezahlpflicht nur davon abhängt, wie viele Artikel der Nutzer gelesen hat, nicht von der Qualität und Exklusivität. 

Mitte September teilte der Verlag den Wechsel zum Freemium-Modell mit, bei dem exklusive oder aufwendig recherchierte Beiträge von vorneherein kostenpflichtig sind, andere Artikel aber kostenlos bleiben. Unabhängig vom Bezahlmodell nimmt Paid Content nach Caspars Überzeugung an Bedeutung zu: "Als wir 2012 angefangen haben, waren wir unter den überregionalen Qualitätsmedien die einzigen und haben auch Reaktionen bekommen, dass das kompletter Irrsinn wäre", sagt sie. "Wenn man sieht, wie sich die Branche verändert hat und auch die Zahlungsbereitschaft, hat sich doch eine ganze Menge getan."

Allerdings haben die Erlöse noch nicht die Größenordnung wie im Print. "Ich bin eine Digitale, ich konsumiere die meisten unserer Inhalte digital, aber Print hat noch eine ganz entscheidende Stellung", sagte Caspar. "Für mich ist derzeit noch nicht absehbar, wann Digital Print ablösen wird.“

"Bild plus" bereits "relevanter Geschäftszweig"

"Bild"-Verlagsgeschäftsführerin Donata Hopfen sieht das ähnlich: Das kostenpflichtige Online-Angebot "Bild plus" mit mehr als 330.000 Abonnenten sei bereits ein "relevanter Geschäftszweig". Insgesamt gebe es eindeutig einen Trend zu Paid Content. Er bleibe aber nur eine Erlössäule neben Werbung.

Kurzfristig sei auch nicht die entscheidende Frage, ob sich durch die Paid-Content-Erlöse die Rückgänge im Printgeschäft kompensieren lassen. "Das sind zwei unterschiedliche Märkte." Das Gesamtziel müsse sein, unabhängigen Journalismus auch in der digitalen Welt langfristig möglich zu machen.

VDZ-Geschäftsführer Stephan Scherzer bewertet die Entwicklung ähnlich: "Aktuell kann der Rückgang der Printauflage durch Paid Content nur abgemildert werden. Die Umsätze reichen noch nicht, um das zu kompensieren", sagte er. "Wir reden bei den großen Titeln von fünf bis zehn Prozent der Umsätze, die meisten liegen unter fünf Prozent." Mittelfristig sei aber denkbar, dass sich das ändert.

Holger Kansky ergänzt: "Die Branche braucht einen langen Atem. Paid Content ist ein Marathon." Kansky weist auf eine Studie des IT-Branchenverbands Bitkom hin, nach der fast drei Viertel derjenigen, die nicht bereit sind, für journalistische Inhalte im Netz zu bezahlen, als Grund nannten, es gebe genügend kostenlose Alternativen. Das zeige, wie wichtig es sei, flächendeckend kostenpflichtige Angebote zu etablieren.

Von Andreas Heimann

Service: Übersicht über Paid-Content-Angebote deutscher Tageszeitungen

21.11.2016

Info-Häppchen: Aus der Branche

Von E-Paper über Start-ups bis zu Virtual Reality: Aktuelle Entwicklungen, Trends und Zahlen liefert unser Branchenüberblick.

Digital treibt Zeitungsnutzung

Rund 39,8 Millionen Menschen in Deutschland nutzen das Digitalangebot der Zeitungen. Das entspricht einer Reichweite von 57,3 Prozent. Zusammen mit den Printausgaben (43,4 Millionen; Reichweite 62,3 Prozent) kommen die Tageszeitungen auf 60,1 Millionen regelmäßige Leser ab 14 Jahren und eine Nettoreichweite von 86,3 Prozent. Das ergibt eine Sonderauswertung der Markt-Media-Studie durch die ZMG Zeitungs Marketing Gesellschaft. 

Was deutsche Medien-Start-ups eint

Start-ups im Medienbereich haben sehr unterschiedliche Ausrichtungen, aber meist eine Gemeinsamkeit: Sie verzichten auf Werbung, die Inhalte sind kostenpflichtig. Wie “Perspective Daily”, “Der Kontext” und “Deine Korrespondentin” damit umgehen, ist hier zu lesen. 

E-Paper weiter im Aufwind

Die E-Paper-Auflage der deutschen Zeitungen ist im 3. Quartal 2016 auf über eine Million pro Erscheinungstag gestiegen. Das ist ein Plus von 24 Prozent. Auf die Tageszeitungen entfallen 820.000 Verkäufe, dazu kommen Sonntagszeitungen und Wochenzeitungen. Deutlich beliebter ist auch, die digitalen Ausgaben der Zeitung regelmäßig im Abonnement zu erhalten, zeigt eine Auswertung der aktuellen IVW-Erhebung durch die ZMG Zeitungs Marketing Gesellschaft. 

Wie „The Sun“ Snapchat einsetzt

Die britische Boulevardzeitung "The Sun" erreicht mit ihrem Snapchat-Angebot laut eigenen Angaben bis zu eine Million Leser pro Tag. Seit April ist das Blatt im „Discover“-Bereich vertreten. Produziert wird eine tägliche Ausgabe mit animierten Headlines, Musik und Geschichten, die sich an junge Leser richten. Nähere Infos finden sich hier. 

Chancen durch Augmented und Virtual Reality

Virtuelle Realitäten könnten Verlegern neue journalistische Möglichkeiten eröffnen – etwa beim Storytelling. Einige Zeitungen haben in diesem Bereich bereits erste Schritte unternommen. Beispiele für konkrete Anwendungen und Strategien liefert dieser Bericht.

21.11.2016

Verlage kämpfen gegen Adblocker

Aufpoppende Videos und aggressive Banner – Werbung im Internet kann mitunter nervtötend sein. Viele Nutzer haben einen sogenannten Adblocker installiert, der unerwünschte Reklame ausfiltert. Für die andere Seite, die auf die Werbeerlöse angewiesen ist, sind sie jedoch ein Problem.

"Der Branche geht im Jahr ein dreistelliger Millionenbetrag durch Adblocking verloren", sagt Oliver von Wersch vom Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW). Einige Medienhäuser reagieren bereits: Nach Bild.de und Gruner + Jahr sagt jetzt auch die "Süddeutsche Zeitung" Adblockern den Kampf an. Um Artikel zu lesen, müssen Nutzer entweder ihren Blocker ausschalten, sich per Name und E-Mail registrieren oder ein Abo abschließen. "Adblocker blockieren eine der wichtigsten Finanzierungsquellen unseres digitalen Angebotes", heißt es jetzt bei SZ.de. "Wir bitten Sie daher, das Programm zumindest für unsere Seite zu deaktivieren." 

"Es geht vor allem um Haltung", sagt SZ.de-Geschäftsführer Johannes Vogel. "Und um die Frage, wie journalistische Angebote künftig finanzierbar sind." Wie fällt die erste Bilanz aus? "Für konkrete Zahlen ist es schlichtweg noch zu früh. Aber wir stellen fest, dass die Netto-Reichweite, also die Ad-Impressions, die wir ausspielen können, deutlich und relevant gestiegen ist. Allerdings können wir nicht sagen, wieviele Nutzer unsere Seite komplett verlassen." Schließlich schwanke die Zahl der Seitenaufrufe von Tag zu Tag. 

Angst vor Verlust von Reichweite

In der Branche wird das Thema zwar heiß diskutiert – aber nur wenige Verlage ziehen zurzeit mit. "Viele haben schlichtweg Angst, Reichweite zu verlieren", sagt Vogel. "Die Angst können wir nachvollziehen." Viele Marktteilnehmer seien noch immer der Meinung, das Problem würde sich schon irgendwie erledigen, meint Stefan Betzold von Bild Digital. "Aber es bringt nichts, den Kopf in den Sand zu stecken." 

Bild.de machte im Herbst 2015 den ersten Schritt, und sperrte Adblocker-Nutzer aus. Ein mutiger Vorstoß, der sich laut Betzold aber gelohnt hat. "Wir hätten das schon viel früher machen sollen", sagt er. "Bereits nach zehn Tagen wurde die Adblock-Rate um 70 Prozent reduziert, inzwischen sind wir bei 90 Prozent." Jedoch könne nicht gemessen werden, ob die User ihren Adblocker komplett aus- oder nur bild.de freischalten. 

Immerhin: Nach Angaben des BVDW geht die Adblocker-Nutzung heuer stetig zurück, wenn auch in kleinen Schritten. Demnach lag die Adblocker-Rate im dritten Quartal dieses Jahres bei 19,11 Prozent. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatten noch 21,16 Prozent die Online-Display-Werbung geblockt. 

Von sinkenden Zahlen will der weltweit größte Adblocker-Anbieter dagegen nichts wissen. Einen Rückgang gebe es nicht, sagt Sprecherin Laura Dornheim von Adblock Plus der Kölner Eyeo GmbH. Klar sei aber auch, dass der Markt in Deutschland einigermaßen gesättigt sei. Der Blocker mit über 100 Millionen Nutzern ist vielen Medienunternehmen ein Dorn im Auge. Im Sommer erzielte der Axel-Springer-Verlag vor dem Oberlandesgericht (OLG) Köln einen Teilerfolg gegen Eyeo. 

Die Richter halten die Blockade von Werbung zwar für zulässig, nicht aber das Geschäftsmodell des "Whitelisting". Dabei verlangen die Blocker-Anbieter von größeren Website-Betreibern Geld, damit sie in eine Liste mit "akzeptabler Werbung" aufgenommen werden. Für viele Publisher ist das ein erpresserisches Vorgehen. Eyeo hat jedoch gegen das Urteil Revision eingelegt und will in der Sache bis vor den deutschen Bundesgerichtshof ziehen. 

Freundliche Aufforderung zeigt Wirkung

Interessante Ergebnisse ergab unlängst ein Test der "Financial Times". Die US-Wirtschaftszeitung teilte ihre registrierten Leser in drei Gruppen auf: Auf die radikalste Maßnahme, bei der die User komplett von den Inhalten ausgeschlossen wurden, deaktivierten 69 Prozent ihren Blocker. Bei Variante zwei wurde ein lückenhafter Text angeboten – und 47 Prozent schalteten ab. Und allein schon auf die freundliche Aufforderung den Adblocker auszuschalten – auch wenn sie dennoch alle Inhalte lesen konnten – reagierten 40 Prozent. 

Das eigentliche Problem ist die Art und Weise der Werbung: "Da müssen wir als Branche ran", sagt von Wersch vom BVDW. Ziel sei, Reklame nutzerfreundlicher zu machen. "Wenn sie weniger aggressiv und nervig ist, gibt es auch weniger Probleme mit Adblockern." Das haben auch einige Publisher erkannt. 

So kündigte Bild.de vor einigen Wochen an, einzelne, als störend empfundene Werbeformate wie Video-Overlays nicht mehr anzubieten. "Der Gesamtumfang von Werbung darf nicht zu überdimensioniert sein", sagt Betzold. "Aber Werbetreibende wollen oft möglichst aufmerksamkeitsstark sein. Bei einer nutzerfreundlicheren Gestaltung von Werbung kommt es darauf an, dass alle an einem Strang ziehen." 

Und SZ.de-Manager Vogel sagt: "Auch bei uns gibt es Werbeformen, über die man streiten kann. Über die auch wir mit unseren Kunden streiten, was nun wirklich vertretbar ist." Da gingen die Meinungen und persönlichen Bedürfnisse auseinander. "Wir tun aber viel dafür, die ganz massiven und nervenden Werbeformen nicht zuzulassen.“ 

Von Jenny Tobien 

Service: Advertising Age über den Test der Financial Times (englisch)

18.11.2016

Aktuelle Trends und Erfolgsgeschichten um Mobile Publishing

Durch den digitalen Wandel sind in der Medienbranche Lösungen gefragt, die in einer veränderten Welt erhöhte Kundenzufriedenheit und steigende Leserzahlen ermöglichen. Die App "Mobile Publishing Suite" (MPS) wurde von der APA-IT entwickelt, um ausgabeorientierte Publikationen benutzerfreundlich für mobile Endgeräte zugänglich zu machen. Donnerstagvormittag trafen sich Experten und Anwender im Rahmen der "Mobile Publishing Suite-Community" zum Know-how-Austausch und diskutierten Trends und Entwicklungen.

Eines der bedeutendsten Zukunftsthemen in der Medienbranche sind Chatbots - Maschinen, die in der Lage sind, wie Menschen zu kommunizieren, zum Beispiel auf Messaging-Plattformen. Vom Beantworten einfacher Fragen über das Anbieten relevanter Artikel bis hin zum automatisierten Customer Service - die intelligenten Programme versprechen ein intuitives Anwendererlebnis. Der Experte Nicholas Stricker, Head of Customer Success beim Berliner Messenger-Startup Spectrm, erläuterte in seiner Keynote, welche Chancen sich dadurch für Verlagshäuser bieten. "Ein guter Chatbot ermöglicht es den Usern, zu einem Artikel oder Thema Fragen zu stellen, um Bedeutung und Wahrheitsgehalt beurteilen zu können. Hier können vor allem traditionelle Publisher punkten, da sie zu ihren Inhalten über eine Fülle an Informationen verfügen und sich an die Tatsachen halten", so Stricker.

Im anschließenden Expertengespräch stellte Michael Kamleitner, CEO Die Socialisten und Swat.io, fest, dass die Entwicklung von Chatbots noch ganz am Anfang stehe. "Aktuell rufen Bots eher gemischte Emotionen hervor, da sie uns in vielen Fällen noch nicht richtig verstehen. Angebote gehen dann gut, wenn sie einfach und regelbasiert funktionieren und nicht so tun, als ob sie intelligent wären", erklärte Kamleitner. "Software-Anwendungen müssen in der Lage sein, Benutzer kennen zu lernen und deren Verhalten und Bedürfnisse zu verstehen - dann können sie Service mit echtem Mehrwert bieten", fügte Alexander Falchetto, Geschäftsführer APA-IT, hinzu.

Robert Kuschela, Produktionsleiter Kronen Zeitung, präsentierte in seinem Vortrag eine Success Story zur neuen Version 5.0 der MPS. Die E-Paper-Ausgabe der Kronen Zeitung erfreut sich steigender Beliebtheit. Seit kurzem wird sie den Abonnentinnen und Abonnenten mit der individualisierbaren App-Lösung der APA-IT zur Verfügung gestellt. "Unsere Leser sollen mit nur einem Klick ihre gewünschten Inhalte finden, und für unsere Redakteure und Techniker soll so wenig wie möglich Zusatzaufwand entstehen - deshalb haben wir uns für die MPS entschieden", berichtete Kuschela.

Danach informierten die Experten der APA-IT über neue Features und zukünftige Entwicklungsmöglichkeiten für die MPS. Die Version 5.0 wartet mit einer Reihe neuer Funktionen auf. Das "Dashboard", eine individualisierbare Startseite, kann jetzt auch mit Social-Media-Feeds oder Sudoku erweitert werden. Wie bisher können alle gängigen Werbeformate geschaltet werden. Zusätzlich wurden die Erkenntnisse aus einem ausführlichen Usability Test umgesetzt, um die Bedienung der App noch intuitiver zu gestalten. Die Version 5.1 befindet sich bereits in Planung. Kernpunkte sind die Erweiterung der Analysefunktionen für die Verlage und die Möglichkeit, unkompliziert Ausgaben in unterschiedlichen Formaten zu integrieren. Die Veranstaltung schloss mit einem Workshop, bei dem Entwickler und Anwender in intensivem Austausch einen gemeinsam Blick in die Zukunft der MPS machten.

Das detaillierte Angebot zur Zeitungs-App Mobile Publishing Suite stellt die Webseite www.mobilepublishingsuite.com vor. Informationen zu weiteren Angeboten der APA-IT gibt es unter www.apa-it.at.

Über APA-IT

Die APA-IT Informations Technologie GmbH bietet Komplettlösungen mit Fokus auf die Bereiche Media Solutions und IT-Outsourcing. Als Tochterunternehmen der APA - Austria Presse Agentur betreibt die APA-IT die Infrastruktur der österreichischen Nachrichtenagentur sowie zahlreicher weiterer Medienbetriebe. Etablierte Systeme und Tools werden kontinuierlich weiterentwickelt und für individuelle Kundenbedürfnisse maßgeschneidert. Dabei steht die APA-IT ihren Kunden als zuverlässiger Partner - von der Konzeption bis zum laufenden Betrieb - zur Verfügung. Know-how und Branchenverständnis machen das Unternehmen zum Spezialisten für IT-Lösungen von Verlagen und Unternehmen mit mediennahen Aufgabenstellungen.

Gemeinsam mit der Zweigniederlassung Gentics Software, die auf Content Management- und Publishing-Lösungen spezialisiert ist, werden etablierte Systeme und Tools kontinuierlich weiterentwickelt und für individuelle Kundenbedürfnisse maßgeschneidert.

Rückfragehinweis: 
APA - Austria Presse Agentur 
Barbara Rauchwarter 
Unternehmenssprecherin 
Leiterin Marketing & Kommunikation 
Tel.: +43 1 36060-5700 
E-Mail: barbara.rauchwarter@apa.at 
http://www.apa.at

8.7.2016

Rückschau Zeitung digital 2016:
Mobile ist King, aber woher kommen die Erlöse?

Berlin - Earl Wilkinson, Chef des weltweiten Strategieverbundes INMA (International News Media Association), lässt keine Zweifel zu: „2020 wird das Smartphone weltweit die mit Abstand meistgenutzte Medien-Plattform sein.“ Und Ralf Ressmann, Research-Experte der Publishing-Organsation  WAN-Ifra, ergänzt: „Wenn eines sicher ist, dann ist es Mobile, Mobile, Mobile.“ Die beiden Fachleute wiesen den 300 Teilnehmern des BDZV-Fachkongresses Zeitung digital in Berlin die Richtung für die kommenden Jahre. Wie ein roter Faden aber zog sich zugleich die immer gleiche Frage durch Keynotes und Diskussionen: Und woher kommen die Erlöse?

Der rasante Trend zur mobilen Mediennutzung wird vor allem von jungen Zielgruppen getrieben, die aber nach derzeitigem Stand weder die üblichen digitalen Werbeformen akzeptieren (Stichwort Ad-Blocker), noch klassische Bezahlmodelle wie Abonnements oder Paywalls. Wer sind diese sogenannten Millennials, also alle unter Mitte Dreißig, die mit dem Web aufgewachsen sind? Prof. Stephan Weichert  von der Hamburg Media School (HMS) versucht der digitalen Generation mit einer Studie im Auftrag des BDZV auf die Spur zu kommen. Die ersten Ergebnisse belegen, dass auch die Jungen ein enormes Bedürfnis nach vertrauenswürdiger Information haben. Aber die Ansprüche an Auswahl, Sprache oder Formate verändert sich erheblich gegenüber traditionellen Medienangeboten. Rune Ulvik, Nachrichtenchef der kleinen norwegischen Zeitung „Bergensavisen“ und selber erst Mitte Zwanzig, setzt erfolgreich auf junge Zielgruppen und die Plattform Smartphone. Eine seiner Empfehlungen: „Junge Zielgruppen wollen sich bei lokalen Themen beteiligen und einbringen.“

Ulvik setzt auf Reichweite und Werbefinanzierung – oft ersetzen bereits Native Advertising-Inhalte die störenden Displaybanner. Aber Matthias Müller von Blumencron, Digitalchef der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) warnt bei der Bewertung digitaler Erlösmodelle vor Illusionen: „Es gibt die eine Lösung nicht, die uns ausreichend digitale Erlöse beschert. Das Thema ist komplex, detailreich und mühsam.“ Und Ralf Ressmann bestätigt: „Ich sehe nicht die eine Silverbullet.“ Ressmann lobt neue App-Konzepte wie die der FAZ, der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) oder von der Schweizer TA Media. Dort gebe es einmal am Tag eine hochwertige Auswahl von Inhalten in einem eigenständigen Produkt mit eigenem Preis. „Erfolgreiche mobile Angebote sind eben keine 1:1 Kopie der Website mehr.“ Earl Wilkinson machte den Verlegern auf der einen Seite Hoffnung, dass die weiter steigende mobile Nutzung auch fast automatisch zu steigenden mobilen Werbeerlösen führen wird. Auf der anderen Seite betonte er. “Die Paywalls werden scheitern, wenn wir den Menschen im Gegenzug nicht zusätzliche Services und echten Mehrwert bieten.“ Wilkinson verwies auf das radikale Modell der kanadischen Zeitung „La Presse“. Ihre Printausgabe erscheint nur noch am Samstag, die Tablet-App ist kostenlos und sie wird allein über hohe Werbeerlöse finanziert.

Als wenn die Lage nicht schon unübersichtlich genug wäre, verändern nun auch noch die Web-Giganten Google und Facebook unter dem Stichwort Distributed Content die Spielregeln. Mit Accelerated Mobile Pages (AMP) will Google helfen, dass mobile Medienangebote  schneller auf den Smartphones laden, um so auch die Ad-Blocker zu stoppen. Zugleich wertet der Konzern damit aber auch die eigene Suche und Google News auf. Ähnliche Ambitionen werden Facebook mit seinem Konzept Instant Articles nachgesagt. Segen oder Fluch? Matthias Müller von Blumencron plädiert für Offenheit: „Digitale Distribution ist ein Feld, das wir Verlage erst jetzt zu verstehen beginnen. Das ist eine neue Wissenschaft. Da brauchen wir eine Labor- und Experimentalkultur. Vielen ist nicht klar, in welch radikale Veränderungen wir laufen.“ Juliane Leopold, ehemalige Chefin von Buzzfeed in Deutschland ist skeptischer: „Bislang nutzt zum Beispiel das Modell Instant Articles nur Facebook. Die ersten Erfahrungen sind ziemlich enttäuschend.“ Aber in einem Punkt pflichtet sie dem FAZ-Mann bei: „Ich wünsche mir von den Verlegern auch deutlich mehr Mut und Pioniergeist.“

Das der sich lohnen könnte, davon ist Earl Wilkinson überzeugt und verweist auf neue Trends in den USA, wo die ein oder andere Medienmarke wie etwa die „Washington Post“ oder die „New York Times“ im Wettbewerb mit den jungen digitalen Medienanbietern wie Vice, Buzzfeed oder Business Insider dank mutiger digitaler Transformation bis tief in die Redaktion hinein Boden gutmachen. Bei einem großen Publishingkonzern wie Hearst, so Wilkinson, laute die Devise mittlerweile: „Zwischen uns und den digitalen Hypemarken wie Vox Media oder Refinery29 gibt es im Newsroom gar keinen Unterschied mehr.“ Steigende Nutzungszahlen auch in jüngeren Zielgruppen scheinen die Richtigkeit einer mutigeren Digitalstrategie zu bestätigen.

Meinolf Ellers, ist Chief Digital Officer (CDO) der dpa und Geschäftsführer der dpa-digital services GmbH

8.7.2016

Zahlungsbereitschaft für Online-Nachrichten steigt

Immer mehr Internetnutzer in Deutschland sind einer aktuellen Umfrage zufolge bereit, für journalistische Inhalte im Netz auch zu zahlen. Demnach haben 36 Prozent der Anwender in den vergangenen Monaten für Nachrichten oder andere Inhalte im Netz Geld ausgegeben. Ein Jahr zuvor waren es bei einer vergleichbaren Umfrage erst 31 Prozent, teilte der Digitalverband Bitkom mit.

"Ein gutes journalistisches Angebot lassen sich die Nutzer auch im Internet etwas kosten", sagte Bitkom-Vizepräsident Achim Berg bei der Vorstellung der Studie. Den Ergebnissen zufolge bezahlen 22 Prozent der Nutzer kostenpflichtiger Angebote eine monatliche Pauschale, 20 Prozent von ihnen bezahlen pro Artikel oder Ausgabe. Wer nicht bereit ist, für journalistische Inhalte im Netz Geld auszugeben, gibt als Grund die ausreichende Verfügbarkeit kostenloser Inhalte an (73 Prozent) oder ist der Meinung, dass die Qualität der Inhalte keine Bezahlung rechtfertige (50 Prozent). Zu teuer finden 32 Prozent der Befragten die kostenpflichtigen Beiträge im Netz. Abrechnungsmodelle für journalistische Inhalte im Netz haben sich laut Bitkom noch nicht wirklich durchgesetzt.

Der Verband führte eine repräsentative Erhebung unter Geschäftsführern und Vorstandsmitgliedern durch. 59 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sämtliche Inhalte kostenlos anbieten. Unter den Bezahlmodellen ist das Freemium-Modell am populärsten (31 Prozent der Befragten), gefolgt von einer generellen Bezahlschranke (15 Prozent) sowie einem zeit- oder mengenmäßig beschränkten Zugang (7 Prozent der Befragten).

Digitale Verkaufserlöse werden zulegen

Rund die Hälfte der befragten Medienunternehmen ist der Meinung, dass die Bedeutung digitaler Verkaufserlöse in den kommenden Jahren steigen oder sogar stark steigen wird. Print-Formate wie Tageszeitungen, Wochenzeitungen und Zeitschriften sind künftig demnach weniger gefragt. „Online-Medien, Video-Streaming-Dienste und Internet-Radio werden in den nächsten Jahren weiter an Bedeutung gewinnen“, sagte Berg.

Auf den Trend zur mobilen Nachrichtennutzung wurde bereits reagiert: 92 Prozent der Medienunternehmen bieten laut Bitkom eine mobile Website an, bei der sich die Inhalte an unterschiedliche Bildschirmgrößen anpassen. Zwei Drittel haben eine oder mehrere Smartphone-Apps und gut die Hälfte eine Tablet-App. Ein Viertel bietet ein digitales E-Paper an.

Service: Details sind hier zu finden.

8.7.2016

Info-Häppchen: Aus der Branche

Warum Textnachrichten noch immer schneller und einfacher zu konsumieren sind als Videos, dass bereits jeder zweite Deutsche digitale Zeitungen liest und wie Chefredakteure die digitale Transformation sehen, zeigt unser Kurzüberblick.

 

Text topt Videos

Soziale Netzwerke und mobile Endgeräte werden für die Verbreitung von Nachrichten immer wichtiger. Gleichzeitig sind Textnachrichten schneller und einfacher zu konsumieren als Videos. Allerdings nutzen immer mehr Online-User Adblocker zum Ausblenden von Werbung. Das sind die wichtigsten Trends aus dem neuesten "Digital News Report" des Reuters Institute der Universität Oxford. Für die Studie wurden insgesamt über 50.000 Personen in 26 Ländern befragt.

Zeitung digital boomt

Die digitalen Reichweiten der Zeitungen wachsen auf hohem Niveau. Bereits 10 Mio. Internetnutzer lesen die digitale Zeitung täglich. Monatlich sind es sogar 36,3 Mio. – was 52,4 Prozent der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren entspricht. Das heißt: Jeder zweite nutzt die Websites und Apps der Zeitungen, zeigt eine Auswertung der ZMG Zeitungs Marketing Gesellschaft, die auf den Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung basiert.

Personalisierung und VR bewegt

Bei einem der wichtigsten internationalen Kongresse für Medieninnovation, dem Global Editors Network (GEN) in Wien, diskutierten 600 Chefredakteure über die Zukunft des Journalismus. Dabei ging es um Roboter im Journalismus, Newsgaming, die digitale Transformation oder auch Instant Articles. Eine Übersicht gibt es hier und hier.

8.7.2016

Snapchat: Wie Medien an die Millennials kommen wollen

In den Archiven deutscher Verlagshäuser schlummern Millionen von Artikeln. Auf Snapchat verschwinden Inhalte spätestens nach einem Tag. Passt das zusammen – und wie können Redaktionen die gehypte App nutzen?

Kaum haben sich die Pressehäuser mit Facebook und Twitter arrangiert, wird das nächste große Ding angesagt: Snapchat. Die App mit den schnell vergänglichen Inhalten ist der Renner bei den jungen Nutzern – also denen, die eine gedruckte Zeitung oder feste Sendetermine im TV manchmal nur noch von ihren Eltern kennen. Einige deutsche Redaktionen wagen daher erste Gehversuche mit Snapchat. In den USA legen einige Medien vor und versuchen, von der Andersartigkeit von Snapchat zu profitieren.

Zur Fallhöhe: "2016 ist für mich ganz klar das Snapchat-Jahr", sagte kürzlich der Hamburger Medienwissenschaftler Stephan Weichert. "Ich treffe keinen Jugendlichen mehr unter 25, der nicht bei Snapchat ist." Erwachsene lässt die App häufig verwirrt zurück. Im Schnelldurchlauf: Kern ist die Nachrichtenfunktion, die Bilder, Text und Videos an Freunde verschicken kann, dekoriert mit Emojis und Text. Der Clou: Nach spätestens zehn Sekunden löschen sich die Nachrichten von selbst. Bis zu 24 Stunden sind "Storys" dagegen öffentlich einsehbar, Ansammlungen von einzelnen Snaps.

Und besonders interessant für Verlage: die „Discover"-Funktion. Hier präsentieren ausgewählte Medien wie CNN, MTV, Vox.com und Vice aufwendiger gemachte Snaps, teils mit längeren Artikeln – und Werbung. Bislang sind es fast nur englischsprachige Kanäle aus den USA, dabei sind aber etwa auch die englische "Sun" und "Sky News". 60 Millionen Nutzer schauten sich jeden Monat die "Discover"-Sektion an, heißt es vom Unternehmen – die besten Kanäle kämen auf sechs bis sieben Minuten pro Snapchatter pro Tag.

"Discover" wird attraktiver

Das ist bei 100 Millionen aktiven Nutzern täglich allerdings noch nicht so viel. Mit einem Update will Snapchat "Discover" attraktiver machen: Jetzt werden mit großen Symbolen Inhalte geteasert statt nur wie bisher Namen gezeigt, dazu kann man die Kanäle abonnieren. "Discover" ist jetzt auch mit den beliebten "Live"-Storys durchmischt, für die Snapchat selbst Inhalte von Usern zu bestimmten Themen oder Events kuratiert.

Gibt es Pläne für ein deutsches "Discover"? Kein Kommentar, teilt eine Snapchat-Sprecherin mit. Ohne Teil von "Discover" und Partner von Snapchat zu sein, gibt es auch keine Beteiligung an Werbeeinnahmen – die Werbung auf Snapchat sei "hinreißend" anzusehen, schwärmt das Unternehmen selbst. "Snapchat ist das Hype-Thema 2016", sagt auch Holger Kansky, Multimedia-Referent beim Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV). "Denn die Frage ist: Wie erreicht man die Millennials noch?" Doch noch sind nicht viele Redaktionen auf Snapchat zu finden.

Beispiele: "Bild" tritt recht systematisch auf, bietet Blicke hinter die Kulissen und Nachrichten-Schnipsel. Gerade Jugend-Redaktionen sind auf Snapchat aktiv, etwa "bento" ("Spiegel"), "BYou" ("Bild") und "ze.tt" ("Zeit"). Auch WDR-Reporter snappen, das ZDF experimentiert damit und lässt Protagonisten einer Dokumentation einen Kanal übernehmen. Das Computermagazin "Chip" zeigt Teaser auf seine Inhalte, auch "Brigitte", "Gala" und "Zeit Magazin" sind dabei. Zudem sind einige Journalisten mit persönlichen Profilen vertreten.

Überblick und schnelle Information

Das alles wirkt noch weitaus weniger ausgefeilt, spontaner und persönlicher als bei Twitter und Facebook – aber das ist die Natur der App. Die vergänglichen Inhalte müssen keinen Likes, Favorites oder Retweets hinterherhecheln - viele Nutzer finden das regelrecht entspannend. Doch Medien arbeiten traditionell anders und setzen auf Verweise, Zweitverwertung, Chronistenpflicht. Für lange Reportagen und ausführliche Texte eignet sich Snapchat ohnehin nicht, eher für Videoschnipsel, Überblicke, schnelle Information.

"Es geht dabei nicht in erster Linie ums Geldverdienen, sondern auch um Markenwahrnehmung und Reichweitenaufbau", sagt Kansky. Und neue Erkenntnisse, auch abseits der Plattform: Wie tickt die Jugend – und wie kann man sie ansprechen? "Snapchat bindet die Aufmerksamkeit einer Zielgruppe, die für klassische Medien deutlich schwerer zu erreichen ist", sagt Stephan Scherzer, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ). Die Frage: "Wie binde ich Menschen an meine Marke?" Mögliche Antwort: Gute Inhalte könnten neugierig auf die anderen Angebote eines Verlags machen. "Snapchat kann als Teaser funktionieren", sagt Scherzer.

Doch bisher spielen News kaum eine Rolle auf Snapchat. Null Prozent der Internetnutzer gaben bei einer repräsentativen Umfrage im Auftrag des Interessenverbands nextmedia Hamburg an, dass Snapchat das soziale Netzwerk sei, auf dem sie vor allem auf Nachrichteninhalte stoßen – Facebook kam auf fast 50 Prozent. Erhebungen in den USA legen immerhin nahe, dass doch einige Snapchatter auch Nachrichten sehen - vor allem die jüngeren.

Service: Snapchat-Auftritte einiger deutscher Redaktionen:

"Bild": hellobild"Bild am Sonntag": hellobamsWDR: wdr.de"Bento": bento"Chip": chip_de"BYou": byou.bild"Brigitte": brigittemagazin"Gala": gala_magazin"Zeit Magazin": zeitmagazin"ze.tt": ze.tt"Business Punk": businesspunkmag"B.Z.": bz-berlin

26.11.2015

Internationales Experten-Know-how zum Thema digital publishing

Im Juni 2010 präsentierte Steve Jobs das erste iPad - und leitete damit einen Paradigmenwechsel der Mediennutzung ein. Fünf Jahre später ist das Tablet fixer Bestandteil der internationalen Medienwelt. Im Whitepaper, das gemeinsam von der APA-IT und der dpa-digital services produziert wurde, präsentieren Experten aus dem DACH-Raum gelungene Digital-Strategien, decken jedoch auch Stolpersteine und Herausforderungen auf.

Grundsätzlich ist sich die Zeitungsindustrie einig, dass sie bislang nur einen Bruchteil der Potenziale genutzt hat. Die größte Herausforderung bleiben die Jungen: Mit welchen Inhalten erobern Zeitungsmarken ihren festen Platz auch auf den Smartphones der Digital Natives? Und wie können die "Millennials" von dort zu loyalen und zahlungsbereiten Kunden auf dem Tablet konvertiert werden?

Neben einem umfassenden Beitrag zum Thema "Vom Heilsbringer zum Brückenbauer? Das Tablet zwischen Euphorie und Ernüchterung" kommen internationale Experten aus der Medienbranche und Digitalwirtschaft zu Wort:

Gerold Riedmann, Vorarlberger NachrichtenGregor Waller, Digital Age ConsultingKen Doctor, newsonomics.comHeiko Scherer, clapp mobile GmbHNicolas Fromm, Medienholding NordJens Wegmann, Neue Osnabrücker ZeitungRalf Geisenhanslüke, Neue Osnabrücker ZeitungPatricio Hetfleisch, Tiroler TageszeitungLukas Joos, SüdostschweizAndreas Schmutterer, Mediengruppe Pressedruck

In einer Case Study wird ein innovatives, österreichisches Geschäftsmodell präsentiert: epaper.at umfasst die E-Paper-Ausgaben der Tageszeitungen Die Presse, Der Standard, WirtschaftsBlatt und Kleine Zeitung in einer App. Das Flatrate-Modell bietet attraktive Konditionen für Leserinnen und Leser.

Abschließend skizziert Klaus Weinmaier (Engagement Lab) zwölf Empfehlungen für eine optimale Tablet-Strategie für Medien.

Das Whitepaper steht gratis zum Download zur Verfügung: wp.apa.at

Über die APA-IT

Die APA-IT Informations Technologie GmbH bietet Komplettlösungen mit Fokus auf den Bereichen Media Solutions und IT-Outsourcing. Als Tochterunternehmen der APA - Austria Presse Agentur betreibt die APA-IT die Infrastruktur der österreichischen Nachrichtenagentur sowie zahlreicher weiterer Medienbetriebe. Dieses Know-how und Branchenverständnis machen die APA-IT zum Spezialisten für IT-Lösungen von Verlagen und Unternehmen mit mediennahen Aufgabenstellungen.

Über dpa-digital services GmbH

Die dpa-digital services GmbH mit Sitz in Hamburg ist ein Unternehmen der APA - Austria Presse Agentur eG und der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH. Die gemeinsame Tochter nutzt die Stärken der beiden Nachrichtenagenturen bei der Entwicklung von Angeboten für den Digital Publishing-Markt in Deutschland. Das Joint-Venture ist Partner für Verlage und deren mobile Innovationen und Strategien. Weitere Informationen unter [www.dpa-digitalservices.com] (http://www.dpa-digitalservices.com/).

Rückfragehinweis: APA - Austria Presse Agentur eG Barbara Rauchwarter Unternehmenssprecherin Leiterin Marketing & Kommunikation Tel.: +43 1 36060 5700 E-Mail: barbara.rauchwarter@apa.at

Digitale Pressemappe: http://www.ots.at/pressemappe/288/aom

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OTS0049 2015-11-26/10:00

6.10.2015

WAN-IFRA Expo: 
Erfolgsstorys zur Zeitungs-App Mobile Publishing Suite

Die WAN-IFRA World Publishing Expo ist jährlich ein Treffpunkt für Führungskräfte von Zeitungsverlagen und Medienunternehmen. In diesem Rahmen begrüßte Martin Schevaracz, Geschäftsführer der dpa-digital services GmbH, am Montag (5. Oktober) in Hamburg rund 30 Fachexperten und internationale Keynote-Speaker beim exklusiven Networking-Event "Mobile Publishing Suite-Community". Drei Medienhäuser aus dem D-A-CH-Raum präsentierten ihre Digitalstrategien, wie die MPS dabei zum Einsatz kommt und wieso es heutzutage ohne Zeitungs-App einfach nicht mehr geht. Es wurde dabei klar: Das Ziel - eine Digitalstrategie für das jeweilige Unternehmen zu definieren - ist im deutschsprachigen Raum überall gleich; die Zugänge oder Anforderungen sind je nach Region und Unternehmensgröße aber unterschiedlich.


MPS-Community, v.l.n.r.: Thomas Letz (DerStandard), Beat Rechsteiner und 
Philipp Honegger (Schaffhauser Nachrichten), Ralf Geisenhanslüke (Neue Osnabrücker Zeitung)

So erklärte Ralf Geisenhanslüke, Chefredakteur der "Neuen Osnabrücker Zeitung": "Die digitale Abendausgabe der NOZ ist ein wesentlicher Baustein der Digitalstrategie. Mit dem neuen Produkt für den frühen Abend können wir neue Nutzergruppen erschließen und zudem die Inhalte in einer neuen, digitalen Form präsentieren." Die digitale Offensive sei gestartet worden, um das Kerngeschäft zu sichern, die digitale Kompetenz des Hauses zu zeigen sowie neue Zielgruppen zu erreichen, die über Print bis dato nicht erreicht wurden.

Thomas Letz, Vertriebs- und Verlagsleiter Print & E-Paper "Der Standard" aus Wien, präsentierte ein Konzept, welches sich am internationalen Vorbild Blendle orientiert: epaper.at - ein Zusammenschluss der Zeitungen "Der Standard", "Die Presse", "WirtschaftsBlatt" und "Kleine Zeitung". "epaper.at ist ein Angebot für Vielleser und Menschen, die sich einen breiten Überblick über Tageszeitungen verschaffen wollen. Der Kunde bekommt vier Zeitungen in einer App", erklärte der Medienexperte. Die MPS der dpa-digital services GmbH bot die optimalen technischen Voraussetzungen für dieses Schulterschluss-Projekt, mit ihrer Hilfe lassen sich Themen über die Suchfunktion in allen vier Zeitungen finden.

Einen anderen Aspekt und Vorteil betonten Philipp Honegger, Geschäftsführer der SOBAG Schaffhausen Online Betriebs AG, und sein Kollege aus der Projektleitung, Beat Rechsteiner: "Die Kunst ist es, mit bescheidenen Mitteln eine kommerziell und technisch funktionierende Lösung zu bieten, welche die Kunden zufriedenstellt und uns nicht überfordert." Im Traditionshaus der "Schaffhauser Nachrichten" galt es, sowohl Mitarbeiter als auch Kunden sensibel auf das digitale Angebot vorzubereiten, denn: "Der Nutzer gibt den Ton an, nicht mehr das Medienhaus. Die Umsetzung mit der MPS war der erste Meilenstein auf einem langen Weg."

Das detaillierte Angebot zur Zeitungs-App Mobile Publishing Suite stellt die Webseitewww.mobilepublishingsuite.com vor. Informationen zu weiteren Angeboten der dpa-digital services GmbH gibt es unter www.dpa-digitalservices.com.


Fachexperten beim exklusiven Networking-Event „Mobile Publishing Suite-Community“. 

Die dpa-digital services GmbH mit Sitz in Hamburg ist ein Unternehmen der APA - Austria Presse Agentur eG und der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH. Die gemeinsame Tochter nutzt die Stärken der beiden Nachrichtenagenturen bei der Entwicklung von Angeboten für den Mobile-Publishing-Markt in Deutschland.

Rückfragehinweis:

APA - Austria Presse Agentur eG 
Barbara Rauchwarter 
Unternehmenssprecherin 
Leiterin Marketing & Kommunikation 
Tel.: +43 1 36060 5700 
E-Mail: barbara.rauchwarter@apa.at

dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH 
Christian Röwekamp 
Leiter Unternehmenskommunikation 
Telefon: +49 30 2852 31103 
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OTS0025 2015-10-06/09:45

26.3.2015

"Abendzeitung" setzt auf App-Lösung von dpa-digital services

Die Münchner "Abendzeitung" (AZ) führt ihren neuen Erfolgskurs fort und treibt die Digitalisierung mit einer App-Lösung voran. Ob Tablet oder Smartphone, von iOS über Android bis zum neuen Web-E-Paper: Das Traditionsblatt ist jetzt von überall aus abrufbar. Für die Umsetzung der App-Lösung hat sich die "Abendzeitung" für die dpa-digital services GmbH entschieden, die dafür bekannt ist, ihre App-Lösungen rasch und individuell umzusetzen. Mit dieser Firmenphilosophie stand die Zusammenarbeit von Beginn an unter einem guten gemeinsamen Stern.

Nach erfolgreicher Projektentwicklung und -umsetzung können Leserinnen und Leser nun auch mit ihren mobilen Devices auf das beliebte Traditionsblatt zugreifen.

Das modulare White-Label Modell der App überzeugte AZ-Geschäftsführer Joachim Melzer von Anfang an: "Die Zusammenarbeit war letztlich eine logische Fortsetzung der Kooperation mit der Mediengruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter Zeitung, wo bereits gemeinsam Zeitungs-Apps für iOS, Android und Windows-8-Tablets erfolgreich entwickelt wurden. Eine Web-E-Paper Version wurde ebenfalls gerade fertigstellt."

Meinolf Ellers, Geschäftsführer der dpa-digital services GmbH, betont: "Die erfolgreiche und rasche Umsetzung der App-Lösung bestätigt den hohen Innovationsgrad der dpa-digital services GmbH. Wir freuen uns, dass wir die AZ auf ihrem Erfolgskurs unterstützen können."

Die AZ-App funktioniert auf allen relevanten Ausspielkanälen für Smartphones und Tablets praktisch ohne Zeitverzögerung und mit kurzen Ladezeiten. Schriftgrößen lassen sich ganz einfach anpassen, das praktische Inhaltsverzeichnis erleichtert das Suchen und Finden von Artikeln in allen Ressorts und ermöglicht den direkten Sprung auf Seiten und Meldungen, die Volltextsuche läuft über die gesamte Ausgabe - viele Vorteile, die die AZ als E-Paper zum digitalen Lesegenuss werden lassen. Natürlich kann man jederzeit innerhalb der App auch auf den Live Content von az-muenchen.de wechseln.

Die dpa-digital services GmbH mit Sitz in Hamburg ist ein Unternehmen der APA - Austria Presse Agentur eG und der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH. Die gemeinsame Tochter nutzt die Stärken der beiden Nachrichtenagenturen bei der Entwicklung von Angeboten für den Mobile-Publishing-Markt in Deutschland. Weitere Informationen unter www.dpa-digitalservices.com.

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7.5.2014

Wechsel in der Geschäftsführung von dpa-digital services

In der Geschäftsführung der dpa-digital services GmbH hat es einen Wechsel gegeben. Günter Kaminger ist aus seiner Funktion als Geschäftsführer ausgeschieden und widmet sich jetzt vollauf seinen Aufgaben als Geschäftsführer der Gentics Software GmbH sowie als Bereichsleiter für Multimedia-Lösungen der APA-IT. Beide Unternehmen sind Töchter der österreichischen Nachrichtenagentur APA, die zu den Gesellschaftern der dpa-digital services GmbH zählt. Kamingers Aufgaben bei dpa-digital services hat Martin Schevaracz, Leiter des Bereiches Marketing & Vertrieb der APA-IT, übernommen. Als Geschäftsführer tritt er an die Seite von Meinolf Ellers, dessen Aufgabenbereich an der Spitze des Unternehmens unverändert bleibt. Ellers kommt von der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH, dem anderen Gesellschafter der dpa-digital services GmbH.

Martin Schevaracz hat 1994 in der APA - Austria Presse Agentur begonnen und im Verlauf seiner Karriere die Abteilungen Kommerzielle EDV, IT-Koordination, Marketing, Vertrieb & Business Development sowie zuletzt Marketing & Vertrieb geleitet. Er verfügt über umfangreiche Erfahrungen in der IT-Branche.

"Günter Kaminger hat im ersten Jahr der dpa-digital services die technischen Weichen für die Mobile Publishing Suite auf dem deutschen Markt gestellt. Dieser Prozess ist nun erfolgreich abgeschlossen. Mit Martin Schevaracz haben wir einen ausgewiesenen IT-Profi an die Spitze der dpa-digital services gestellt, der gemeinsam mit Meinolf Ellers, einem perfekt vernetzten Kenner der deutschen Medienszene, aktiv in den Märkten unterwegs sein wird", erläutert Peter Kropsch, geschäftsführendes Vorstandsmitglied der APA, die Umstrukturierung an der Führungsspitze.

"Wir danken Günter Kaminger für sein erfolgreiches Wirken und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Martin Schevaracz", erklärt Andreas Schmidt, Geschäftsführer der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH.

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9.4.2014

Internationaler Expertenaustausch zu Mobile Publishing

Die APA-IT und dpa-digital services GmbH luden gestern, Dienstag, Kundinnen und Kunden zum Networking-Event "Mobile Publishing Suite-Community" in die Austria Presse Agentur.

Bei der ganztägigen Veranstaltung wurde der internationale Austausch im deutschsprachigen Raum zum Thema Apps für Tablets und Co. auf Basis von Printprodukten oder digitalen Inhalten gefördert. Profis mit fundiertem Know-how zu den speziellen Herausforderungen der Businessmodelle, Technologien, Workflows und Lesegewohnheiten von Medien-Apps erzählten aus ihrer Werbe- und Verkaufsexpertise und pflegten den Dialog mit Kunden aus Österreich und Deutschland. 
So stellten Alexis Johann, Geschäftsführer sdo - styria digital one, und Veronika Bösel, Media Strategist sdo, fest: "Mit Tablet-Apps dringen digitale Tageszeitungen in die Welt der Hochglanzmagazine vor und schaffen für ihre Werbekunden ein clutterfreies, zielgruppengenaues, vertrauensvolles Umfeld, das wirkt." Gerade für Werbekunden seien Tablets eine geniale Möglichkeit, um Besserverdiener zu erreichen und mit Werbung zu punkten, die auf affektive Reize setzt. Denn mit Apps können Tageszeitungen bestehende Kunden auf neue Art und Weise ansprechen und gleichzeitig neue Zielgruppen, die sich sonst nicht für Zeitungen interessieren, erreichen.

"Gerade die Performer und Postmateriellen sind einkommensstark. Damit bieten sich attraktive Umsatzströme, sowohl im Bereich der Abo-Erlöse und des Einzelverkaufs als auch bei den Werbeeinnahmen. In diesem Bereich war traditionell das Hochglanzmagazin stark, in Teilbereichen wird es nun durch das Tablet abgelöst," so Johann. Während Johann und Bösel auf Werbemöglichkeiten eingingen, beleuchtete Andreas Schmutterer, stv. Verlagsleiter Cross Media, die vertriebliche Sicht anhand der digitalen Content-Strategie der Augsburger Allgemeinen: "Das Mediennutzungsverhalten verändert sich rasant. Diesem Wandel stellen wir uns als lokale Abo-Zeitung und möchten mit unserer Digitalstrategie diese Veränderung proaktiv gestalten." Neue, digitale Content-Angebote, attraktive Bundles und eine neues Marken-Abo seien erst der Anfang.

"Besonders wichtig ist es für ein Paid Content-Konzept, auch Profis aus der Redaktion, der IT und dem Marketing miteinzubeziehen -wir haben eine eigene Abteilung dafür gegründet," erläutert Schmutterer. Überdies sei es sinnvoll, die App nicht nur über eigene Ausspielkanäle zu bewerben, sondern auch über Massenmedien wie TV, Radio, Internet und out of home-Möglichkeiten wie Plakate.

Abschließend präsentierte Boris Eder, Abteilungsleiter Mobile Applications APA-IT, die technischen Möglichkeiten der aktuellen Mobile Publishing Suite sowie einen Ausblick auf die nächste Version 4.1.

Auch Barrierefreiheit war ein Thema. Mittels einer Vorlese-Funktion von Artikeln oder einer entsprechenden Beschreibung und Beschriftung der Buttons soll Sehbehinderten und Blinden der Zugang zur App ermöglicht werden.

Über die APA-IT

Die APA-IT Informations Technologie GmbH bietet Komplettlösungen mit Fokus auf den Bereichen Media Solutions und IT-Outsourcing. Als Tochterunternehmen der APA - Austria Presse Agentur betreibt die APA-IT die Infrastruktur der österreichischen Nachrichtenagentur sowie zahlreicher weiterer Medienbetriebe. Dieses Know-how und Branchenverständnis machen die APA-IT zum Spezialisten für IT-Lösungen von Verlagen und Unternehmen mit mediennahen Aufgabenstellungen.

Über dpa-digital services GmbH

Die dpa-digital services GmbH mit Sitz in Hamburg ist ein Unternehmen der APA - Austria Presse Agentur eG und der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH. Die gemeinsame Tochter nutzt die Stärken der beiden Nachrichtenagenturen bei der Entwicklung von Angeboten für den Mobile Publishing-Markt in Deutschland. Weitere Informationen unter www.dpa-digitalservices.com.

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24.1.2014

dpa-digital services bringt WESER-KURIER auf den eReader

Total digital: Nach dem klassischen E-Paper auf dem Computer sowie der Publikation auf Smartphone und Tablet (iPhone-, iPad- und Android-App) wird der WESER-KURIER nun auch Kindle-tauglich. Die innovative Tageszeitung für Bremen und Niedersachsen steht für Leserinnen und Leser ab sofort auch auf dem Amazon-eReader zur ständig aktuellen Lektüre bereit. Für die tägliche Zustellung auf die Geräte der Abonnentinnen und Abonnenten sorgt eine standardisierte Push-Automatik. Als Technologie für die Bereitstellung auf dem Kindle setzt der WESER-KURIER die Mobile Publishing Suite des Mediendienstleisters dpa-digital services GmbH ein.

Laut David Koopmann, Abteilungsleiter Lesermarkt & Marketing der WESER-KURIER Mediengruppe/Bremer Tageszeitungen AG, hat das Unternehmen mit der Kindle-Edition des E-Papers einen weiteren digitalen Kanal erschlossen, um Leserinnen und Leser zu erreichen, sowie einen Mehrwert für das digitale Abo geschaffen. "Die Artikel aus der Zeitung werden in einem Clipping-Verfahren für die Ansicht auf eReadern, insbesondere dem Amazon-Kindle, optimiert und stehen frühmorgens automatisch auf dem Kindle zur Verfügung. Wir möchten den Lesegewohnheiten unserer Kundinnen und Kunden gerecht werden und unsere Berichterstattung auf so vielen Kanälen wie möglich ausspielen."

"Wir bieten mit unserem digitalen Abo zusätzlich zur gedruckten Ausgabe eine Vielfalt an digitalen Angeboten: neben dem E-Paper auf dem Computer, auf Smartphone, Tablet und Kindle auch ein digitales Zeitungsarchiv und ein eigenes Online-Portal. So kann jede Abonnentin oder jeder Abonnent für sich den bequemsten Weg finden, seine Tageszeitung zu lesen. Fehlt dazu die passende Hardware, bieten wir im WESER-KURIER Digital-Paket auch Apple iPads, Samsung Galaxy Tabs und den Amazon Kindle Paperwhite an", erläutert Koopmann.

Die Umsetzung der Kindle-Edition lag in den Händen der dpa-digital services GmbH. Das Unternehmen hat mit seiner ressourcenschonenden Mobile Publishing Suite bereits zahlreiche iOS-, Android- und Windows 8-Lösungen für namhafte deutsche Verlage und Medienbetriebe umgesetzt. Mit dem WESER-KURIER wurde nun erstmals auch eine eReader-Lösung implementiert. Damit kann die dpa-digital services GmbH ihren Kunden für deren Digitalstrategie jetzt die professionelle und workflowoptimierte Einbindung nahezu aller Mobile-Publishing-Formate anbieten.

Die dpa-digital services GmbH mit Sitz in Hamburg ist ein Unternehmen der APA - Austria Presse Agentur eG und der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH. Die gemeinsame Tochter nutzt die Stärken der beiden Nachrichtenagenturen bei der Entwicklung von Angeboten für den Mobile-Publishing-Markt in Deutschland. Weitere Informationen unter www.dpa-digitalservices.com.

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28.8.2013

Neue Webseite stellt die Produkte von dpa-digital services vor

Im Internet gibt es eine neue Adresse für alle, die sich für Mobile Publishing interessieren. Die dpa-digital services GmbH stellt auf ihrer Webseite unter www.dpa-digitalservices.com jetzt ihr Produktportfolio vor. Das Angebot des in diesem Jahr gestarteten Unternehmens ist vor allem für Verlagshäuser gedacht, die ihre multimedialen journalistischen Inhalte auf Smartphones und Tablets perfekt präsentieren möchten.

Im Mittelpunkt steht die Produktfamilie der Mobile Publishing Suite, die von der dpa-digital services GmbH für verschiedene Zwecke produziert wird. Sie ist für tägliche oder andere regelmäßige Publikationen wie ePaper-Ausgaben ebenso geeignet wie zum Beispiel für einmal erscheinende Werke, die als App verbreitet werden sollen. Die Angebote sind für alle gängigen Systemplattformen erhältlich -von Apples iOs über Android und Windows 8 bis hin zu Kindle Fire. Als Universal Apps sind die Lösungen außerdem für Smartphones optimiert. Eine Referenzliste auf der neuen Webseite führt Interessenten zu Kunden, die bereits erfolgreich auf Projekte mit der dpa-digital services GmbH gesetzt haben.

Die dpa digital-services GmbH mit Sitz in Hamburg ist ein Unternehmen der APA - Austria Presse Agentur eG und der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH. Die gemeinsame Tochter nutzt die Stärken der beiden Nachrichtenagenturen bei der Entwicklung von Angeboten für den Mobile-Publishing-Markt in Deutschland.

Die APA - Austria Presse Agentur ist die nationale Nachrichtenagentur und der führende Informationsdienstleister Österreichs. Sie befindet sich im Eigentum österreichischer Tageszeitungen und des ORF. Die APA-Gruppe setzt sich aus der genossenschaftlich organisierten Nachrichtenagentur und neun Tochterunternehmen zusammen und ist in den Geschäftsfeldern Nachrichtenagentur, Bildagentur, Informationsmanagement und Informationstechnologie tätig. Darüber hinaus umfasst die Gruppe internationale Beteiligungen in der Schweiz (Bildagentur) und in Deutschland (Mobile Publishing Lösungen). Die APA-Redaktionen sorgen für Echtzeit-Nachrichtendienste in Wort, Bild, Grafik, Audio und Video, die Tochterunternehmen bieten Verbreitungs-, Recherche- und Wissensmanagement-Dienste sowie Informationstechnologie-Lösungen. Weitere Informationen unter www.apa.at.

Die dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH ist der unabhängige Dienstleister für multimediale Inhalte. Die Nachrichtenagentur versorgt als Marktführer in Deutschland tagesaktuelle Medien aus dem In- und Ausland. Ein weltumspannendes Netz von Redakteuren und Reportern garantiert die eigene Nachrichtenbeschaffung nach im dpa-Statut festgelegten Grundsätzen: unparteiisch und unabhängig von Weltanschauungsfragen, Wirtschafts- und Finanzgruppen oder Regierungen. dpa arbeitet über alle Mediengrenzen hinweg, rund um die Uhr. Auf diese Qualität verlassen sich Printmedien, Rundfunksender, Online- und Mobilfunkanbieter sowie andere Unternehmenskunden in mehrals 100 Ländern. Weitere Informationen unterwww.dpa.com.

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13.8.2013

dpa-digital services bietet neue Version der Mobile Publishing Suite

Noch mehr Vielfalt bei der Darstellung von Zeitungsinhalten auf Tablets: Die dpa-digital services GmbH hat ihre Mobile Publishing Suite weiterentwickelt. Sie kombiniert nun auf HTML-Basis die Bereitstellung eines ePapers, das der aktuellen Printausgabe der Zeitung entspricht, mit einer magazinartig gestalteten Aufbereitung der Inhalte.

Die "Neue Osnabrücker Zeitung" (NOZ), die als erstes Medienhaus in Deutschland die neue Variante der Mobile Publishing Suite einsetzt, nutzt diese Möglichkeit, indem sie über ihre iPad-App sechs Mal pro Woche eine spezielle Abendausgabe publiziert. Außer für das iPad ist die Mobile Publishing Suite für Android, Windows 8 und Kindle Fire sowie als Web E-Paper erhältlich. Als Universal Apps sind die Lösungen außerdem für Smartphones optimiert.

"Mit unserer iPad-App haben Leser mehrere Möglichkeiten, immer auf dem Laufenden zu sein", sagt NOZ-Chefredakteur Ralf Geisenhanslüke. "Bereits ab 19.00 Uhr bekommen die Nutzer unseres Digitalabos wichtige NOZ-Inhalte in einer Optik präsentiert, die die Möglichkeiten des iPads besonders nutzt. Viele Bilder werden zum Beispiel so hinterlegt, dass sie das Display komplett ausfüllen können. Die Texte lassen sich in verschiedenen Schriftgrößen anzeigen und konkurrieren nicht mit Kurzmeldungen in Randspalten um die Aufmerksamkeit des Lesers. Unsere App-Nutzer sollen sich zur Feierabendzeit gerne mal etwas zurücklehnen, sich Zeit nehmen und die Lektüre genießen", erläutert Geisenhanslüke.

"Mit der Abendausgabe erreichen wir viele Leser zu einem Tageszeitpunkt, an dem sie besonders oft zum iPad greifen", erklärt NOZ-Vertriebsleiter Jens Wegmann. "Die Stunden von 19.00 bis 22.00 Uhr sind Untersuchungen zufolge die wichtigste Nutzungszeit für Tabletcomputer. Dafür machen wir nun ein starkes Angebot." Auch in der Zeit nach 19.00 Uhr wird die Abendausgabe bei Bedarf aktualisiert, und ab 2.00 Uhr in der Nacht ist dann auch das ePaper der NOZ über die iPad-App aufrufbar. Die NOZ bedient derzeit mehr als 11 000 Kunden, die ein Digitalabo abgeschlossen haben und die App nutzen können. Mehr als 7500 Mal hat der Verlag zusammen mit dem Abonnement bereits ein iPad verkauft.

Die Mobile Publishing Suite der dpa-digital services GmbH hilft Zeitungsverlagen, Inhalte ihrer Druckausgaben multimedial aufzubereiten und in verschiedenen Darstellungsformen auf Tablets und Smartphones zu präsentieren. "Die Printausgabe als ePaper zu verbreiten, ist eine wichtige Basis für Erfolg in der digitalen Informationswelt. Die neue Version der Mobile Publishing Suite ermöglicht gezielte Ergänzungen dazu", erklärt Geschäftsführer Meinolf Ellers. "Mit ihr bieten wir eine Lösung auf HTML-Basis an, die mit geringem Produktionsaufwand im Alltag verbunden ist und somit die Kosten unter Kontrolle hält."

Die dpa-digital services GmbH wird diesen Weg als Partner der Verlage konsequent fortsetzen: "Wir entwickeln unsere Produkte so weiter, dass unsere Kunden ihren Lesern jederzeit ein optimales Angebot machen können", sagt Geschäftsführer Günter Kaminger. Vorstellen wird das Unternehmen die neuen Möglichkeiten der Mobile Publishing Suite unter anderem auf der World Publishing Expo der WAN-IFRA vom 7. bis 9. Oktober in Berlin.

Im Medienhaus NEUE OSNABRÜCKER ZEITUNG erscheint eine der am meisten zitierten Tageszeitungen in Deutschland. Täglich erreicht sie mit einer Auflage von rund 170.000 Exemplaren mehr als 452.000 Leser. Mit zwölf regionalen und lokalen Zeitungsausgaben, zwei Anzeigenblättern und mehreren Zeitschriften ist die NOZ zugleich die zweitgrößte Tageszeitung in Niedersachsen. Neben einer Beteiligung am größten niedersächsischen Privatradio und drei regionalen TV-Sendern istwww.noz.de das reichweitenstärkste Nachrichtenportal aller Zeitungen in Niedersachsen. Die Bereiche Logistik/Post, Vermarktung, Kommunikationsdienstleistungen und digitale Medien runden das Portfolio des Medienhauses ab.

Die dpa digital-services GmbH mit Sitz in Hamburg ist ein Unternehmen der APA-Austria Presse Agentur eG und der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH. Die gemeinsame Tochter nutzt die Stärken der beiden Nachrichtenagenturen bei der Entwicklung von Angeboten für den Mobile-Publishing-Markt in Deutschland.

Die APA-Austria Presse Agentur eG ist die nationale Nachrichtenagentur und der führende Informationsdienstleister Österreichs. Sie befindet sich im Eigentum österreichischer Tageszeitungen und des ORF. Die APA-Gruppe setzt sich aus der genossenschaftlich organisierten Nachrichtenagentur und neun Tochterunternehmen zusammen und ist in den Geschäftsfeldern Nachrichtenagentur, Bildagentur, Informationsmanagement und Informationstechnologie tätig. Die APA-Redaktionen sorgen für Echtzeit-Nachrichtendienste in Wort, Bild, Grafik, Audio und Video, die Tochterunternehmen bieten Verbreitungs-, Recherche- und Wissensmanagement-Dienste sowie Informationstechnologie-Lösungen. Die Unternehmen der APA-Gruppe wenden sich an professionelle User (Informationsmanager, PR-Beauftragte) in den Märkten Medien, Politik und Behörden sowie Wirtschaft. Die APA erfüllt ihre Aufgaben unabhängig von Staat, Regierung und Parteien nach den Geboten von Zuverlässigkeit, Schnelligkeit und Ausgewogenheit und unter Vermeidung jeglicher Einseitigkeit und Parteinahme. Weitere Informationen unter www.apa.at.

Die dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH ist der unabhängige Dienstleister für multimediale Inhalte. Die Nachrichtenagentur versorgt als Marktführer in Deutschland tagesaktuelle Medien aus dem In- und Ausland. Ein weltumspannendes Netz von Redakteuren und Reportern garantiert die eigene Nachrichtenbeschaffung nach im dpa-Statut festgelegten Grundsätzen: unparteiisch und unabhängig von Weltanschauungsfragen, Wirtschafts- und Finanzgruppen oder Regierungen. dpa arbeitet über alle Mediengrenzen hinweg, rund um die Uhr. Auf diese Qualität verlassen sich Printmedien, Rundfunksender, Online- und Mobilfunkanbieter sowie andere Unternehmenskunden in mehrals 100 Ländern. Weitere Informationen unterwww.dpa.com.

Rückfragen & Kontakt:

Neue Osnabrücker Zeitung GmbH & Co. KG
Kristina Hoppe
Unternehmenskommunikation
Tel.: +49 541 310 321
E-Mail: k.hoppe@noz.de

APA-Austria Presse Agentur eG
Barbara Rauchwarter
Unternehmenssprecherin
Leiterin Marketing & Kommunikation
Tel.: +43 1 36060 5700
E-Mail: barbara.rauchwarter@apa.at

dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
Christian Röwekamp
Leiter Unternehmenskommunikation
Telefon: +49 30 2852 31103
E-Mail: roewekamp.christian@dpa.com

7.1.2013

dpa-digital services GmbH nimmt Betrieb auf

Die Nachrichtenagenturen dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH und APA - Austria Presse Agentur eG haben ihre im Herbst angekündigte Zusammenarbeit bei der Entwicklung und Vermarktung von Apps und mobilen Lösungen für aktuelle Medieninhalte in die Tat umgesetzt. Am gemeinschaftlich am 1. Januar 2013 gegründeten Unternehmen dpa-digital services GmbH mit Sitz in Hamburg halten beide Partner jeweils 50 Prozent. Als Geschäftsführer fungieren Meinolf Ellers und Günter Kaminger. Ellers ist in der dpa-Gruppe als Geschäftsführer der dpa-infocom tätig, Kaminger leitet innerhalb der APA-IT den Bereich Multimedia-Lösungen.

Ziel des Gemeinschaftsunternehmens ist die Abdeckung des Mobile-Publishing-Marktes in Deutschland unter Nutzung von Synergien der beiden Nachrichtenagenturen. Nach vorbereitenden Marktaktivitäten im Herbst 2012 startet die dpa-digital services GmbH bereits mit ersten Kunden in den operativen Betrieb. Derzeit stehen drei Produktvarianten im Mittelpunkt des Unternehmens:

Die "Digital Publishing Suite" ist eine modulare Lösung für die optimale Darstellung von Tageszeitungen auf Tablets mit erprobten Individualisierungs-Möglichkeiten. Sie bietet Klientversionen für die Plattformen iOS, Android sowie Web und ab sofort auch für Windows 8.Die "Instant App" erlaubt die schnelle und unkomplizierte Umwandlung von Sonderpublikationen, Beilagen und Wochenzeitungen in eine App-Variante.Während die ersten beiden Produktbereiche rund um digitale Versionen von Print-Publikationen und deren Erweiterungen aufgebaut sind, bringt der dritte Produktbereich "Wire4Media" Feed-orientierte Inhalte auf Smartphones und Tablets.Über APA:

Die APA - Austria Presse Agentur ist die nationale Nachrichtenagentur und der führende Informationsdienstleister Österreichs. Sie befindet sich im Eigentum österreichischer Tageszeitungen und des ORF. Die APA-Gruppe setzt sich aus der genossenschaftlich organisierten Nachrichtenagentur und neun Tochterunternehmen zusammen und ist in den Geschäftsfeldern Nachrichtenagentur, Bildagentur, Informationsmanagement und Informationstechnologie tätig. Die APA-Redaktionen sorgen für Echtzeit-Nachrichtendienste in Wort, Bild, Grafik, Audio und Video, die Tochterunternehmen bieten Verbreitungs-, Recherche- und Wissensmanagement-Dienste sowie Informationstechnologie-Lösungen. Die Unternehmen der APA-Gruppe wenden sich an professionelle User (Informationsmanager, PR-Beauftragte) in den Märkten Medien, Politik und Behörden sowie Wirtschaft. Die APA erfüllt ihre Aufgaben unabhängig von Staat, Regierung und Parteien nach den Geboten von Zuverlässigkeit, Schnelligkeit und Ausgewogenheit und unter Vermeidung jeglicher Einseitigkeit und Parteinahme.

Über dpa:

Die dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH ist der unabhängige Dienstleister für multimediale Inhalte. Die Nachrichtenagentur versorgt als Marktführer in Deutschland tagesaktuelle Medien aus dem In- und Ausland. Ein weltumspannendes Netz von Redakteuren und Reportern garantiert die eigene Nachrichtenbeschaffung nach im dpa-Statut festgelegten Grundsätzen: unparteiisch und unabhängig von Weltanschauungsfragen, Wirtschafts- und Finanzgruppen oder Regierungen. dpa arbeitet über alle Mediengrenzen hinweg, rund um die Uhr. Auf diese Qualität verlassen sich Printmedien, Rundfunksender, Online- und Mobilfunkanbieter sowie andere Unternehmenskunden in mehrals 100 Ländern. Weitere Informationen unterwww.dpa.com.

Rückfragen & Kontakt:

dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH
Christian Röwekamp
Leiter Unternehmenskommunikation
Telefon: +49 30 2852 31103
E-Mail: roewekamp.christian@dpa.com
APA - Austria Presse Agentur
Barbara Rauchwarter
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Web: www.apa.at

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